Neues Leitungsduo: Erik Rastetter (links) und Daniela Kreiner führen das Sandkorn, der bisherige Geschäftsführer Günter Knappe bleibt dem Haus als Gesellschafter verbunden. | Foto: Schurr

Daniela Kreiner neu im Team

Stabwechsel am Karlsruher Sandkorn-Theater

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Der Name Kreiner ist zurück am Sandkorn-Theater. Doch auch wenn die neue Geschäftsführerin Daniela Kreiner die Tochter des Gründers und langjährigen Leiters Siegfried Kreiner ist, betonen alle Beteiligten, dass dies keine Rückwendung zum „alten“ Sandkorn sei. Das hatte im Herbst 2017 überraschend Insolvenz angemeldet und war damals in einer Hauruck-Aktion vor dem vollständigen Aus bewahrt worden.

Auf Initiative von Martin Wacker und dem einstigen Kulturbürgermeister Ullrich Eidenmüller war binnen kurzer Zeit eine Auffanggesellschaft gegründet worden, für die auch der Journalist Günter Knappe gewonnen wurde. Dieser sagte damals zu, sich neben Erik Rastetter (der die künstlerische Leitung übernahm) in der Geschäftsführung zu engagieren, um das „neue Sandkorn“ auf Kurs zu bringen. Dieser Zustand ist offenbar erreicht: Zur Mitte des laufenden Monats hat Daniela Kreiner das Amt der Geschäftsführung von Knappe übernommen.

„Neue Herausforderung“

„Das ist keine Heimkehr, sondern eine neue Herausforderung“, erklärt die gebürtige Karlsruherin, die sich nach ihrem Studium der Rhethorik und Sprecherziehung in Göttingen bald dem Kulturbereich zuwandte. 1998 begann sie als Regieassistentin im Team der Ettlinger Schlossfestspiele ihre Laufbahn. Ab 1999 arbeitete sie am Pforzheimer Kulturhaus Kupferdächle, das sie von 2003 bis 2011 leitete. Um als Mutter von zwei Kindern nicht täglich pendeln zu müssen, wechselte sie dann ans „alte“ Sandkorn, wo sie als Kulturpädagogin und in der Verwaltungsleitung arbeitete.

Vom Kammertheater ans Sandkorn

Ab 2014 schließlich war sie stellvertretende Geschäftsführerin am Kammertheater Karlsruhe. Nun freue sie sich sehr, den eingeschlagenen Weg am „neuen“ Sandkorn mitgestalten zu können, erklärt die 46-Jährige gegenüber den BNN. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Erik Rastetter seien schon einige Ideen zum Spielplan entstanden, über die man demnächst informieren wolle.

„Fantastische Zeit“

Rastetter sagt im BNN-Gespräch, er habe vor 18 Monaten mit Knappe quasi bei Null begonnen: „Wir hatten weder Telefon noch Strom.“ Knappe habe den Neustart mit viel Energie möglich gemacht. Dieser Einsatz sei stets nur temporär geplant gewesen, erklärt Knappe, der dem Haus als Gesellschafter verbunden bleibt. Er habe mit Rastetter „eine fantastische Zeit“ erlebt und sei froh, dass es „mit großer Unterstützung der Stadt und des Landes“ gelungen sei, das Sandkorn auch in der Infrastruktur in die Gegenwart zu heben. Daniela Kreiner sei seine Wunschnachfolgerin: „Sie ist eine Theaterfrau und kaufmännisch erfahren – die richtige Mischung für das Sandkorn, das jetzt zwar wieder im Fahrwasser ist, sich aber immer neu behaupten muss.“