Von KSC bis Prince: BNN-Sportchef René Dankert (links) und Moderator Ullrich Eidenmüller beim Musik-Talk in der Hemingway Lounge. Foto: GES

BNN-Sportchef im Musik-Talk

Dankert und Eidenmüller zwischen Wort-Gedribbel und starken Stimmen

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Wer sich fragt, wie es um den Sport in Karlsruhe und der Region bestellt ist, der findet in der Regel Antworten in Stadien und Sporthallen, in Zeitungen und im Internet, in Plenar- und dieser Tage sogar in Gerichtssälen – und am Donnerstag ausnahmsweise auch in einem Musiklokal in der Karlsruher Weststadt.

Darts, Schach, Motoball und natürlich der KSC

An diesem Abend plaudern in der Hemingway Lounge – dort, wo normalerweise Jazzmusiker eine kleine, aber feine Bühne für ihre Kunst finden – Moderator Ullrich Eidenmüller und René Dankert, Sportchef der Badischen Neuesten Nachrichten, neben einem alten Konzertflügel, vor Hemingway-Bildern und aufgereihten Whiskey- und Rumflaschen über den Sportkosmos mit all seinen Facetten. Über Retortenclubs und Traditionsvereine. Über das Geschäft mit den vermeintlichen Stars von morgen. Über Darts, Schach und Motoball. Und natürlich über den Karlsruher SC.

Ich mag Stimmen, die stark sind, die auch mal schreien

Wer denn der Schuldige sei im Stadionstreit, will der frühere Karlsruher Bürgermeister Eidenmüller zu Beginn wissen – und erhält eine Abfuhr. „Von mir werden Sie dazu nichts hören“, erwidert Dankert, der an diesem Abend nicht nur als Sportjournalist gefragt ist, sondern auch als Musikliebhaber, was dem besonderen Format namens „Music, life et cetera“ geschuldet ist. Nicht Musiker geworden zu sein, bekennt Dankert, sei eine Sache in seinem Leben, die er bedauere. Die Fingerfertigkeit habe gefehlt, auch die Geduld – und nach einem Treppensturz der Mutter samt der geliebten Gitarre auch die Ausrüstung als Junge. „Ich bin also eher Theoretiker in der Hinsicht, aber ich bin ganz zufrieden, so wie es gekommen ist“, sagt der 49-Jährige, kurz nachdem „Free Me“ von Uriah Heep ausgeklungen ist. „Ich mag Stimmen, die stark sind, die auch mal schreien“, sagt Dankert, der sich später als Prince-Fan outet.

Von Wilson Pickett über King King bis John Mayer

Auf der zehn Songs umfassenden Playlist darf dann auch ein Stück der 2016 verstorbenen Musiklegende nicht fehlen, dazu klingen Werke von Wilson Pickett und King King an, von John Mayer und Ben Harper – und dazwischen kluge Gedanken über Dankerts zweite große Leidenschaft, den Sport. „Sich mit anderen messen, Widerstände aufbrechen, aus Niederlagen gestärkt hervorgehen“, das halte dieser als „Lehre fürs Leben“ parat.

Beim Sport muss man schwitzen und duschen

Doch was dazu zählt und was nicht, zum Kanon des Sports, darüber zerbrechen sich auch Eidenmüller und Dankert die Köpfe. E-Sport? „Beim Sport muss man schwitzen und duschen“, wählt Dankert schließlich einen pragmatischen Ansatz. Und ob nach dem Duschen dann ein Psychologe warten sollte? Grundsätzlich sei ein solcher für Profifußballer „brutalwichtig“, findet der gebürtige Mannheimer, der aber auch weiß, dass nur wenige ein solches Angebot nutzen. Schließlich sei das auch immer eine Typfrage. „Einem Oliver Kahn hätte da keiner was erzählen brauchen“, sagt Dankert, der seit vielen Jahren den KSC journalistisch begleitet, und erntet dabei Zustimmung von dessen früherem Präsidenten Roland Schmider, der ebenfalls zum musikalischen Sport-Talk in die Hemingway Lounge gekommen ist und mithört, wie Eidenmüller nicht locker lässt. Wer denn nun schuld sei am Stadion-Schlamassel? „Der nächste Song, bitte“, verlangt Dankert, ehe Glen Hansards „Time Will Be The Healer“ erklingt.