Camouflage
Auffälliger Tarnanzug: Camouflage-Mode auf dem Marktplatz. | Foto: jodo

Camouflage in Mode

Glosse: Das Chamäleon

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Es ist Mode, im Tarnanzug aufzufallen. Viele Zivilisten tragen Camouflage. In diesem Sommer bewegen sich noch einmal deutlich mehr Menschen in braun-grün gefleckten Hemden oder Hosen auf offener Straße.

Attraktiv im Kampfanzug

Ähnlich wie beim neuerlichen Boom martialischer Tattoos wird die Haut dem Kriegerischen zu Markte getragen. Da mögen die Zeitgenossen noch so den Wunsch nach Frieden pflegen, ausgerechnet das Kleidermuster von Kampfanzügen gilt ihnen als attraktiv. Dabei ist in der Mode doch nicht alles Jacke wie Hose.

Anpassen und auffallen

Ironie der Geschichte: Ausgerechnet mit dem Tarnmuster der Infanterie im Zweiten Weltkrieg oder einem Farbarrangement, das den Uniformen der Kriege in Indochina oder Nahost ähnelt, will man sich entweder dem Mainstream anpassen oder gar auffallen. Längst laufen nicht nur Angler und Jäger oder Kleingärtner und Heimwerker bei ihrem Tun in Camouflage-Hosen herum. Mann und Frau hängt auch nicht mehr nur in der Freizeit im Camouflage-Look ab.

Vergangenes für die Zukunft

Selbst mit Tarnhut oder einem Camouflage-Rucksack mischt sich dieses Modemilitär unter die Passanten auf der Kaiserstraße. Man speist zur Mittagszeit auf dem Ludwigsplatz im Fleckendress, und abends im Schummerlicht wird in Soldatenkluft im Schlossgarten gebechert. Fehlt nur noch, dass die Modemacher demnächst neben dem Seppelhut zur Lederhose auch noch den grauen Stahlhelm zur Camouflage-Jacke aus der Vergangenheit in die Zukunft zerren.

Täuschen und Tarnen

Nichts scheint unmöglich. Vielleicht ist der Mensch doch ein Chamäleon, ein Anpasser, der mit Täuschen und Tarnen am besten durchkommt. Im westfälischen Lage gab es jüngst einen Aufschrei von Eltern und Kindern, als eine Schule zwecks textiler Abrüstung ein Camouflage-Verbot verhängte. In einigen Ländern und auf manchen Kreuzfahrtschiffen ist Camouflage übrigens generell verboten.

Tierisches Ausweichen

Auf der Insel Grenada droht zivilen Camouflage-Trägern ein Jahr Gefängnis. Beim nächsten Karibiktrip also sei den Karlsruher Weltreisenden geraten: Camouflage zu Hause lassen. Passend zu den Tropen kann wenigstens die Badnerin doch wieder im Leopardenlook oder in Schlangenbatik traumreisen.