Rund 10.000 Besucher tummelten sich am Wochenende auf der Spezialradmesse in Germersheim. | Foto: Müller

Auf der Spezi Germersheim

Das Lastenrad im Trend

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Mal den Sprudelkasten oder den (Wochenend-)Einkauf transportieren. Mal die Kinder in die Kita fahren. Mal gewichtige Produkte zum Kunden bringen. Und es muss dafür ja beileibe nicht immer das Auto sein, vor allem nicht in den verkehrstechnisch gesehen eh verstopften Innenstädten. Eine echte Alternative für viele Dinge, die, warum auch immer, transportiert werden müssen, bieten inzwischen Lastenräder.

Von Klaus Müller

Was derzeit alles möglich ist – und das ist eine Menge – war nun in Germersheim auf der Spezi 2019, der in dieser Form wohl weltweit einmaligen Messe für Spezialfahrräder, zu sehen.

Da geht was

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Ideen, mit dem Rad Transporte zu bewältigen, sind samt Umsetzung beachtlich. Omas Handkarren, der irgendwie hinten am Rad befestigt wird, oder der voll beladene Gepäckträger, zusammengehalten von labbrigen Gurtspannern, gehören längst der Vergangenheit an. Beim Gang über die Spezi, die mit über 10 000 Besucher genauso gut wie in den Vorjahren besucht war, offenbarten sich eine Menge „zweirädriger Transportlösungen“.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem ….

Fahrrad-Trolley?

Richtig gehört. Die Funktions- und Anbauweise des Teils ist einfach wie fast schon genial. Der Trolley, entwickelt und vertrieben von der Firma Trego (www.trego-trolley.com), steht auf zwei Rädern, deren Achse hoch beweglich ist und somit für viel Wendigkeit des umgebauten Fahrrads sorgt. Die Montage, erklärt Trego-Mitarbeiter Friedrich Wesche, sei sehr einfach. Der Trolley lässt sich an so gut wie jede Fahrradgabel montieren. Allein das bisherige Vorderrad und das Schutzblech müssen zuvor entfernt werden. Rund 30 Kilogramm kann man mit dem Trolley transportieren – entweder direkt darauf oder in einer Tasche, die sich per einfachem Klick mit dem Transportrolley verbinden lässt; Kostenpunkt je nach Ausführung zwischen 800 und 1 100 Euro.

Fahrrädanhänger mit Elektromotor?

Den bietet die Firma „aidoo“ (www.aidoo-tec.de) an. Der Hänger mit Elektroantrieb schiebt quasi von hinten das Fahrrad an. „Alle notwendigen Bedienelemente befinden sich am Fahrradlenker“, erläutert Turan Dardagon am aidoo-Stand. Wie stark der Anhänger „anschieben“ soll, entscheidet somit der Fahrer selbst. Besonders an Radfahrer mit Normalrädern (also ohne Pedelec-Antrieb) richtet sich der „E-Anhänger“. Allerdings kostet er mit rund 4 500 Euro eine Menge Geld. Günstiger sind Anhänger ohne E-Motor.

Cargorad?

Auf Leichtbauweise mit gut schweißbarem Aluminium setzt im Transportradbereich „Cargo Bike Monkeys“ (www.traix.de) in Münster. Bis zu 300 Kilogramm lassen sich derzeit mit Transporträdern befördern. Ein Durchschnitts-Transportrad schafft 100 und mehr Kilogramm. Die weitere Entwicklung solcher Räder geht in Richtung Eigengewichtsreduzierung bei mehr Stabilität und gutem Handling des jeweiligen Transportfahrrades. Dass die Räder nach wie vor noch recht teuer sind, führt Entwickler Christoph Kramer auf die geringen Stückzahlen zurück.

Sicherheit ist wichtig

Teuere Räder geraten zunehmend in den Fokus von Dieben. Vor solchen Langfingern soll der „Bremer Schlüssel“, den gibt es erst seit wenigen Monaten auf dem Markt, schützen. „Beim Abschließen wird die Verbindung von Lenker und Vorderrad unterbrochen“, erklärt Edgar Radewald am „Bremer Stand“ (www.bremerschluessel.com). Oder einfach ausgedrückt: Der Lenker schlackert rum, als ob er keinen Halt mehr im vorgesehenen Rahmenrohr hat. Der „Klautranport“ des Rades wird deutlich erschwert. Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Bremer Schlüssel an fast jedes Rad montieren; Kostenpunkt: 79 Euro.