Der Umbau der Stadthalle Karlsruhe könnte bis zu 15 Millionen Euro teurer werden. (Archivbild)
Der Umbau der Stadthalle Karlsruhe könnte bis zu 15 Millionen Euro teurer werden. (Archivbild) | Foto: Donecker

Plus von bis zu 15 Millionen

Debakel bei Sanierung der Stadthalle Karlsruhe

Der Zeitplan und der Kostenrahmen bei der aktuell laufenden Sanierung der Stadthalle lässt sich offenbar nicht mehr einhalten. In einer Mitteilung des städtischen Presseamtes hat die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz das Begleitgremium darüber informiert, dass „eine Aussage zu genauen Kosten und Terminen zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist“.

Die Umplanungen bei den lüftungstechnischen Anlagen seien so erheblich, dass weiterer Abstimmungs- und Prüfungsbedarf bestehe. Zahlen und Zeiten werden in der städtischen Meldung nicht genannt, nach Informationen der BNN handelt es sich dabei um einen zusätzlichen Betrag von zehn bis 15 Millionen Euro und offenbar um ein zusätzliches halbes Jahr.

Ursprünglich sollte die Sanierung der Halle rund 60 Millionen Euro kosten. Besonders problematisch wäre eine Zeitüberschreitung für die Betreiberin KMK. Denn angesichts bereits gebuchter Kongresse nach der (anvisierten) Fertigstellung Anfang 2020 müsste die Messegesellschaft mit massiven Regressforderungen rechnen.

Änderungen bei der Planung der Lüftungs- und Klimatechnik

Ende Februar 2018 wurde das gemeinderätliche Begleitgremium darüber informiert, dass für das Gewerk Lüftungs- und Klimatechnik umfangreiche Umplanungen erforderlich sind. Dagegen befänden sich alle übrigen wesentlichen Modernisierungsmaßnahmen – Modernisierung Foyers und Säle, neue Lichtplanung als maßgebliches gestalterisches Konzept, Erfüllung Brandschutzanforderungen – im Plankorridor, so die städtische Mitteilung.

Bei der Lüftungstechnik war ursprünglich vorgesehen, nur Teile auszutauschen. Dann wurde festgestellt, dass eine völlige Neubewertung dieses Gewerks vorgenommen werden muss. Darüber hinaus war die Schadstoffbelastung deutlich höher als ursprünglich feststellbar. Mit Hochdruck arbeiten seitdem alle Akteure in enger Abstimmung mit den ausführenden Firmen an Lösungen.

Es war erwartet worden, dass die Auswirkungen auf die Zeit- und Kostenplanung in der Sondersitzung des Begleitgremiums am 10. April dargestellt werden können. Die Neukonzeption der lüftungstechnischen Anlagen erfordere zusätzliche Rückbauten der Wand – und Deckenverkleidungen, der Schächte und der Bestandsinstallationen sowie umfangreiche Neuinstallationen.

Schadstoffe in der Stadthalle

Hinzu komme, dass das Ausmaß der Schadstoffbelastung erst nach Schließung der Halle im Juli 2017 habe verifiziert werden können. Erst dann hätten umfängliche Bauteilöffnungen vorgenommen und Baustoffe untersucht werden können. Die Demontage der schadstoffhaltigen Baustoffe habe aufgrund des Umfangs eine aufwendige Schadstoffentsorgung zur Folge gehabt. Auch das Tragwerk des Bestandsgebäudes sei so ausgelastet, dass im Zuge des Rückbaus entdeckte Defizite an der Bausubstanz weitere Umplanungen in den Technikgewerken erforderlich machten.

Gabriele Luczak-Schwarz erklärte abschließend, dass nun der Terminplan in Abstimmung mit Planern und Firmen optimiert werden müsse. Ob und wie das gelingen kann und welche Auswirkungen dies auf die Kosten haben, werde den gemeinderätlichen Gremien vor der Sommerpause vorgestellt.