HAT MITTLERWEILE BUNDESWEITE STRAHLKRAFT: Die Karlsruher BBBank bleibt die viertgrößte deutsche Genossenschaftsbank. 20 Prozent des Mitgliederwachstums dieser Bankengruppe haben 2017 die Karlsruher beigesteuert. | Foto: jodo

Karlsruher auf Rang vier

Der „Couch-Kredit“ der BBBank kommt gut an

Natürlich kostet die Regulierung auch die Karlsruher BBBank Zeit, Geld und Nerven. „Aber die Dinge sind, wie sie sind. Ich will da nicht mehr in das Klagelied einstimmen“, sagt Vorstandsmitglied Gabriele Kellermann im Bilanzgespräch mit den BNN. „Wir nutzen stattdessen die Chancen“, unterstreicht Wolfgang Müller, Vorstandschef der viertgrößten deutschen Genossenschaftsbank. Ein Beispiel: Während EU-Vorgaben wie Mifid II bei vielen Konkurrenten dazu führen, dass diese die Wertpapierberatung gar nicht mehr oder nur noch reduziert anbieten, ging die BBBank in die Offensive. Vor allem deswegen sei das Provisonsergebnis im vergangenen Jahr um satte 24,2 Prozent auf 43,6 Millionen Euro nach oben geschnellt. Selbst beim Zinsüberschuss legte die einstige Badische Beamtenbank – deren Kunden mittlerweile zur Hälfte in der Privatwirtschaft beschäftigt sind – trotz EZB-Querschüssen um 2,9 Prozent auf 169,8 Millionen Euro zu.

Es läuft gut für die BBBanker: Mittlerweile sind sie in allen deutschen Landeshauptstädten präsent, haben die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze bei der Bilanzsumme übersprungen. Sie schneiden auch bei wichtigen Kennzahlen erheblich besser ab, als die genossenschaftliche Bankengruppe insgesamt. Das wird auch am Mitgliederwachstum deutlich: Mit netto 15 000 zusätzlichen Mitgliedern haben sie 20 Prozent des Mitgliederbestands-Wachstums dieses Finanzverbundes beigesteuert. „40 Prozent unserer Neukunden kommen über klassische Empfehlungen“, sagt Vertriebsvorstand Oliver Lüsch. „Was uns auch hilft, sind die Fusionen anderer Banken, denn sie kümmern sich dann um alles, nur nicht um den Kunden.“

BBBank will Bekanntheit weiter steigern

Die Bekanntheit der Bank wolle man weiter steigern, vor allem über die Online-Schiene. „BBBank ist ja prädestiniert für die online-Welt“, spielt der Banker auf den kurzen Namen an.

Das, was man heute neudeutsch Electronic Banking nennt, kennen die BBBanker schon seit 1994, als sie Bankgeschäfte per BTX ermöglichten. Längst bieten sie die komplette Palette. Gut gestartet ist laut Lüsch der „Online-Wunschkredit“. Dieser in diesem Monat eingeführte Konsumentenkredit von bis zu 25 000 Euro werde quasi über Nacht bewilligt und komme sehr gut an. Bankintern ist auch vom „Couch-Kredit“ die Rede – der Kunde sitzt gemütlich im Wohnzimmer, hat einen Konsumwunsch und beantragt von dort aus per Smartphone den Kredit.

Beim Blick auf den Jahresabschluss fällt nur auf, dass das Betriebsergebnis um 38,7 Prozent auf 28,5 Millionen Euro nach unten ging. Kellermann begründet dies mit zwei Sonderfaktoren im Vorjahr: einer Gesetzesänderung mit Auswirkung auf die Pensionsrückstellungen und eine erhebliche Körperschaftssteuer-Gutschrift des Finanzamtes.

Ein (vergrößertes) Filialnetz, Direktbank und mobiles Banking – das sei die Erfolgskombination der BBBank, die bekanntlich nur Privatkunden hat. Müller: „Unser Geschäftsmodell hat sich bisher bewährt, und es wird sich auch in Zukunft bewähren.“