Ikea Karlsruhe
IKEA KARLSRUHE im Modell: Der schwedische Möbelriese will eine Million potenzielle Möbelkäufer zu seinem Einrichtungshaus in de Oststadt locken. Im Sommer 2020 will Ikea an der Durlacher Allee seine 54. Filiale in Deutschland eröffnen. | Foto: Ikea

Straßenumbau für Ikea

Der Elch lockt nicht nur Autos an

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Schon seit mehr als zwei Jahrzehnten will er nach Karlsruhe kommen. Jetzt dauert es immer noch zwei Jahre, bis der Elch endlich da ist. Im Sommer 2020 will Ikea an der Durlacher Allee aufmachen.

Bis dahin müssen die Autofahrer zwar keinen Elchtest mit ihrem Pkw auf der Durlacher Allee, dem Weinweg und der Gerwigstraße bestehen. Aber sie haben in diesem Oststadtviertel zwischen der Autobahn und dem Ostring ständig mit erheblichen Behinderungen und oft mit langen Staus zu rechnen. Ihre Stressbewältigung hinter dem Steuer wird also durch die Vorbereitungen auf den Möbel-Elch auf die Probe gestellt.

Es wird gebaggert

Auf dem 30 0000 Quadratmeter großen Bauplatz selbst herrscht bereits Hochbetrieb der Bagger, Kipper und Mischer. Dort wird bereits das Eisen für die Bodenplatte gebogen und erste Betonabschnitte gegossen. Bei einem „Bürgernachmittag“ informierte Ikea die Oststädter über das Projekt.

Bauplatz Ikea
GROSSBAUSTELLE an der Durlacher Allee (rechts): Auf dem Bauplatz wächst die erste Betondecke. Die Gerwigstraße (links vom Baufeld) ist Richtung Weinweg (über der Fläche) gesperrt. Das Ikea-Haus wird 153 Meter lang und 32 Meter hoch. | Foto: jodo

Verkehrsfrage entscheidend

„Die Verkehrsfrage ist entscheidend, das ist mir ganz wichtig“, sagte Bürgermeister Michael Obert. Deshalb habe man mit dem schlechtesten Fall kalkuliert. Die Kreuzung Durlacher Allee/Weinweg werde folglich so gestaltet, als würden 95 Prozent der Ikea-Kundschaft mit dem Auto kommen.

Nur 70 Prozent Autoanteil?

Dies entspricht einer üblichen Ikea-Filiale an der Autobahn wie in Walldorf. Das Karlsruher Schwedenhaus aber sei ganz anders – in Citynähe und kleiner. Eigentlich geht man deshalb bei Ikea Karlsruhe auch wegen der Straßenbahnanbindung direkt am Ikea-Eingang und wegen des hohen Radverkehranteils in der Fächerstadt nur von 70 Prozent Autoanteil aus.

Nummer 54  in Deutschland

Damit ab Sommer 2020 der Verkehr um die 54. Filiale des schwedischen Global Players in Deutschland also nicht der Verkehr zusammenbricht, wird nun der Straßenraum erweitert. Die drei Straßen werden entsprechend einem Verkehrsgutachten so umgebaut werden, damit der Verkehr im Karlsruher Möbelland nicht kollabiert.

Eingriffe in den Straßen

In der Gerwigstraße hat das große Buddeln bereits begonnen. Ihre Südseite wird bis in eineinhalb Meter Tiefe von Grund auf erneuert, deshalb ist sie vom Ostring bis zum Weinweg gesperrt. Noch in diesem Jahr kommt der Weinweg an die Reihe. Das Jahr 2019 bringt dann die stärksten Behinderungen:  Die Einmündung des Weinwegs in die Durlacher Allee wird umgebaut, die Straßenbahnhaltestelle „Weinweg“ barrierefrei ausgebaut und die Durlacher Allee selbst bei der ESG Frankonia mit Überdeckelung des Landgrabens verbreitert, damit dort Platz für eine zweite Linksabbiegespur in den Weinweg entsteht.

 Über 7000 Autos in der Spitze

Verkehrsgutachter Stefan Wammetsberger vom Büro Köhler/Leutwein erklärte beim Ikea-Infotermin , dass dadurch die Ampel für die von der Autobahn kommende Ikea-Kundschaft zur Staureduzierung länger grün bleiben könne. Die Durlacher Allee könne zwölf Prozent Verkehrszunahme  wegen Ikea durch maximal 7 100 Fahrzeuge am Tag auch deshalb verkraften, weil er nach Eröffnung des Autobahnanschlusses Nord im Jahr 2007 zwischen der A 5 und dem Weinweg um 25 Prozent von 60 000 auf 45 000 verringert habe.

„Ideale Lage“

Ikea-Projektleiterin Nicole Schaffelder spricht von „einer idealen Lage“ und „einer perfekten Anbindung“. Ikea bietet laut Schaffelder drei Parketagen in dem fünfgeschossigen Bau mit 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche mit 1 250 Plätzen. Daneben richte man 300 Radplätze ein. Auch Transportfahrräder könnten abgestellt werden. Dazu komme ein Mobilitäts- und Lieferservice. Ikea werde „der Fahrradstadt Karlsruhe“ gerecht, meint sie. Die einstige Mülldeponie in der Oststadt wurde mit 12 000 Bohrungen bis in acht Meter Tiefe auf Blindgänger untersucht. Nun werden 1 000 Bohrpfähle bis in elf Meter Tiefe zur Gründung des Baus eingebracht.

Ikea investiert 80 Millionen

„Ikea investiert 80 Millionen Euro in Karlsruhe und schafft rund 200 Arbeitsplätze“, sagt Ikea-Projektmanagerin Nicole Schaffelder. Weltweit betreibt der Konzern heute 355 Einrichtungshäuser in 29 Ländern. Der Konzern kommt republikweit auf 98 Millionen Besucher im Jahr und hat einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro.