Joachim Oesterle ist Pfarrer an der Karlsruher Markusgemeinde und gleichzeit Gospelpfarrer für den evangelischen Kirchenbezirk. An seiner Kirche gibt es jeden zweiten Sonntag im Monat einen Gospelgottesdienst. | Foto: lie

Joachim Oesterle und die Musik

Der Gospelpfarrer

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Einst war er selbst „einfacher“ Sänger im Chor „Gospels Unlimited“ von Blankenloch-Büchig. Über das Ensemble der evangelischen Heilig-Geist-Gemeinde fand Joachim Oesterle zu einer neue Stelle. Der Vikar und Religionslehrer wurde Pfarrer in jener Kirchengemeinde. Auf den Flügeln der jazzigen und souligen Kirchenmusik veränderte er sich 2015 erneut: Er trat die Pfarrstelle der Markusgemeinde in der Karlsruher Weststadt an. Und diese Stelle ist verbunden mit der Funktion als Gospelpfarrer an der Gospelkirche für den Kirchenbezirk.

Jeden zweiten Sonntag im Monat Gospelgottesdienst

„Immer am zweiten Sonntag im Monat findet der Gospelgottesdienst um 17.45 Uhr statt. Er hat eine eigene Liturgie und wird musikalisch von einem der 25 Gospelchöre aus der Region sowie von Vorsängern und Band unserer Gemeinde gestaltet. Dabei kommen bis zu 300 Zuhörer, die auch zum Mitsingen und sich bewegen aufgefordert sind -, umreißt der 53-Jährige das Projekt. „Es ist keine Ein-Mann-Show von mir, obwohl die organisatorischen Fäden in meinem Büro zusammenlaufen. So gibt es also kein Konzert einmal im Monat, sondern ein einen Gottesdienst mit Gospelmusik, der versucht, Glauben und Lebensfreude zu verbinden. Wir wollen die heutigen Menschen abholen“, sagt Oesterle.  Der nächste Gospelgottesdienst ist am 13. Mai mit „Effatah“ aus Rheinstetten

Das Angebot wird ab Herbst ausgebaut

Die Spezialgottesdienste nahmen 2010 ihren Anfang in der Amerikanerkirche der Nordweststadt. Seit 2012 ist die von Otto Bartning gebaute Hallenkirche am Weinbrennerplatz passender Ort für nicht nur schwungvollen Lieder in Englisch. Im vergangenen Jahr gründete sich an der Markuskirche sogar ein „Gospelchor Karlsruhe“. „Er soll wohl ab Herbst einen zweiten Gospelgottesdienst am Samstagabend gestalten“ berichtet Oesterle.

Ein weiter Weg zum Pfarrerberuf

Der schlanke sportliche Pfarrer nennt als seine Lieblingskomponisten BAP und Hermann van Veen. Die Zeit zum Mitsingen in einem Ensemble hat er nicht mehr, dafür hegt und pflegt er musikalische Blüten. So wie er es in seinem früheren Beruf als Gärtner getan hat. Oesterle legte einen etwas weiteren Weg zu Pfarrberuf zurück und erhielt, trotz eines christlichen Elternhauses – seine Mutter war Hausfrau, sein Vater Automechaniker – erst als Erwachsener die Taufe. Drei Schulabschlüsse von der Hauptschule bis zum Abitur und Zivildienst in einer Behinderteneinrichtung lagen vor dem Studium. Als sein liebstes Bibelzitat nennt er einen Satz von Paulus: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

Lange Zeit war Oesterle sehr aktiver Fußballer, inzwischen sind die scharf zu schießenden Bälle kleiner geworden. „Ich spiele für die eine Tischtennis-Mannschaft des Städtischen Klinikums“.

 

Im südbadischen Tutschfelden bei Herbolzheim wuchs der 53-jährige Joachim Oesterle mit vier Geschwistern auf. Nach der Hauptschule machte Oesterle eine Gärtnerlehre. Er holte mittlere Reife wie Abitur nach und studierte evangelische Theologie in Heidelberg. Er war Religionslehrer sowie Pfarrer in Blankenloch-Büchig. Seit 2015 ist er Pfarrer der Markusgemeinde Karlsruhe und Gospelpfarrer für den Bezirk. Oesterle ist verheiratet und hat zwei Kinder.