Sabine Kusterer will nach Tokio
Sabine Kusterer will nach Tokio | Foto: dpa

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Der lange Weg nach Tokio: Diese Karlsruher Sportler hoffen auf eine Olympia-Teilnahme

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Für viele Sportler sind die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio der absolute Saisonhöhepunkt. Wer aus Karlsruhe nach Japan fahren darf, steht aber noch lange nicht fest.

Lediglich zwei Jahre lang trug Fußballer Grischa Prömel das Trikot des Karlsruher SC. Doch im Sommer zwischen diesen beiden Spielzeiten sorgte der Mittelfeldspieler bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro für Furore und gewann mit dem deutschen Team die Silbermedaille.

Damit kehrte Prömel als einziger der drei Karlsruher Olympiateilnehmer mit Edelmetall in die Fächerstadt zurück.

Gewichtheberin Sabine Kusterer vom KSV Durlach errang einen achtbaren zehnten Rang und Turnerin Pauline Tratz von der Kunstturn Region Karlsruhe (KRK) kam über ihre Rolle als Ersatzathletin nicht hinaus.

Fünf Sportler sprechen über ihre Olympia-Hoffnungen

Wer die Fahnen der Fächerstadt bei den diesjährigen Sommerspielen vom 24. Juli bis zum 9. August in Tokio hochhält, steht noch nicht fest. Wie schwer der Weg zum Saisonhöhepunkt ist, machten Kusterer sowie SSC-Schwimmerin Giulia Goerigk, Mittelstreckenläufer Christoph Kessler von der LG Region Karlsruhe, KRK-Turnerin Leah Grießer und Kanute Saeid Fazloula von den Rheinbrüdern beim 21. Karlsruher Sportgespräch klar.

„Wer eine Verletzung hat, wird leicht nervös“

„Wer im Olympiajahr eine Verletzung hat, wird leicht nervös“, sagte Kusterer, die derzeit an einer hartnäckigen Oberschenkelzerrung laboriert. Die Hoffnung auf eine schnelle Genesung und eine Teilnahme am wichtigsten Sportereignis des Jahres habe sie aber noch lange nicht aufgegeben. Auch Kessler plagen derzeit Verletzungssorgen.

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Kessler will  bald wieder ins Training einsteigen

„In der kommenden Woche werde ich aber wieder mit Laufen anfangen. Dann muss ich meine Beine für den Sommer fit bekommen“, so Kessler. Fazloula muss außer den sportlichen noch einige bürokratische Hürden überwinden. Weil es mit seiner Einbürgerung in Deutschland nicht geklappt hat, braucht er nun erneut eine Freigabe von seinem Heimatland Iran. Nur dann kann er in Tokio in einem Flüchtlingsteam an den Start gehen.

Grießer und Goerigk mit geringen Chancen

„Tokio wird sehr schwer für mich. Denn bislang sehe ich mich noch nicht unter den vier besten Turnerinnen Deutschlands“, betonte Grießer. Den Kopf in den Sand stecken kommt für die Medizinstudentin allerdings nicht in Frage. Deshalb will sie bis zuletzt konsequent weitertrainieren.

„Die Qualifikationszeiten für Tokio sind sehr hart. Deshalb ist auch eher die Europameisterschaft mein Ziel“, sagte Goerigk.

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17 Sportler mit realistischen Chancen

Nach Einschätzung von Sportbürgermeister Martin Lenz haben insgesamt 17 Karlsruher Athleten eine realistische Chance auf eine Olympiateilnahme.

Außer dem Quintett beim Sportgespräch sind das die beiden Boxer Azize Nimani und Vincent Feigenbutz, die Kanuten Katinka Hofmann, Sarah Brüßler, Lina Bielicke, Sophie Koch, Jochen Wiehn und Xenia Jost, Weitspringer Julian Howard, Langstreckenläufer Markus Görger, Skateboarder Alex Mizurov und Tischtennisspieler Dang Qui.

„Leistung ist nicht trivial“, sagte Lenz. Zum einen müssten Training und Ausbildung unter einen Hut gebracht werden, zum anderen brauche man ein Quäntchen Glück und eine verletzungsfreie Vorbereitung.

Die Basis für eine erfolgreiche Sportstadt werde aber immer noch in den einzelnen Sportvereinen und in den Nachwuchsleistungszentren in der Stadt gelegt.