Seit einem Jahr im Amt als Rektor der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe: Klaus Peter Rippe lehrt Praktische Philosophie. Seine Spezialgebiete sind Wirtschafts- und Risiko-Ethik sowie die Tier-Mensch-Beziehung. Schon viele Jahre gehört er zu den Professoren an der Ausbildungsstätte für 3500 Studenten mit dem Lehramt als Ziel. | Foto: Pädagogische Hochschule/Thomas Schindel

PH-Rektor Klaus Peter Rippe

Der Philosoph an der Spitze

Anzeige

Zwei Katzenfiguren von Rosina Wachtmeister stehen auf dem Schreibtisch von Klaus Peter Rippe. Zu Hause hat er auch…, nein, respektvoller ausgedrückt „leben die Katzen Sybil und Humphrey mit uns“, sagt der Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe. Sein Fachgebiet ist die Philosophie und dabei ist er auf praktische Philosophie und Ethik spezialisiert. Auf Wirtschafts- und Risiko-Ethik. Auch Fragen der Mensch-Tier-Beziehung sind ein Schwerpunkt seines Nachdenkens und Forschens.

Ethik der Mensch-Tier-Beziehung nicht mehr exotisch

„Als ich 1991 dazu meine erste Veranstaltung an der Universität anbieten wollte, wurde das als zu exotisch abgelehnt. Das Thema ist heute geradezu in Mode“, meint der 58-Jährige. Das Fach Ethik wird an Schulen Baden-Württembergs wichtiger – und Fragen des Tierwohls interessieren Kinder und viele Menschen. Nach Abwägung aller Aspekte findet Rippe , dass es bestimmte, noch praktizierte, Tierversuche nicht mehr geben sollte.

Hesse aus dem Kaufmannsladen

Aus dem kleinen nordhessischen Ort Helsa stammt der PH-Chef. „Dort war ich im Gesang- und Geschichtsverein und habe sogar einen Bildband über unser Dorf herausgegeben“, erzählt Rippe, dessen Eltern die Menschen mit Milch und mehr im Kaufmannsladen versorgten. Während seines Studiums in Göttingen stand er vor der Frage, ob er in den politischen Betrieb als Referent bei der SPD einsteigen sollte. Er entschied sich für die Philosophie, aber für die praktische. In Saarbrücken, Mainz und Zürich dachte er über Ethik nach. „Dann hörte ich an der Uni auf und hatte eine Beratungsfirma in der Schweiz, die ethische Gutachten erstellte.“

Vom Streichkandidaten zum Rektor

In Zürich lernte Rippe seine deutsche Frau kenne und das Paar wohnt weiter gern in der größten Schweizer Stadt. Dort erlangte er auch die Lehrbefugnis als Professor. Seit 2008 pendelt der autolose Wissenschaftler wöchentlich nach Karlsruhe. Vor zwei Jahren sollte seine Stelle wegfallen. Es gab Widerstände, auch der Studenten. Durch einen Kompromiss blieb eine halbe Stelle erhalten Und der Streichkandidat wurde 2016 Rektor an der Bismarckstraße, wo 3500 junge Leute vor allem für Lehramt an Grund, Haupt-, und Realschulen ausgebildet werden. „Wir haben viel Zulauf von Studierenden und hohe Ansprüche von der Politik, weil das Bildungssystem in Baden-Württemberg als nicht mehr gut genug erachtet wird“, sagt Rippe. Auch „seine“ PH muss im Hochschulwettbewerb an Renommee weiter gewinnen und will gute Profs oder Dozenten länger halten.

Ein Filmfreak

Wenn die lange Tagesarbeit hinter Rippe liegt, dann legt der große Filmkenner gern eine DVD von alten Streifen ein. Beispielsweise mit Komödien von Ernst Lubitsch oder Billy Wilder im englischen Original. Und im Sommerurlaub geht es ebenfalls in englischsprachiges Gebiet: „Nach Oxford, Bücher kaufen.“

 

Seit  2016 ist Klaus Peter Rippe Rektor der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Er stammt aus einem nordhessischen Dorf, wo die Eltern einen Tante-Emma-Laden betrieben. Nach dem Abitur studierte er in Göttingen Philosophie, Geschichte und Völkerkunde und schloss 1989 mit dem Doktortitel ab. Er arbeite an Universitäten von  Mainz, Saarbrücken und Zürich. Er betrieb auch selbstständig eine Politikberatung  „Ethik im diskurs“ in der Schweiz und beriet Ämter oder Ministerien.  Seit 2008 wirkt Rippe er als Professor für Praktische Philosophie an der PH Karlsruhe.

Einen weiteren Karlsruher Hochschul-Chef, den Präsidenten des KIT,  finden Sie hier porträtiert: