Das Kunstwerk im Eingangsbereich der "Open Codes" Ausstellung zeigt die Vision der künftigen Arbeitswelt.
Das Kunstwerk im Eingangsbereich der "Open Codes" Ausstellung zeigt die Vision der künftigen Arbeitswelt. | Foto: Rake Hora

Arbeiten in der Zukunft

Der Unterschied liegt in der Schaffenskraft

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Möbel, die selbst wirken wie Kunstwerke. Gemütliche Sessel, moderne Plastik-Holz-Kombinationen und individuelle Bürostühle: Das Mobiliar der „Open Codes„-Ausstellung setzt Farbakzente und bildet einen Kontrast zur eher kühl wirkenden Technik.

„Die Menschen sollen sich wohlfühlen, damit sie sich hier gerne aufhalten“, erklärt Sven Kaun-Feederle, Sprecher der Karlsruher Einrichtungsfirma feco-feederle. In Kooperation mit dem Schweizer Möbelhersteller Vitra hat das Unternehmen die Lichthöfe des Zentrums für Kunst und Medien Karlsruhe in einen „Coworking Space“ verwandelt. Dieser Arbeitsraum kann gemeinsam von vielen und flexibel zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden.

Umgebung bestimmt die Arbeit

Denn mit der Digitalisierung verändert sich nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch ihr Umfeld. Wo und wie wird künftig gearbeitet? „Grundsätzlich überall, wenn die Umgebung stimmt“, ist Kaun-Feederle, überzeugt. Die Wohn- und Arbeitsecken sollen eine Einladung an Unternehmen aber auch an Privatpersonen sein, in den Ausstellungsräumen Meetings abzuhalten und die Atmosphäre zu nutzen.

Menschen sollen sich hier aufladen.

„Die Besucher sehen in der Ausstellung, wie die Geräte und Kunstwerke aufgeladen werden. Die Menschen sollen sich hier genauso aufladen“, sagt Kaun-Feederle. Eine Frage, die das Unternehmen bei der Planung moderner Arbeitsräume umtreibe: „Was unterscheidet uns von künstlicher Intelligenz?“ Kaun-Feederle vermutet: „Der Mensch unterscheidet sich in seiner Kreativität und Schaffenskraft.“

 

Platz für modernes Arbeiten hat Eva Hambsch von Vitra auch bei den "Open Codes" geschaffen.
Platz für modernes Arbeiten hat Eva Hambsch von Vitra auch bei den „Open Codes“ geschaffen. | Foto: Rake Hora

Impuls zur Gestaltung

Die Arbeitswelt der Zukunft beschäftigt auch Vitra, welches die Impulse zur Gestaltung der Arbeitslandschaft in der „Open Codes“ setzte. „Sogenannte Megatrends, wie die Digitalisierung oder der Gedanke gemeinsamer Nutzung von Ressourcen, haben wir in der Ausstellung umgesetzt“, erklärt Eva Hambsch, Gebietsverkufsleiterin von Vitra.

Ein Ort für Arbeit

„Unser Grundgedanken war es, die Open Codes als Experiment zu sehen und einen Coworking Space einzurichten“, erklärt Hambsch. „Arbeit braucht einen Ort“, betont sie. Jeder könne in den verschieden eingerichteten Bereichen die richtige Option für seine Arbeit finden. Der Bistrobereich sei zum Beispiel ein Ort der Begegnung, ein Dreh- und Angelpunkt im Büroalltag, erläutert Hambsch. Die hohen Lehnen der Sitzbereichen halten dagegen Lärm von dem fern, der Ruhe sucht.

Raumzonen für jeden Zweck

Zu erkennen seien fünf Raumzonen, berichtet Sven Kaun-Feederle: „Meeting“ für verabredete Treffen wie zum Beispiel im Acker Space oder Open Hub, „Konzentration“ mit Kojen und Sesseln, in die sich Einzelpersonen zurückziehen können, sowie der „Teambereich“ mit Sitzgelegenheiten, an denen gemeinschaftliches Arbeiten möglich ist. Zudem gibt es die Zone „Kommunikation“ für spontane Treffen mit Kollegen und „Inspiration“ zum Beispiel im Kaffeebereich und den Sessel-Lounges.

Begegnung im Coworking Space

„Fünf Metaphern, die für jeden etwas anderes bedeuten“, meint Kaun-Feederle. Diese Möbel würden Begegnung ermöglichen. „Das heißt nicht, dass jedes Unternehmen einen Coworking Space braucht, aber verschiedene Raumzonen.“ Auch für das Unternehmen sei es ein spannendes Experiment gewesen, wie die Raumzonen wahrgenommen werden. „Die Leute nutzen sie intuitiv richtig.“ Alle Möbel werden am Ende der Ausstellung verkauft, denn sie sind lediglich Leihgaben von Vitra. „Open Codes atomisiert sich so, der Gedanke geht in die Community über“, hofft Kaun-Feederle.