Sicherheitsabstand im Klassenzimmer: Pro Raum halten sich maximal zehn Schüler auf. Sie müssen nach der Prüfung schnellstmöglich das Gebäude verlassen. | Foto: jodo

Max-Planck-Gymnasium

Deutsch-Abi: Corona-Regeln beeinträchtigen Schüler in Rüppurr kaum

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Zu den allgemeinen Regeln beim Abitur kommen in diesem Jahr noch die Corona-Richtlinien dazu. Bei der Deutsch-Prüfung am Mittwoch zeigen sich die 92 Abiturienten des Max-Planck-Gymnasiums in Rüppurr davon relativ unbeeindruckt. Dennoch: Der nette Plausch im Gang nach der Prüfung ist nicht erlaubt.

Auf den Gängen des Max-Planck-Gymnasiums in Rüppurr ist es still. Noch. Die ersten Abiturienten tröpfeln nach der Deutsch-Prüfung am Mittwoch aus den Klassenzimmern. Pfeile am Boden zeigen den Schülern den Weg zum einzigen Ausgang. Dort steht ein Ständer mit Desinfektionsmittel neben mehreren Plakaten mit Hygieneregeln. Eines ist klar: Das Abitur 2020 findet unter ungewöhnlichen Umständen statt.

Zu den Prüfungsrichtlinien kommen die Corona-Regeln hinzu

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die 92 Abiturienten des Gymnasiums gleichmäßig auf zehn Räume verteilt. Statt etwa 20 Schülern pro Zimmer sind es in diesem Jahr maximal zehn. Zwischen den Tischen gibt es einen Mindestabstand von 1,50 Metern. Für die Prüfung nutzt das Max-Planck-Gymnasium einen eigenen Bereich des Gebäudes.

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Die Corona-Regeln kommen zu den allgemeinen Richtlinien bei der Prüfung dazu. Auch ohne das Virus gilt, dass zur gleichen Zeit nicht mehrere Abiturienten eines Kurses draußen sein dürfen. Zudem ist der Toilettenbesuch auf einen Schüler limitiert. Die Aufsicht im Gang wechsle alle zwei Stunden, erklärt Schulleiter Uwe Müller. „Bisher ist alles nach Plan gelaufen“, sagt er.

Die lange Ungewissheit, wann das Abitur wirklich stattfindet, war eine Herausforderung.

Tim Brath, Abiturient

13.50 Uhr, vor der Schule. Tim Brath hat seine Prüfungs-Blätter etwa eine halbe Stunde vor Prüfungsende abgegeben. Sein Thema: eine textgebundene Erörterung über soziale Medien. Brath ist mit der Prüfung zufrieden. „Nur die Vorbereitung war ungewöhnlich. Die lange Ungewissheit, wann das Abitur wirklich stattfindet, war eine Herausforderung“, erläutert er.

Die eigentliche Atmosphäre während der Prüfung habe sich dann nicht sonderlich von anderen Klausuren unterschieden. Einen Abstand hätte es bei den Tischen ohnehin gegeben – um das Abschreiben zu verhindern.

Abiturienten müssen zügig das Gelände verlassen

Mittlerweile strömen immer mehr Schüler aus dem Gebäude. Die Landesverordnung sieht vor, dass die Abiturienten zügig das Gelände verlassen. Tim Kudlocz läuft die Treppe am Ausgang hinunter. Mit seinem Essay ist er 15 Minuten vor Prüfungsende fertig geworden.

„Fünf Stunden für die Prüfung sind massig Zeit“, sagt er. Der durch die Corona-Krise fehlende Unterricht habe seine Vorbereitung nicht beeinträchtigt. Zum Glück hatte das Lernen in den eigenen vier Wänden für die Abiturienten aber ein Ende.

Unter strikten Richtlinien wurde der Unterricht zunächst für die Abschlussklassen wieder aufgenommen. In diesem Jahr schreiben 1.025 Schüler an allgemein bildenden Gymnasien in Karlsruhe Abitur. 378 sind es an den beruflichen Gymnasium im Stadtgebiet.

Verlängerte Vorbereitungszeit durch Corona

Hanna Bernreuther, Abiturientin des Max-Planck-Gymnasiums, hat sich an die neuen Gegebenheiten wie die Einbahnsysteme im Schulgebäude oder die Hygiene-Plakate bereits gewöhnt. Sie sieht im Abitur während Corona-Zeiten sogar Vorteile. „Ich habe es als sehr angenehm empfunden, dass in den Zimmern nicht so viele Schüler saßen“, betont Bernreuther.

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Zudem sei die Vorbereitungszeit für die einzelnen Fächer durch die verschobenen Prüfungen verlängert worden. Homeschooling war für Bernreuther anfangs eine echte Herausforderung – mit der Zeit gewöhnte sie sich aber daran. Die Abiturientin schreibt am Mittwoch bis zum Schluss. Um 14.15 Uhr ist für sie das Deutsch-Abitur beendet.

Reinigung vor jeder Prüfung

Am Montag war bereits die Spanisch-Prüfung dran. In den kommenden Tagen folgen dann die anderen Fächer. Mathe steht am 26. Mai auf dem Plan, die vierstündigen Wahlfächer werden am 28. Mai geprüft. Den Abschluss der schriftlichen Prüfungen macht das Fach Latein am 29. Mai. Vor jeder Prüfung müssen die Räume und Tische laut der Landesverordnung gereinigt werden. Am 20. Juli findet die mündliche Prüfung statt.

„Ende Juli bekommen die Schüler dann ihr Abschlusszeugnis“, erläutert Uwe Müller. Der Abi-Ball und sonstige Feierlichkeiten müssten in diesem Jahr zum Bedauern der Schüler und Lehrer aller Wahrscheinlichkeit nach aber ausfallen, so der Schulleiter weiter.