Fahrradstation
Für die Fahrradstation Süd im Hauptbahnhof Karlsruhe, die im April 2018 eröffnet wurde, hat Karlsruhe jetzt den Deutschen Fahrradpreis 2020 erhalten. | Foto: jodo

Karlsruhe gewinnt Fahrradpreis

Deutscher Fahrradpreis für Parkstation im Hauptbahnhof Karlsruhe

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Karlsruhe hat den Deutschen Fahrradpreis 2020 erhalten. Das verschafft der Radverkehrsförderung in der fahrradfreundlichsten Großstadt Deutschlands erneut bundesweit Aufmerksamkeit. Den ersten Platz in der Kategorie Infrastruktur erringt die Stadt mit der Fahrradstation Süd.

Die Fahrradstation Süd bietet seit 2018 im früheren Parkhaus P 3 im Hauptbahnhof Karlsruhe 680 Fahrradstellplätze, eine Reparaturstation und Schließfächer direkt beim öffentlichen Nahverkehr.

Der Service mache den Umstieg aufs Rad noch attraktiver, so Karola Lambeck, Radverkehrsbeauftragte im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Auszeichnung zeige, dass Karlsruhe „auf der richtigen Spur“ sei, so Bürgermeister Daniel Fluhrer.


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Fahrradstation statt Parkhaus: Richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt

„Die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt“ platziert – so beschreibt Ulrich Wagner, dessen Abteilung im Stadtplanungsamt für den Ausbau des Radverkehrs zuständig ist, die Vorgeschichte der hell und farbig gestalteten Fahrradstation.

Wesentlich beteiligt war auch die städtische Fächer GmbH. Deren Geschäftsführer Klaus Lehmann und die Projektleiterin Saskia Nurie nahmen den Preis in Essen von der Ministeriumsbeauftragten Lambeck entgegen.

Wir sind bereit, auch mal Infrastruktur fürs Fahrrad zu schaffen statt für Autoverkehr.

Ulrich Wagner, Radverkehrsplaner im Karlsruher Rathaus

Der Preisgewinn sei auch ein politisches Zeichen, sagt Wagner. Die Fahrradstation sei anstelle „weniger Autoparkplätze in bester Lage“ entstanden. „Wir sind bereit, auch mal Infrastruktur fürs Fahrrad zu schaffen statt für Autoverkehr“, unterstreicht der Stadtplaner.

Mehr zum Thema: Karlsruhe war auch 2019 die freundlichste Stadt für Radler

Die Idee, aus einer Tiefgarage für Autos ein attraktives Servicehaus für Fahrräder zu machen, überzeugte die Jury ob ihres Modellcharakters. „Es ist uns gelungen, innerhalb von nur zehn Monaten Planungs- und Bauzeit aus 38 Autoparkplätzen Raum für 680 Fahrräder zu schaffen“, sagt Lehmann. Das gestalterische Konzept erzeuge in Verbindung mit der Beleuchtung und einer prägnanten Farbgebung „eine stets freundliche Wahrnehmung des Raums“. Heute erinnere nichts mehr daran, dass dort einmal das „etwas in die Jahre gekommene“ Parkhaus für Autos untergebracht war.

1.100 Fahrradparkplätze in zwei Stationen

Zusammen mit der Fahrradstation Nord bietet die Stadt nun mehr als 1.100 sichere und geschützte Fahrradparkplätze am Hauptbahnhof. Schon seit 2007 parken Radler ihre Fahrräder im Norden des Hauptbahnhofs auf 440 Stellplätzen im Osttunnel mit direktem Zugang zu den Bahngleisen. Als Serviceangebote gibt es dort Schließfächer zu mieten und eine Möglichkeit, Reifen aufzupumpen.

„Einmal mehr zeigt die Auszeichnung, dass wir in Karlsruhe auf der richtigen Spur radeln“, kommentiert Karlsruhes Baubürgermeister Daniel Fluhrer den neuerlichen Erfolg bei einem bundesweiten Radwettbewerb. „Damit uns dies auch zukünftig gelingt, erstellen wir derzeit einen neuen Aktionsplan für den Fuß- und Radverkehr“, erklärt Fluhrer.

Fahrradstation im Parkhaus P3 in Karlsruhe öffnete bereits im April 2018

Im April 2018 eröffnete die Fahrradstation Süd. Gründe waren der steigende Bedarf an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie die großflächigen, auch heute noch nicht beendeten Umstrukturierungen des Areals rund um den Hauptbahnhof Süd.

Die Fächer GmbH als Betreiberin der umliegenden Parkgaragen sowie der Fahrradstation im Norden realisierte den Umbau zusammen mit dem Architekturbüro TAFKAL GmbH. In der neuen Fahrradstation gibt es auch Stellplätze für Sonderfahrräder. In Servicebereichen finden Radfahrer Werkzeug, Schließfächer, einen Nebenraum zum Umkleiden und Lademöglichkeiten für E-Bikes. Die Einfahrt befindet sich am südlichen Bahnhofplatz westlich des Bahnhofzugangs. Der Ausgang führt direkt zur Fußgängerpassage im Hauptbahnhof.

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Das gestalterische Konzept des Architekturbüros beinhaltet eine prägnante Farbgebung. Sie unterteilt die Fläche in fünf Farbzonen. Eine Grafik aus Linien und Kreisen erinnert gestalterisch an die Linienpläne des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV). Sie wurde auch als offizielles Logo für die Fahrradstationen übernommen. Durchgängig hell ausgeleuchtet, sollen die Räume in Verbindung mit der kräftigen Farbgebung freundlich wirken.

Deutscher Fahrradpreis will Radverkehr in Deutschland fördern

Der Deutsche Fahrradpreis geht an modellhafte Projekte der Radverkehrsförderung in den Kategorien Infrastruktur, Service und Kommunikation. Der erste Platz ist mit 3.000 Euro dotiert. 110 Bewerber konkurrierten um die Auszeichnungen.

Service
Die Tageskarte für die Fahrradstationen in Karlsruhe kostet einen Euro. Für eine Monatskarte werden 8,50 Euro verlangt, eine Jahreskarte ist für 75 Euro zu erwerben. Ein Semesterticket kostet 35 Euro.