Betagte Lady: Im Jahr 1921 wurde die Dampflok 58 311 in der Maschinenfabrik Karlsruhe gebaut. Aus dieser Baureihe ist nur noch dieses Exemplar fahrbereit.
Betagte Lady: Im Jahr 1921 wurde die Dampflok 58 311 in der Maschinenfabrik Karlsruhe gebaut. Aus dieser Baureihe ist nur noch dieses Exemplar fahrbereit. | Foto: Bernd Kamleitner

1921 in Karlsruhe gebaut

Die badische Dampflok G12-58 311 ist eine Rarität

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Die Lady ist eine echte Rarität – und nach fast zweijähriger Abwesenheit war sie am Sonntag (8. Juli 2018) wieder in Karlsruhe und der Region zu sehen. Die Dampflok G 12-58 311, die vier voll besetzte Wagen von Karlsruhe über Rastatt und Gaggenau bis nach Baiersbronn zog, hatte nicht nur an den Bahnsteigen, sondern auch entlang der Strecke viele Bewunderer, die das außergewöhnliche Ereignis im Bild oder im Film festhielten. Zwischen Baiersbronn und Forbach-Raumünzach gab es zudem noch eine Pendelfahrt.

  • Hat 1540 PS im Griff: Heiko Waiß im Führerstand der Dampflok 58 311 aus dem Jahr 1921.
  • Die machen weiter: Lokführer Heiko Waiß (links) Heizer-Azubi Alice Merkle und Heizer Lukas Moriz.
  • Roland Brunnecker von der Dampfnostalgie Karlsruhe halten die 58 311 in Schuss. Die Eisenbahnfans sind in einer Sektion der Ulmer Eisenbahnfreunde organisiert.
  • Im Jahr 1921 wurde die 58 311 bei der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe gebaut - im Einsatz war das Dampfross zunächst als Güterzuglok.
  • Wasser marsch: Die 58 311 wird am Bahnhof in Baiersbronn an einem historischen Wasserkran mit Wasser betankt.
  • Ein echter Hingucker: Die badische Dampflok 58 311 bei der Einfahrt am Sonntag, 8. Juli 2018, in den Bahnhof Gaggenau. Nach fast zweijähriger Abwesenheit war die Eisenbahn-Rarität wieder im Einsatz.
  • Hoch die Tassen: Ralf Semling von Dampfnostalgie Karlsruhe zeigt Tassen mit Dampflokaufdruck. Der Reinerlös aus dem Verkauf der Souvenirs fließt in die Unterhaltung von Loks und Wagen.
  • Ein schöner Schluss: Das Ende des Sonderzuges, der am Sonntag, 8. Juli 2018, von Karlsruhe ins Murgtal bis nach Baiersbronn fuhr.
  • Die Tour in den Schwarzwald ist anstrengend: Die Dampflok G12 58 311 hat für die Sonderfahrt von Karlsruhe nach Baiersbronn rund sechs Tonnen Kohle im Tender.
  • Rummel wie bei einem Star: Die Dampflok wird in Baiersbronn von Eisenbahnfans fotografiert.
  • Eisenbahn-Nostalgie: Einen früheren Eilzugswagen der Bahn vom Typ Bye 667 haben die Eisenbahnfans zum Speisewagen umgebaut - mit eigener Küche.
  • Eine frühere Ölkanne haben die Eisenbahnfreunde zur Spendendose umfunktioniert. Mit den Spenden und den Einnahmen aus den Sonderfahrten finanzieren sie ihre Arbeit.
  • Faszinierende Technik: Die badische G12 58311 ist nach fast eineinhalbjähriger Ausfallzeit wieder im Einsatz.
  • Noch in Betrieb sind diese Ölkannen - im Führerstand der badischen G 12 58 311.

Die einstige Güterzuglok wurde im Jahr 1921 in der Maschinenfabrik Karlsruhe gebaut und ist inzwischen im Besitz der Dampfnostalgie Karlsruhe. Dahinter verbergen sich Eisenbahnfreunde, die in der Fächerstadt als eine Sektion der Ulmer Eisenbahnfreunde organisiert sind.

Die 58 311 ist die einzige noch fahrbereite Lok ihrer Bauart

Die 58 311 ist die einzige Lok ihrer Bauart, die noch fahrbereit ist. Ein baugleiches Exemplar steht im Eisenbahnmuseum in Chemnitz-Hilbertsdorf und ist seit 1976 außer Betrieb. Für die Kesselhauptuntersuchung war die Lok der Karlsruher Eisenbahnfreunde fast eineinhalb Jahre außer Betrieb – statt der zunächst geplanten vier Monate.

Weitere Sonderfahrten geplant

Weitere Sonderfahrten mit der Eisenbahn-Rarität sind geplant. Unter anderem wird die 1 540 PS starke Lok auch bei den Bahnhofsfesten in Bad Herrenalb (18. und 19. August) sowie in Baiersbronn (2. September) zu sehen sein.

Eisenbahnfans fieber Bergung der versunkenen Lok entgegen

Natürlich verfolgen die Eisenbahnfans von Dampfnostalgie Karlsruhe auch aufmerksam die geplante Bergung der im Rhein beim Philippsburg-Rheinsheim versunkenen Dampflok. „Wir sind alle große Eisenbahnbegeisterte“, bestätigt Sektionsleiter Roland Brunnecker. Die Lok Rhein krachte am 14. Februar 1852 bei der Überführung mit einem Schiff von Karlsruhe nach Köln bei einem Unwetter in der Fluss. Dort liegt sie noch heute. Am 21. Oktober soll das Stahlross, das in der Maschinenfabrik Keßler in Karlsruhe gebaut wurde, geborgen werden.

So könnte die im Rhein versunkene Lok ausgesehen haben. Unser Bild zeigt ein Modell im Maßstab 1:10. Am 21. Oktober 2018 soll der Eisenbahnschatz aus dem Rhein geborgen werden.

Dass die dann älteste noch erhaltene deutsche Dampflok wieder einmal auf Gleisen fahren wird, glaubt Brunnecker aber nicht: „Die Restaurierung wäre zu aufwändig. Das wäre praktisch ein Neubau.“ Wenn die Bergung der Lok Rhein wie geplant gelingt, dann soll sie nach einer Restaurierung im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein ausgestellt werden  – das ist der Traum der „Jäger der versunkenen Lok“, die schon seit Jahrzehnten auf der Spur der Lok Rhein sind.

www.dampfnostalgie-karlsruhe.de