Verknüpfung im Westen: Am Mühlburger Tor sind jetzt die oberirdischen Gleise mit den Schienen auf der Rampe in den U-Strab-Tunnel verbunden worden. Die oberirdisch neben der Rampe laufenden Gleise sind durch Weichen angeschlossen. Erst in zwei Jahren sollen tatsächlich Bahnen in die Röhre rollen.
Verknüpfung im Westen: Am Mühlburger Tor sind jetzt die oberirdischen Gleise mit den Schienen auf der Rampe in den U-Strab-Tunnel verbunden worden. Die oberirdisch neben der Rampe laufenden Gleise sind durch Weichen angeschlossen. Erst in zwei Jahren sollen tatsächlich Bahnen in die Röhre rollen. | Foto: jodo

Wichtige Etappe geschafft

Die ersten U-Strab-Gleise führen in den Tunnel

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Die U-Strab ist angeschlossen. Seit diesen Sommertagen, neuneinhalb Jahre nach Beginn des Stadtumbaus per Karlsruher Kombilösung, führen die Straßenbahnschienen in den Tunnel. Am Mühlburger Tor ist es vollbracht. Zwei Jahre vor der geplanten Inbetriebnahme der U-Strab haben die Karlsruher Verkehrsgestalter damit eine wichtige Etappe auf dem langen Weg zur Kombistadt geschafft.

Eigentlich kann eine Bahn ab sofort am Westportal geradewegs aus der Kaiserallee in die Röhre abtauchen. Und für die Bahnen, die oberirdisch Richtung Gleisrondell Kaiserplatz um Wilhelm I. hoch zu Ross rollen, wird die Weiche zum Rechtsschwenk um den Tunnelmund gestellt. In Wirklichkeit aber läuft auf der Untergrundschiene bis 2021, wenn zumindest der Probebetrieb aufgenommen wird, nichts. Fehlen doch vorerst die Oberleitungen unter dem Tunneldach und die Signale am Stollenportal.

Streckensperrungen dauern bis Ferienende

Auch oberirdisch bleiben die Gleise zwischen Schillerstraße und Europaplatz noch bis Ferienende am 11. September wegen weiterer Bauarbeiten stillgelegt. Die Passagiere müssen also noch gut vier Wochen mit den Umleitungen der Bahnen besonders im Westen der Kernstadt leben. Übrigens sind auch die Anschlüsse der U-Strab im Osten und Süden nahe: Die Kombi-Bauherrin Kasig plant diesen Gleisbau in der Durlacher Allee beim Gottesauer Platz in den Herbstferien und für die Ettlinger Straße südlich der Zoodirektion ebenfalls noch in diesem Jahr.

Große Fortschritte zeigen sich auch auf der zweiten Gleisbaustelle im Westen der City, beim Schienentausch in Regie der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) zwischen Europaplatz und Kaiserplatz. Auf dem Abschnitt von der Douglas- bis zur Hirschstraße ist nach zwei Sommerferienwochen ein Strang bereits erneuert – und beim anderen Gleis sind auch schon die neuen Schienen gelegt. Jetzt verschweißen die Arbeiter das neue Eisen mit dem bestehenden Stahlweg, bevor der Asphalt für die Autofahrbahn wieder komplettiert wird.

Gleisbau in der Kaiserstraße zwischen Douglasstraße und Hirschstraße:

Der sommerliche Schienenwechsel läuft in der westlichen Kaiserstraße zwischen der Douglas- und der Hirschstraße auf Hochtouren.
Der sommerliche Schienenwechsel läuft in der westlichen Kaiserstraße zwischen der Douglas- und der Hirschstraße auf Hochtouren. | Foto: jodo

Dieser Schienenwechsel läuft deshalb so schnell, weil am Unterbau nichts verändert wird. Hat man doch dort den Schienen vor rund zwölf Jahren erstmals in Karlsruhe ein dauerhaft stabiles Bett aus Betonplatten gemacht. Außerdem folgt im Westen Ende August eine weitere Sommerbauphase mit dem Schienenwechsel in der Kaiserallee zwischen Gleisdreieck am Abzweig der Nordstadtbahn an der Grashofstraße sowie dem Dreieck am Abzweig der Oberreutlinie an der Schillerstraße, derzeit die große Umleitungsroute für die Bahnen.

KA-West: Ab 11. September fahren Bahnen wieder auf vertrauten Linien

Zum Beginn des neuen Schuljahrs am 11. September wollen die VBK die Bahnen zumindest im Westen wieder auf den vertrauten Linienwegen laufen lassen. Auch in diesem Sommerprogramm von Kasig und VBK fehlt indessen der Bau der oberirdischen Haltestelle „Hirschstraße“ in der Kaiserstraße. Nach der Verschiebung der Haltestelle „Mühlburger Tor“ um 300 Meter nach Westen vor das Helmholtz-Gymnasium gehört diese Station zum U-Strab-Programm, damit oberirdisch keine fast ein Kilometer große Lücke bis zur Station „Europaplatz“ klafft.

Doch das Ringen der Ämter im Rathaus hat dieses Teilprojekt über Jahre verzögert. Bis zur U-Strab-Inbetriebnahme 2021 möchte man aber auch diese Aufgabe abgearbeitet haben. Will die Stadtplanung doch die Kaiserstraße zwischen Hirschstraße und Kaiserplatz, wo die Haltestelle geplant ist, zur Fußgängerzone machen. Dagegen sollen zwischen Europaplatz und Hirschstraße auch in der weiteren Zukunft Autos fahren dürfen.