Mit längeren Betriebszeiten bereiten sich die Mitarbeiter der Fähre "Baden-Pfalz" auf das kommende Wochenende vor. | Foto: Julia Weidemann

Rettungsanker für Autofahrer

Die Fähre „Baden-Pfalz“ ist während der Arbeiten an der Rheinbrücke bei „Grenzgängern“ gefragt

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Mit geschickten Zügen manövriert er die Fähre an den Anleger in Neuburgweier. Noch bevor er die Schranke öffnet, stehen Autos, Fußgänger und Radfahrer ungeduldig Schlange. Marc Freiwald ist Inhaber und Schiffsführer der „Baden-Pfalz“.

Seit 2004 gibt es die Fähre zwischen Neuburg und Neuburgweier. Doch noch nie war sie so wertvoll wie heute. Während der Sanierung der Rheinbrücke, insbesondere wenn diese voll gesperrt wird, ist der Familienbetrieb der Freiwalds der Rettungsanker für viele Pendler.

900 Fahrzeuge an einem Tag

„Im Schnitt mussten die Fahrgäste bei der Vollsperrung der Rheinbrücke vergangenes Wochenende mit einer Wartezeit von 25 Minuten rechnen“, sagt Marc Freiwald. Allein 900 Fahrzeuge brachte das Schiff letzten Samstag von einem Bundesland zum anderen – sechsmal so viele wie im normalen Tagesbetrieb. Fahrradfahrer hingegen hat er aufgrund des schlechten Wetters recht wenige über den Rhein transportiert.

Marc Freiwald hat für die Zeit der Rheinbrückensanierung die Betriebszeiten erweitert. An den Wochenenden, an denen die Brücke komplett gesperrt ist, hat er sogar von sechs bis 22 Uhr geöffnet. Für ihn selbst stellt die Sanierung der Rheinbrücke immer wieder eine Herausforderung dar, da er nur aus den Medien über die Vollsperrungen informiert wird. Da er aber weiß, dass die Pendler gerade in so einer Zeit auf ihn zählen und er viele Stammkunden hat, liegt es ihm am Herzen, dementsprechend zu reagieren, Fährzeiten anzupassen und mehr Personal zu organisieren.

Wartezeiten so kurz wie möglich

An normalen Betriebstagen reichen ein Schiffsführer und ein Kassierer aus. In besonderen Fällen wie der Rheinbrückensperrung wird in Schichten gearbeitet. Zusätzlich setzt Freiwald weitere Kassierer ein, um Wartezeiten zu verkürzen. Wie wichtig ihm seine Kunden sind, sieht man daran, dass er auch nach Feierabend noch für ein einzelnes Auto über den Rhein schippert. „Ich will zufriedene Fahrgäste“, sagt er.

Marc Freiwald ist Fährmann in zweiter Generation. Die „Baden-Pfalz“ in Neuburg hat er 2009 von seinem Vater übernommen. Die Schnelllastfähre „Peter Pan“ in Leimersheim betreibt nach wie vor Freiwald Senior, jedoch mit Hilfe seines Sohnes.

Autofahrer dankbar

Früher war die „Baden-Pfalz“ eine reine Fahrradfähre. Erst seit 15 Jahren transportiert sie Autos. Und jeder, der an Ostern über den Rhein will, ist dankbar dafür. Fürs Wochenende erwartet Freiwald, dass die Fähre nicht nur von zahlreichen Autofahrern, sondern vor allem von vielen Radfahrern genutzt werden wird – wie in den Ursprüngen. „An Ostern sind meist mehr Radler unterwegs, zudem scheint die Sonne.“

Fahrzeiten der „Baden-Pfalz“ (Neuburgweier – Neuburg) und der „Peter Pan“ (Leopoldshafen – Leimersheim):
• Karfreitag: 10 – 19 Uhr
• Ostersamstag: 6 – 22 Uhr
• Ostersonntag: 6 – 22 Uhr
• Ostermontag: 10 – 19 Uhr