Über die Pfadfinder St. Georg fand Nina Werner zur katholischen Kirche. Erst mit 18 Jahren wurde sie getauft. Heute ist die Erzieherin sehr engangiert in kirchlichen Gremien. Seit drei Jahren führt sie nach einer Kampfabstimmung den Dekanatsrat, die Vertretung von 138 000 katholischen Bewohnern von Karlsruhe, Ettlingen, Rheinstetten und dem Albtal. | Foto: lie

Nina Werner führt Dekanatsrat

Die Familie staunte über ihren Glauben

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Auf eine Ereignis im Advent freut sich Nina Werner immer ganz besonders: „Wenn das Friedenslicht aus Bethlehem in Karlsruhe ankommt. Das ist am dritten Adventssonntag, da können Sie dann eine voll besetzte Kirche St. Stephan erleben und alle nehmen ihr Friedenslicht mit nach Hause“, berichtet Werner über den Termin am 16. Dezember um 14 Uhr. „Wir Pfadfinderinnen und Pfadfinder setzen damit ein sehr bewegenden Zeichen für Völkerverständigung.“

Die Familie staunte über ihren Glauben

Über die katholischen Pfadfinder St. Georg kam die 39-Jährige mit Glauben und Kirche in Verbindung. „Ich wuchs in einer nicht-religiösen Familie auf. Mit sieben Jahren ging ich mal zur Gruppenstunde – und bin zur Verwunderung meiner Eltern gern dabei geblieben, mit hellblauem Hemd und blauem Halstuch. Getauft wurde ich dann erst mit 18 Jahren“. Der etwas andere Weg führte die Erzieherin inzwischen an die Spitze des Dekanatsrats Karlsruhe. Das ist die Vertretung von 138 000 Katholiken von Karlsruhe, Ettlingen, Rheinstetten und einigen Albtalgemeinden. Gemeinsam mit Pfarrer und Dekan Hubert Streckert berät er aller Fragen von regionaler und grundsätzlicher Bedeutung.

Mutig kandidiert

Die Pfarrgemeinden sowie die Verbände sind im Gremium vertreten. Ein Vorstand, wieder mit Werner vorne dran, lenkt die „Alltagsgeschäfte“ des Rats. Bevor die in Mühlburg aufgewachsene Frau vor drei Jahren ins Amt gewählt wurde, musste sich mutig-konsequent sein: Sie kandidierte gegen den amtierenden Vorsitzenden – und erhielt eine Mehrheit.
„Mir und uns liegt am Herzen, dass wir gute Beispiele für moderne kirchliche Arbeit herausstellen und ehrlich registrieren, wie wir als Katholiken gesehen werden.“ Missbrauchskandale belasten das Bild der katholischen Kirche auch im Erzbistum Freiburg. Nina Werner hat innerhalb der Pfadfinder und der katholischen Jugend lange Prävention vor Gewalt und Angstmache selbst unterrichtet. Selbstbewusst greift sie auf, was ihr im Kirchenleben wichtig ist.

Nähen ist ihr Hobby

Wo besucht sie den sonntäglichen Gottesdienst? „Ich bin da, wo es gute Angebote gibt. Das kann St. Michael in der Südweststadt sein, St. Stephan oder Unsere Liebe Frau in der Südstadt, wo ich das Kinderkrippenspiel an Heiligabend mit vorbereite.“
Beschäftigung mit Kindern ist ihre alltägliche Aufgabe als Leiterin des Sonnenkindergartens Oberreut mit 70 kleinen Besuchern. Für die nötige Entschleunigung sorgen Sonntagnachmittage mit Freunden und Leben ohne Blick aufs TV-Programm. Auch beim Singen mit „francesco-vocale“ oder beim Nähen findet die fröhliche Katholikin Entspannung, bevor wieder Ehrenämter warten: „Sitzungen machen mir dabei oft Spaß, weil ich gern etwas bewege.“

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In Mühlburg wuchs die 1979 geborene Nina Werner, die Mutter war Lehrerin, der Vater Hausverwalter. Werner besuchte die Drais-Realschule und wurde Erzieherin. Sie arbeitete in Karlsruher Kindergärten wie St. Elisabeth und St. Fidelis. Inzwischen leitet sie den Sonnenkindergarten Oberreut. Mit sieben kam sie zu den katholischen Pfadfindern, engagierte sich bei den jungen Katholiken (BDKJ). Seit drei Jahren ist sie Vorsitzende des Dekanatsrats Karlsruhe.