"Mami und die Papperlapapis" bei ihrem Straßenkonzert in Karlsruhe. | Foto: ww

Mami und die Papperlapapis

Die singenden Eltern

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Irgendwann Ende der 60er Jahre hatte die amerikanische Popgruppe „The Mamas and the Papas“ große Erfolge mit Songs wie „California Dreamin’“ oder „Monday, Monday“. Rund 50 Jahre danach will jetzt die neue Karlsruher Combo „Mama und die Papperlapapis“ richtig durchstarten: Und zwar mit Musik für kleine und große Leute. Die Mitglieder der Band mit dem etwas schrägen Namen sind keine Unbekannten: Sandie Wollasch, Claus Bubik, Jochen Seiterle, Markus Schramhauer und Marcel Millot sind seit rund 20 Jahren als „Groove Incorporation“ eine feste Größe in der Region. Für das aktuelle Projekt kam noch der Brühler Soulsänger Dominik Steegmüller hinzu.

„Wir sind alle Eltern“

„Alle in unserer Band sind innerhalb eines Zeitraums von nur eineinhalb Jahren Eltern geworden“, erzählt Sandie Wollasch. Eines Tages hatte sich bei einem Konzert im Backstage-Bereich der Band wie von Zauberhand ein Kinderflohmarkt, oder besser gesagt eine Tauschbörse der Musiker gebildet. Jeder hatte – ohne Absprache – ein zu klein gewordenes Kinderkleidungsstück oder ein nicht mehr geliebtes Spielzeug und Ähnliches mitgebracht, weil es vielleicht zu einem der anderen Musikersprösslinge besser passen könnte. „Und plötzlich merkten wir, dass sich bei uns alles nur noch ums Thema Kinder dreht“, lacht die Sängerin. Der Fall war klar: Eine CD für die lieben Kleinen musste her. „Etwas Bleibendes“ sollte es werden, etwas, was man sich auch als Erwachsener in vielen Jahren noch gerne anhört. Und vor allem: Es musste handgemacht sein, nicht von Computern.

Beliebte Schlaflieder

Natürlich wussten die jungen Eltern längst, dass es einen Riesenspaß macht, für oder mit Kindern zu musizieren – alle hatten ja schon öfters abends das ein oder andere Wiegenlied für die (und mit den) Kleinen zum Einschlafen gesungen. Also mussten auf alle Fälle auch Schlaflieder auf der geplanten CD sein. Was mögen Kinder sonst noch? Tiere natürlich! Also sollten selbstverständlich auch Tierlieder dabei sein. Und Lieder zum Mitsingen? Sollte es natürlich auch genug geben.

„Wer hat die Kokosnuss geklaut?“

Nun ist die CD aufgenommen und veröffentlicht: Geboten wird eine bunte Mischung aus alten, sehr bekannten Kinderliedern und neuen Songs, die die Band eigens für das Album geschrieben hat. Der Gassenhauer „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ fehlt ebenso wenig wie der Mary-Poppins-Klassiker „Chim Chim Cheree“ oder Kinder-Hits wie „La Le Lu“. Mit dem herrlichen Witz-Lied „13 kleine Affen“ ist sogar ein Lied der einstigen Blödelband „Insterburg und Co“ vertreten. Besonders gut als Schlaflied eignet sich übrigens das gleichnamige, wunderschöne „Schlaflied“, mit dem schon Max Raabe in der „Sesamstraße“ Ernie und Bert in den Traum gesungen hat.

„Jaguar Jim“ ist auch mit dabei

Mindestens genauso charmant wie die alten Songs sind auch die eigenen Kreationen: „Seit fast zwei Jahrzehnten machen mein Mann Claus Bubik und ich gemeinsam Musik“, erzählt Wollasch. „Aber für diese CD haben wir zum ersten Mal gemeinsam ein Lied geschrieben.“ Mit „Jaguar Jim“ befolgten die beiden Musiker übrigens einen Befehl ihres Sohnes Bela, der auf einem Song über sein derzeitiges Lieblingstier bestand.

Auch der SWR hat Interesse

Die ersten Konzerte haben „Mami und die Papperlapapis“ schon absolviert. Live präsentiert wurde die CD erstmals vor wenigen Tagen bei einem Konzert mitten in der Karlsruher Weststadt. Das Publikum, meist Eltern mit Kindern im Alter von eins bis acht, saßen auf dem Bürgersteig oder standen auf der Straße, die Stimmung war fröhlich und friedlich, es wurde mitgeklatscht und mitgesungen. „Das sind wahre Glücksmomente“, sagt Sandie Wollasch. Und von denen soll es noch viele weitere geben, denn die Band möchte in Zukunft gerne in vielen Kindergärten oder Kitas auftreten. Auch der SWR ist auf die Combo aufmerksam geworden. Er wird in den nächsten Tagen einen Fernsehbeitrag ausstrahlen. Wer weiß, vielleicht werden „Mami und die Papperlapapis“ ja bald so berühmt sein wie „The Mamas and the Papas“. Und wenn nicht, freuen wir uns trotzdem über die CD.

 

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