U-Strab
STAHL FÜR DIE BETONRÖHRE: Ein Tieflader liefert Schienen für die U-Strab. An der Rampe beim Gottesauer Platz ist er in die Röhre gefahren, noch kann er von dort unterirdisch bis zum Marktplatz rollen. Für den ersten Abschnitt des Gleisbaus werden die Schienenstücke auf dem Seitensockel für den Notweg (rechts) zwischengelagert. Sind Schutzmatte und Schotter eingebracht, werden die Schienen mit den Schwellen verlegt. | Foto: Kasig

Kombilösung kommt voran

Die Schienen sind im Tunnel angekommen

Anzeige

Das Jahr 2019 hat kaum begonnen, da macht der Fortschritt beim Stadtumbau per Kombilösung Sprünge: Die ersten Schienen sind im U-Strab-Tunnel angekommen – im zehnten Jahr des Kombi-Stadtumbaus. In der Fußgängerzone Kaiserstraße stehen die Stahlgerüste der Fahrstühle, welche nach Plan Ende 2020 die Fahrgäste in den Untergrund befördern.

Kriegsstraße
ÖFFNUNG: Die Kriegsstraße können jetzt Autos auf der Ritterstraße von der City aus kreuzen. Außerdem kann dort vom Ettlinger Tor kommend gewendet werden. Ab Montag sind die Spuren zum Karlstor gesperrt. | Foto: jodo

Karlstor erreicht

Bei der zweiten Kombi-Komponente weitet sich die bereits einen Kilometer lange Baustelle für den Autotunnel Kriegsstraße nun auch noch bis zum Karlstor aus. Seit Freitagmittag gibt es deshalb nach über 50 Jahren wieder die Kreuzung von Ritter- und Kriegsstraße und damit eine Querungsmöglichkeit der City-Autobahn von der Innenstadt in die Südweststadt.

Allerdings ist dies nur ein Provisorium zur Entlastung des bald durch den Tunnelbau stark gestörten Verkehrsknotens „Karlstor“. Entgegen früherer Informationen seitens der Kasig sind die oberirdischen Fahrstreifen vor dem Bundesgerichtshof, von der Ritterstraße zum Karlstor, doch noch offen, aber nur noch bis Montag.

 „Übergang Ritterstraße“ ist ein Provisorium

Ist die Kriegsstraße nach Plan der Kombi-Bauherrin Kasig Ende 2021 umgestaltet, rollt der Auto-Durchgangsverkehr unterirdisch, und oberirdisch fährt die Straßenbahn zwischen Autos und mehreren Baumreihen. Dann wird die Kreuzung „Ritterstraße“ wieder Vergangenheit sein. Stattdessen bringt der Umbau der Kriegsstraße für rund 250 Millionen Euro aber dauerhaft neue Querungsmöglichkeiten auf der Kreuz- und auf der Lammstraße.

Lkw durch die Röhre

Beim Gleisbau im U-Strab-Tunnel laufen nun die ersten Arbeiten im Abschnitt zwischen dem Gleisdreieck Marktplatz und der Ostrampe in der Durlacher Allee. Dabei liefern noch Lkw das Baumaterial über die Rampe beim Gottesauer Platz in der Röhre an.

Matte, Schotter, Schienen

Nach Angaben von Kasig-Pressesprecher Achim Winkel wird auf dem ganzen Tunnelabschnitt erst ein Gleiskörper auf dem Tunnelboden eingebaut und direkt im Anschluss daran der zweite Schienenstrang danebengelegt. Schon liegen die ersten Meter einer Unterschottermatte aus Schaumstoff zur Schalldämpfung auf dem Tunnelboden. Darauf schichten die Arbeiter den Schotter, bevor sie Schienen und Schwellen verschweißen und verschrauben.

Neun Monate für Gleisbau

Für diese Arbeiten im östlichen Ast der U-Strab hat die Kasig drei Monate veranschlagt. Ende März ist demnach ein Drittel der U-Strab-Schienen verlegt. Auch die anderen zwei Etappen sollen im Drei-Monat-Rhythmus bewältigt werden. Demnach würde die Kasig nach neun Monaten, also Ende September, mit dem Gleisbau unter Tage abschließen können.

Von April bis Juni kommt folglich der Westast zwischen dem Gleisdreieck Marktplatz und der Rampe Mühlburger Tor an die Reihe – und von Juli bis Ende September der Südabzweig zwischen dem Gleisdreieck Marktplatz und der Tunnelrampe in der Ettlinger Straße auf Höhe der Augartenstraße.

Kaiserstraße
VERÄNDERUNG auf der Kaiserstraße: Für die U-Station „Lammstraße“ wird das Stahlgerüst eines Fahrstuhls installiert. | Foto: Kasig

Der Ausbau der U-Strab-Haltestellen hinkt allerdings der Marschtabelle der Kombi-Leitung hinterher: Noch immer verkleiden Handwerker die U-Station „Kronenplatz“ mit hellen und großflächigen Betonwerksteinplatten.

Große Unterschiede

Selbst an ihrer ersten Arbeitsstation „Durlacher Tor“ sind sie damit nach Kasig-Angaben noch nicht ganz fertig. In der Haltestelle „Lammstraße“ wird gerade erst die Stahlkonstruktion zur Befestigung der Platten an die Wand gebracht. Unter dem Europaplatz haben diese Arbeiten noch gar nicht begonnen. Dies gilt auch für die Stationen „Marktplatz“ und „Ettlinger Tor“.

Transport und Lagerung der Steine werden durch den gestarteten Gleisbau behindert, was zu weiteren Verzögerungen beim Innenausbau der U-Strab führen kann. Dabei plant die Kasig, bald auch noch den Trockenbau für die Gestaltung der Decke und der oberen Wandhälften in den Bahnsteighallen am „Durlacher Tor“ zu beginnen.

Es wird immer enger

Es wird also immer enger im Tunnel und beim Zeitplan. Schon jetzt dreht auch der Leitungsbau für die aufwendige Elektronik in der Bahnröhre langsam hoch. Schließlich müssen nach Gleisbau und Ausbau der Stationen noch Oberleitung und Signale installiert werden, bevor man langsam an einen Probebetrieb mit intensiver Prüfphase denken kann. Weiter meint die Kasig, alles bis Ende 2020 zu schaffen.

Andere Beobachter halten es dagegen für möglich, dass die U-Strab nicht Ende 2020 losrollt, sondern ein, zwei Jahre später.