Tijen Onaran hat ein Buch über das richtige Netzwerken veröffentlicht.
Tijen Onaran hat ein Buch über das richtige Netzwerken veröffentlicht. | Foto: Hendrik Lüders

Erstes Buch von Tijen Onaran

Die zehn Gebote der Netzwerkbibel

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Vielen wird das Gesicht von Tijen Onaran bekannt vorkommen: 2006 hing die ganze Innenstadt voll mit Plakaten der damals 21-Jährigen. Die Unternehmerin und Moderatorin kandidierte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg für die FDP. Die studierte Politikwissenschaftlerin hat unter anderem sieben Jahre im Wahlkampfbüro von Silvana Koch-Mehrin gearbeitet. Ihre persönlichen Erkenntnisse und eigenen Erfahrungen aus dieser Zeit sowie viele weitere Tipps gibt Onaran, die heute in Berlin lebt, in ihrem ersten Buch „Die Netzwerkbibel“ weiter. Das Werk ist gerade im Springer-Fachverlag erschienen.

Darin enthalten sind neben den zehn Geboten des Netzwerkens auch Tipps wie „Stammtisch 4.0“, „Klasse statt Masse“ oder „Geben ist wichtiger als Nehmen“. In dem Buch erfährt der Leser, wie Netzwerken im digitalen Zeitalter funktioniert, dass 1 000 Kontakte bei der beruflichen sozialen Plattform Xing noch lange kein Netzwerk sind und das Ganze auch wortwörtlich etwas mit Arbeit zu tun hat. Außerdem erklärt Onaran, wie angehende Unternehmer Kontakte für sich nutzen können. Besonders wichtig sind ihr außerdem die Netzwerkmöglichkeiten für Introvertierte.

Netzwerken hat ein schlechtes Image.

Die Idee zu dem Buch hatte die 33-Jährige vor drei Jahren. „Das Thema Netzwerken hatte ein sehr schlechtes Image und gute Bücher zu dem Thema fand ich nicht“, sagt die Unternehmerin. Sie spricht dabei Bilder von verrauchten Hotelbars sowie Vetternwirtschaft an. Doch ohne Netzwerken wäre Onaran nicht da, wo sie heute steht. Wie passend: Auch der Kontakt zu ihrem Verlag kam damals per Twitter zustande.
Mit ihren Eltern, die in Karlsruhe viele Menschen kennen, konnte die Digitalexpertin nicht durch die Stadt gehen, ohne angesprochen zu werden. „Gerade was Empathie und Menschenkenntnis betrifft, habe ich viel von ihnen gelernt“, sagt die gebürtige Karlsruherin.

Für Instagram fehlt ihr die Zeit

Zehn Gebote für erfolgreiches Networking stellt Tijen Onaran in ihrem ersten Buch vor.
Zehn Gebote für erfolgreiches Networking stellt Tijen Onaran in ihrem ersten Buch vor. | Foto: Springer-Fachverlag

Verfeinert hat Onaran ihre Fertigkeiten in der Kontaktpflege bei ihren Jobs und auch bei Europas größtem Frauennetzwerk „Global Digital Women“, das sie 2015 gegründet und heute mehr als 20 000 Mitglieder hat. Momentan treibt sie das Netzwerk in der Schweiz und England voran. Im Internet ist sie am liebsten bei Twitter aktiv. Dort folgen ihr knapp 11 000 Menschen. Für die Wahl-Berlinerin stellt es ein gutes, leicht integrierbares Medium dar. Danach folgen Xing und Linkedin. Bei Instagram müsse man viel Zeit investieren. Da sie viel unterwegs sei, fehle ihr die Zeit für gute Bildmotive, sagt Onaran. Auf diesem Kanal spricht die 33-Jährige jedoch Menschen an, die sie sonst nicht erreicht.

Speziell für Selbstständige sind soziale Medien das Tor zur Welt. Sie bieten gute Möglichkeiten, sehr schnell verstanden zu werden und eigene Geschichten zu erzählen. Onaran selbst hat viel Zeit in den Aufbau der Kanäle investiert. Eine gewisse Regelmäßigkeit und Disziplin seien dafür notwendig, sagt sie. Diese Disziplin falle ihr als Selbstständige leicht, da sie auch in ihren früheren Jobs eigenständig gearbeitet habe.
„Soziale Medien sollte man als natürlichen Begleiter in den Alltag integrieren“, rät sie.Welcher Kanal der richtige ist, müsse jeder für sich selbst entscheiden und sich darauf fokussieren.

Ich versuche viel Zeit in der Natur zu verbringen.

Zeiten ohne Handy gibt es bei der 33-Jährigen übrigens auch: Beispielsweise, wenn sie mit ihren beiden Hunden draußen oder morgens laufen ist. Das helfe ihr, ihre Gedanken zu sammeln. „Ich versuche relativ viel Zeit in der Natur zu verbringen“, sagt Onaran.

 

 

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Gleich geht’s zurück nach #Berlin! Und auf diesem Weg wollte ich einfach mal DANKE sagen, vor allem an das @global_digital_women Team plus Community! Habe heute den #Inspiringfifty Award @inspiring_fifty Women in tech im Rahmen der @dldconference erhalten und freue mich so sehr!! So dankbar für diese Chance, Anerkennung und überhaupt!! Besonders toll mit @vschn @tina_b_burkhardt @annett.polaszewski.plath @tugba_tekkal und ganz vielen anderen geehrt worden zu sein. Made my day!! P.S: Begegnung des Tages u.a. @duzentekkal 💜😘 . . . #GDW #award #globaldigitalwomen #preis #auszeichnung #womenpower #womenempowerment #womenempoweringwomen #empowerment #digital #diversity #entrepreneurship #femaleentrepreneur #munich #DLD19 #empoweredwomenempowerwomen #grateful

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Wenn sie ihre Eltern in Karlsruhe besucht, gehen sie zum Schloss und in der Innenstadt spazieren. In Berlin könne sie leider nicht alles zu Fuß erreichen. Das Familiäre habe ihr in der Hauptstadt zu Beginn schon etwas gefehlt.

Die nächsten Projekte stehen schon an

Eine Idee für ihr zweites Buch hat Onaran bereits: Es soll von „Personal Branding“ handeln. Wie beim ersten Buch wird sie auch hier wieder ihre persönliche Geschichte erzählen und authentisch zeigen, wie sie es so weit gebracht hat.

Vergangenes Jahr gründete sie außerdem die Nachrichten-Webseite „FemaleOneZero“ zusammen mit der Journalistin Natascha Zeljko. Mit der Plattform möchten sie Frauen in der Digitalwirtschaft eine Stimme geben. Sie hat schon den nächsten Plan: Einen Arbeitskreis von Frauen in Führungspositionen, die sich über Digitalkompetenz austauschen.