Wissen ist Macht, auch für einen Sportdirektor wie Oliver Kreuzer beim Karlsruher SC, der sich vom Einsatz von SAP Sports One eine Menge verspricht. Foto: GES | Foto: GES

Der gläserne Fußballer

Digitalisierung schreitet auch beim KSC immer weiter voran

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In der Commerzbank-Arena gewann Oliver Kreuzer in den vergangenen Tagen interessante Einblicke. Der Sportdirektor des Karlsruher SC erörterte in den Veranstaltungsräumen des Frankfurter WM-Stadions am Stadtwald aber nicht etwa die Möglichkeit des Transfers eines zu kurz gekommenen Eintracht-Akteurs.

Vielmehr ging es bei seiner Teilnahme an einem zweitägigen Summit um Einblicke zum nächsten Schritt der Digitalisierung beim badischen Fußball-Drittligisten, der Mitte des vergangenen Monats seinen Rückgriff auf die cloudbasierte Software SAP Sports One bekannt gab.

Modul zum Informationsaustausch

„Wir nähern uns da immer mehr dem gläsernen Spieler, das kann man sicher so sagen“, erklärte Kreuzer, der als Sportchef einer der wenigen im Verein sein wird, der Zugriff auf alle Datensätze hat. Alles, was mit der Leistungsproduktion zusammenhängt, findet sich fortan digitalisiert und im Handumdrehen.

Wenn Lothar Strehlau irgendwo in Österreich Daten zu einem eben beobachteten Spieler in sein Handy tippt, so kann Kreuzer von überall auf der Welt quasi in Echtzeit mitverfolgen, was sich aus Sicht des Scouts auf dem Platz gerade tut. Wenn Martin Röser oder ein anderer Profi sich mit einer Blessur herumschlägt, so können die, die zu dessen Aufbau alles wissen sollten, Behandlungstermine, jüngste ärztliche Anmerkungen und so manches andere einsehen. Will sich Kreuzer oder jemand aus dem Trainerteam von Alois Schwartz über die Leistungsentwicklung eines Spielers aus der U19 auf die Schnelle und umfassend informieren, so wird das künftig dank der ins System eingepflegten Daten möglich sein.

Die Profiabteilung, das Nachwuchsleistungszentrum, die Ärzte, Trainer und Phsysiotherapeuten verfügen so über ein Modul zum Informationsaustausch. „Bayern München arbeitet so, 1899 Hoffenheim und viele andere auch“, weiß Kreuzer, der einen „deutlichen Schritt in die richtige Richtung“ beim KSC erkennt und sagt: „Technologie schießt zwar keine Tore, unterstützt unser Team aber in jeglicher Hinsicht.“

Torerfolge der Heimelf an erster Stelle

An diesem Mittwoch (19 Uhr) stehen auf dem Rasen des Wildparkstadions aber doch Torerfolge der Heimelf an erster Stelle. Im Viertelfinale des badischen Verbandspokalwettbewerbs stellt sich dem favorisierten Team des Cheftrainers Alois Schwartz der FCA Walldorf, Tabellenvorletzter aus der Regionalliga Südwest, entgegen.

430 Karten waren bis Dienstagnachmittag verkauft. Der KSC rechnet mit höchstens 1.500 Besuchern. Blamieren will sich beim KSC keiner. Davor haben Alexander Groiß, Martin Röser, Burak Camoglu und Saliou Sané gute Aussichten auf einen Startelf-Einsatz.

In einem Spiel kann alles passieren

Der von Matthias Born trainierte Außenseiter will indes überraschen: „In einem Spiel kann alles passieren. Daher sind alle hoch motiviert und freuen sich auf Mittwoch“, sagt Walldorfs Kapitän Tim Grupp, der im Sommer 2017 vom KSC zum FC Astoria wechselte.