DROGERIEMARKT-BRANCHENPRIMUS GANZ GROSS: Das Luftbild zeigt die künftige dm-Zentrale, die später erweitert werden kann, und daneben das Parkhaus. | Foto: Heiko Breckwoldt

Branchenprimus aus Karlsruhe

dm – des Kunden Liebling

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Nach Startschwierigkeiten läuft’s in Karlsruhe wie geschmiert: Im Frühsommer kommenden Jahres will der Drogeriefilialist dm in seine über 120 Millionen Euro teure neue Zentrale einziehen. 1 800 Menschen, die bislang noch auf acht Standorte in der Fächerstadt verteilt sind, werden dann dort zusammen arbeiten.
Anderswo würde der deutsche Branchenprimus gerne bauen – wird aber vom Bau-Boom gebremst, wie dm-Chef Erich Harsch an diesem Donnerstag auf der letzten Jahrespressekonferenz des Konzerns in der alten Zentrale sagt. Knapp 90 Filialen sollten unter dem Strich im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland hinzu kommen. Letztlich sind es nur 64 geworden. Auch in Italien komme dm mit der Filialexpansion nicht wie geplant voran, so der dm-Manager. 13 dm-Anlaufstellen gibt es dort derzeit.

Dabei ist das Ausland für die Drogerie-Branche wichtig. Der deutsche Markt ist gesättigt, auch wenn der durchschnittliche Kassenbon sich um gut zwei Prozent auf 14 Euro erhöht hat. Die Zuwachsraten außerhalb der Bundesrepublik sind höher. So legte dm bei den Erlösen in Deutschland um 3,2 Prozent auf 8,11 Milliarden Euro zu – im Ausland um 8,0 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Weitere Länder für eine Auslands-Expansion habe er derzeit aber nicht auf dem Schirm, so Harsch.

dm zieht im Sommer 2019 in neue Zentrale

Die Karlsruher investieren freilich weiter kräftig in die Zukunft: Allein 100 Millionen Euro werden es im laufenden Geschäftsjahr für die Zentrale und für das dritte Verteilzentrum im brandenburgischen Wustermark sein. Und sie pflegen ihr Image, auch mit populären Partnern wie Eckart von Hirschhausen, Marika Kilius, Lukas Podolski, Hannes Jaenicke und den „Langhaarmädchen“. Zudem initiierte dm ein Rezyklat-Forum mit dem Ziel, mehr Verpackungen wiederzuverwerten. Und zwei Millionen Euro wurden für ehrenamtliches Engagement gespendet – was sich bis hin zu Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier herumgesprochen hat. Er lud die dm’ler zu seinem Bürgerfest nach Berlin ein.

Dieser dm-Mix kommt offenbar bei den Kunden an: Im aktuellen „Kundenmonitor Deutschland“ der ServiceBarometer AG führt dm von den „Big Four“ erneut die Liste an. Es folgen Budnikowski, Rossmann und Müller. Auch das Thema Fachkräftemangel verschont dm: 2 000 Ausbildungsplätze werde man im künftigen Azubi-Jahr anbieten. Zuletzt gab es für diese Größenordnung über 63 000 Bewerber, verdeutlicht Harsch.

Auf BNN-Nachfrage räumt er ein, dass man mit dem noch recht jungen dm-Onlineshop bislang keine schwarzen Zahlen schreibe. Er sei aber mit dessen Entwicklung zufrieden. Mittlerweile werden damit in Deutschland rund 100 Millionen Euro Umsatz erlöst.

Maßgeschneiderten Service für Geschäftskunden

Neu seit diesem Monat: Ein online-Vertrieb von dm gezielt für Geschäftskunden. Die können über „dm for business“ aus dem dm-Sortiment ordern. Harsch wagt jedoch keine Prognose, wie sich dies insgesamt auf die online erzielten Umsatzerlöse auswirken könnte.

Die Karlsruher informieren parallel in sieben Städten zwischen Hamburg und München Wirtschaftsjournalisten, nennen aber wie üblich keine absolute Zahl zur Umsatzrendite. Man habe sich aber erneut im Korridor von einem bis zwei Prozent bewegt. Das sei „auskömmlich“, heißt es im dm-Wirtschaftsdeutsch. dm habe also Handlungsfreiheit für weitere Investitionen in die Zukunft – und wenn der Bau-Boom vorbei ist, kann es auch mit der Filial-Expansion wieder flutschen.