Die neuen Deutschen: Filmautorin Gülsüm Serdaroglu (Zweite von rechts) mit ihren Protagonisten (von links) Dino de Lutiis, König Bansah und Cansu Güler. | Foto: Cane Harry

Gülsüm Serdaroglu zu Gast

Dokumentarfilm „Die neuen Deutschen“ läuft in der Kurbel

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Die Filmreihe „Kino ohne Grenzen“, bei der Bürger und Geflüchtete zusammen Filme anschauen können, die vorwiegend aus den Herkunftsländern derjenigen stammen, die derzeit in Karlsruhe eine Zuflucht gefunden haben, ist eines der Projekte, mit denen die „Kurbel“ gesellschaftspolitische Themen aufgreift. Eine weitere Filmreihe läuft unter dem Titel „Film und Diskussion“. Hier können Kinogänger Dokumentarfilme sehen und im Anschluss mit den Filmemachern oder Protagonisten ins Gespräch kommen.

„Film und Diskussionen“ im Kino „Die Kurbel“

Am Sonntag steht Gülsüm Serdaroglu den passionierten Kinogängern in der „Kurbel“ Rede und Antwort. Zuvor wird ihr Dokumentarfilm „Die neuen Deutschen – Über Menschen, Kulturen und Identität“ auf der Leinwand zu sehen sein. Im Mittelpunkt des Films stehen die vier Protagonisten Cansu Güler, Ali Müller, König Bansah und Dino de Lutiis. Drei Männer und eine Frau, die ganz unterschiedliche kulturelle Migrationsgeschichten und Zugehörigkeiten haben. Sie leben in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg – und sehen sich nicht als Ausländer, sondern als vollwertige Deutsche, die in der Metropolregion ihre Heimat gefunden haben.

 

„Insbesondere der Rhein-Neckar-Raum war schon immer ein Ort, an dem sich die Mannigfaltigkeit und Fülle an unterschiedlichen, gleichberechtigten und einander achtenden Menschen zusammengefunden hat“, sagt die Filmautorin, die ihre vier Protagonisten, die sich als Teil der neuen, deutschen und bunten Generation sehen, eindrucksvoll porträtiert. Sie lässt sie über ihre Wurzeln, über ihren Alltag, über ihre Träume und Wünsche erzählen.

Regisseurin aus Wörth hat türkische Wurzeln

Der Film ist die Masterabschlussarbeit von Gülsüm Serdaroglu, die in Wörth auf der anderen Seite des Rheins geboren und aufgewachsen ist. Die junge Pfälzerin, deren Eltern Ende der 1960er Jahre als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kamen, studierte an der Eberhard Karls Universität Tübingen Allgemeine Rhetorik und Empirische Kulturwissenschaften. Ihr Masterstudium absolvierte sie am Institut für Medienwissenschaften.

„Ich lebe in zwei Kulturen“

Warum Serdaroglu dieses Thema für ihre Abschlussarbeit wählte, liegt auf der Hand: „Fragen wie, bin ich deutsch oder bin ich türkisch, habe auch ich mir immer wieder gestellt. Die Identitätsfrage hat mich immer begleitet“, sagt Serdaroglu. „Ich lebe in und mit zwei Kulturen. Ich bin irgendwo dazwischen.“

Der Dokumentarfilm „Die neuen Deutschen – Über Menschen, Kulturen und Identität“ ist am  Sonntag, 4. Dezember, im Kino „Die Kurbel“ zu sehen. Beginn ist um 19 Uhr.