Projekt Hauptbahnhof-Süd
AUF DER BODENPLATTE des östlichen Dommermuth-Riegels freuten sich die Gäste bei der symbolischen Grundsteinlegung über die plötzlich rasante Entwicklung hinter dem Hauptbahnhof. | Foto: jodo

Großprojekt hinter dem Bahnhof

Grundstein für 145-Millionen-Bauten gelegt

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Der Grundstein für eines der spektakulärsten Großprojekte der Karlsruher Baugeschichte ist gelegt. Hinter dem Hauptbahnhof zieht der IT-Milliardär Ralph Dommermuth im Eilverfahren einen gewaltigen Bürokomplex hoch.

Am Dienstag vollzogen Rainer Dommermuth, der Bruder des Chefs der United Internet AG, und Oberbürgermeister Frank Mentrup mit Maurerhammern den feierlichen Akt.

Hohes Tempo

Im April vor einem Jahr machten die BNN den von Dommermuth und der Karlsruher Rathausspitze gehegten Plan öffentlich. Schon im Sommer 2017 kaufte der Milliardär für rund 20 Millionen Euro der Stadt das „Filetstück“ ab.

Möglichst rasch will er seine Karlsruher 1&1 Zentrale in zwei kammförmigen Büroriegeln jeweils mit 44 Meter hohem Punkthaus auf dem Gelände „Hauptbahnhof Süd“ unterbringen.

Zehn Millionen teurer

Rasant passierte der mittlerweile 145 Millionen Euro schwere erste Bauabschnitt des Großinvestors Dommermuth die Hürden der Zustimmung von Stadtpolitik und Verwaltung. Inzwischen taxiert Rainer Dommermuth die Baukosten auf 145 Millionen Euro, zehn Millionen mehr als vor einem halben Jahr veranschlagt. Bereits Ende 2017 kam im Rekordtempo die Baugenehmigung. Im Herbst begannen schon mit vorläufiger Genehmigung die Erdarbeiten links und rechts des Hintereingangs zum Hauptbahnhof.

Im Osten schon betoniert

Inzwischen ist auf der Ostseite in der Baugrube schon fast der ganze Betonboden gegossen. „Im Frühjahr 2019 soll der Rohbau stehen – und Mitte 2020 will Dommermuth bereits 1.500 Personen ihre Arbeitsplätze im Glaspalast hinter dem Hauptbahnhof beziehen lassen. „Wir sind fast im Zeitplan“, freut sich Rainer Dommermuth beim Gang von der Grundsteinlegung zur Feier im alten Kesselhaus der Bahn, das Dommermuth als Firmenkantine nutzen will. Wie die inzwischen abgerissenen Bahnhäuser war die imposante Maschinenhalle 25 Jahre ein Künstleratelier.

5.700 Lkw mit Beton

40.000 Kubikmeter Beton werden jetzt hinter dem Hauptbahnhof für die zwei jeweils 112 Meter langen, 50 Meter breiten und maximal 44 Meter hohen Häuser verbaut. Das entspricht der Ladung von 5.700 Lastwagen. In sechs Wochen sollen sich zehn Kräne über dem so lange verschmähten „Filetstück“ drehen. 25 Jahre hatte die städtische Wirtschaftsförderung den Riesenbauplatz in besonderer Lage am südlichen Stadteingang und direkt am Hauptbahnhof vergeblich angepriesen.

Seitdem Dommermuth zugebissen hat, scheint auch die Bebauung westlich des historischen Kesselhauses, unter anderem mit einem 70 Meter hohen Turmhaus ab 2021 möglich, wenn der erste Bauabschnitt des Dommermuth-Projekts vollendet ist.

70 Meter Türme später

Oberbürgermeister Mentrup schwärmt von der Initialzündung für weitere Bauvorhaben am Südeingang und enormen Folgewirkungen für die Stadtentwicklung. Der Investor strebt im zweiten Bauabschnitt auf der Ostseite den Bau eines 70 Meter hohen Turms auch mit Wohnungen an.