Donald Duck
Martin Wacker mit seiner Donald Duck Sammlung © Peter Sandbiller | Foto: Sandbiller

Martin Wacker zeigt Sammlung

Donald Duck erobert das Karlsruher Regierungspräsidium

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Der Schnabel ragt aus dem Karton heraus. Auch eine blaue Mütze blitzt hervor. Ganze Heerscharen an Enten ziehen derzeit um – von Martin Wackers Haus in Durlach in das Regierungspräsidium am Rondellplatz. Das verwandelt sich für drei Wochen in Entenhausen: In den Räumen sind Donald Duck, der dieses Jahr 85. Geburtstag feiert, und seine Freunde, Comic-Verlage sowie die Sonderausstellung „Die Besten Deutschen Comics“ mit den Max- und Moritz-Preisträgern 2018 vom 24. April bis zum 15. Mai zu erleben. Mit „Karlshausen – Entenruhe“ ist das überschrieben.

Martin Wacker gibt dafür seinen tierischen Schätzen Auslauf. Der Cheforganisator von „Das Fest“ und den Schlosslichtspielen, der zudem Stadionsprecher des KSC ist, hat eine Leidenschaft für Figuren aus dem Universum des Comic-Zeichners Carl Barks. Ob Dagobert, Daisy oder Panzerknacker: Mehr als 2.000 Figuren hat der 50-Jährige im Lauf der Jahre gesammelt. Schnabel an Schnabel, Bürzel an Bürzel stehen sie in Vitrinen und stellen ihren Besitzer vor die Qual der Wahl – wer darf mit?

Donald ist ein Herzensbrecher

„Ich werde bei dieser Schau rund 800 Figuren zeigen, was eine Ehre ist“, sagt Martin Wacker. Bisher präsentierte er öffentlich etwa beim Stadtgeburtstag 2015 oder in den Pforzheimer Schmuckwelten nur einige Dutzend Enten.

Dabei würde er herzlich gerne seine gesamte Sammlung dauerhaft öffentlich präsentieren, wenn es denn geeignete Räume gäbe. Denn Martin Wacker weiß aus Erfahrung: Ob jung oder alt, Mann oder Frau – die Comic-Helden sind wahre Herzensbrecher.

Mickey Mouse hat keine Chance

„Donald ist ein Tollpatsch und ein Stehaufmännchen. Er ist unterhaltsam und ein totaler Sympathieträger“, sagt der Sammler. Er wurde vor 25 Jahren das erste Mal schwach. Auf dem Camden Markt in London kaufte er einen klassischen, kleinen Donald aus den 1960er Jahren.

Der fand daheim im Wohnzimmer ein Plätzchen und bekam bald Familienzuwachs. So viel, dass die Sammlung komplett in einen Kellerraum umziehen musste. Eine Mickey Mouse findet sich nicht darunter. „Die käme mir nicht ins Haus“, sagt Martin Wacker. Zu neunmalklug und emsig findet er die Maus.

Schätze aus den 1930er Jahren

Dafür strahlt der Enten-Fan übers ganze Gesicht, wenn er seine Schätze zeigt. Da gibt es einen Nachzieh-Donald von Fisher Price aus den USA aus den 1940er Jahren. Ein Schuco-Exemplar ist Jahrgang 1936.

Ein Stück von Swarovski glänzt im Licht. Und von Wedgwood stammt ein Milchkännchen aus den 1930er Jahren, bei dem die weiße Flüssigkeit direkt aus dem Entenschnabel in die Tasse fließt.

Enten made in der DDR

Donald sitzt mal im Schwimmring, mal im Auto mit dem Kennzeichen 313, mal auf dem Dreirad, mal zieht er zum Gruß die Mütze. Fast alle Teile sind von Disney lizenziert. Bei einem Porzellanexemplar ist das nicht der Fall: Das wurde in der DDR ohne Wissen des US-Konzerns gefertigt und fand später auch den Weg in die Sammlung nach Durlach.

Lichterkette, Krawatte, Wärmflasche, Keksdose, Zahnbürste oder Duschgel: Martin Wacker hat Fundstücke im Entenlook für alle Lebenslagen. Und nach Themenfeldern – Küche, Mobilität… – wird er sie im Regierungspräsidium auch zeigen. Der Betrachter sollte Donald dabei auf den Schnabel schauen: „Vor dem Krieg war der noch länger, da kann man eine Entwicklung sehen“, erläutert Wacker.

Man braucht eine Macke

Manchem Exemplar stöberte er lange nach. „Nach einem Donald mit Kosakenmütze suchte ich 25 Jahre und fand ihn dann auf einem Flohmarkt in Amsterdam.“ Manchmal überlässt ihm jemand plötzlich Schätze aus seinem Keller – und macht Martin Wacker damit sehr glücklich.

Er weiß, dass mancher seine Leidenschaft sonderbar finden mag. „Aber man braucht eben eine Macke im Leben.“ Die Teilen indessen weltweit viele Menschen. Es gibt nicht nur Sammler, sondern auch Donaldisten. Sie erforschen familiäre, biologische, technische, soziologische und gruppendynamische Prozesse in Entenhausen. Die Fortpflanzung etwa, die in der Regel über die Veronkelung erfolgt.

Klatsch, klatsch

Dieser Wissenschaft hat sich Martin Wacker nicht zu sehr verschrieben. Dafür ist er nicht nur Sammler, sondern auch großer Fan von Übersetzerin Erika Fuchs. „Seufz“ oder „Jubel“: Dies sind ihre Wortschöpfungen. Martin Wacker kann da nur sagen: „Klatsch, klatsch!“

Service

Die Comic-Ausstellung „Karlshausen – Entenruhe“ wird am Mittwoch, 24. April, um 18 Uhr eröffnet und ist dann von Donnerstag, 25. April, bis Mittwoch, 15. Mai, dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr im Regierungspräsidium am Rondellplatz, Karl-Friedrich-Straße 17, zu sehen. Der Eintritt ist frei.