Das Prinz-Max-Palais ist sanierungsbedürftig. Wegen der Corona-Krise fehlen der Stadt dafür aber möglicherweise in diesem Jahr die Mittel. | Foto: jodo

Sparhaushalt wegen Corona

Droht der Sanierung des Prinz-Max-Palais in Karlsruhe das Aus?

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Karlsruhe droht angesichts der Folgen der Corona-Krise ein tiefes Haushaltsloch. Kulturbürgermeister Albert Käuflein hält zwar die Sanierung des maroden Prinz-Max-Palais, Sitz verschiedener Kultureinrichtungen, für dringend notwendig. Ob das Geld dafür noch zur Verfügung gestellt wird, ist aber nicht mehr sicher.

Die Corona-Krise und das dadurch entstehende Loch im städtischen Haushalt könnte auch die dringend notwendige Sanierung des Prinz-Max-Palais in der Karlstraße gefährden. Das zuständige Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft wird den Kulturausschuss am 18. Juni über den aktuellen Sachstand informieren. Verwaltungsintern werden die verschiedenen Investitionsprojekte, wie immer, priorisiert, dieses Mal allerdings unter dem Vorzeichen der Corona-Krise.

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Im Prinz-Max-Palais häufen sich die Probleme

Das letzte Wort hat dann der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen. Die Stadt geht von einem corona-verursachten Fehlbetrag von bis zu 200 Millionen Euro für 2020 aus.

„Aus meiner Sicht duldet die Sanierung des Gebäudes keinen weiteren Aufschub. Anderenfalls droht die Schließung des Hauses“, macht Kulturbürgermeister Albert Käuflein unmissverständlich klar. Aber natürlich gebe es „ungewisse finanzieller Rahmenbedingungen“, so Käuflein gegenüber den BNN. „Stand heute weiß ich nicht, was rauskommt.“

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Im Gebäude addieren sich eine Fülle von Problemen. Dabei geht es unter anderem um fehlende Klimatisierung, mangelnden Brandschutz, eine generell marode Bausubstanz mit desolatem Dach und erneuerungsbedürftigen Fenstern. Eine kostenkontrollierte Planung liegt noch nicht vor. „Insofern sind alle Zahlen zu den möglichen Kosten noch nicht valide“, sagt Käuflein. Bisher war von einem Betrag von bis zu 15 Millionen Euro die Rede.

Kulturbürgermeister begrüßt Wellenreuther-Vorstoß

Die Stadt bemühe sich derzeit auch um Bundeszuschüsse, führt Käuflein weiter aus. Insofern könne er den Vorstoß des CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuther nur begrüßen. „Manchmal braucht es in der Politik Impulse von verschiedenen Seiten“.

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Wellenreuther hatte in einem Schreiben an die Staatsministerin für Kultur im Kanzleramt, Monika Grütters, um Prüfung der Möglichkeiten gebeten, die erforderlichen Renovierungsarbeiten zu bezuschussen, die BNN hatten berichtet. Er verwies auch auf die Historie des Gebäudes, unter anderem als erster Standort des 1951 begründeten Bundesverfassungsgerichts.

Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert war in den vergangenen Jahren immer Gegenstand eines angedachten Wechselspiels verschiedener Kultureinrichtungen mit Blick auf einen angedachten Bibliotheksneubau auf dem Kronenplatz – allerdings ist dies ebenfalls eine Planung aus der Zeit vor Corona.

Alle Einrichtungen im Prinz-Max-Palais haben nach der Corona-bedingten Schließung wieder geöffnet, das Stadtmuseum seit dem 7. Mai, die Kinder- und Jugendbibliothek seit dem 5. Mai, die Literarische Gesellschaft seit dem 17. Mai, genauso auch das Café Max.