Durchbruch Kombi
Weiterer Durchbruch beim Kombibau: OB Mentrup, Kasig-Chef Konrath und Tunnelpatin Volz steigen in die Röhre | Foto: jodo

Röhre des Südabzweigs fertig

Weiterer Durchbruch beim Bau der Karlsruher Kombilösung

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Oberbürgermeister Frank Mentrup lässt sich unter Druck setzen. Er lächelt dabei – und hat auch Grund dazu. Es gilt schließlich, einen weiteren Durchbruch beim Bau der Kombilösung zu feiern: Die Tunnelröhre unter der Karl-Friedrich-Straße als Teil des Südabzweigs ist komplett.

Nach Durchbruch wird Innenschale betoniert

Einfach durchspazieren kann dort jedoch niemand. Weil erst noch eine wasserdichte Innenschale betoniert werden muss, wird in dem Stollen immer noch unter Druck gearbeitet. Und dem werden dann auch Besucher im Untergrund wie OB Mentrup ausgesetzt.

OB und Tunnelpatin auf unterirdischer Reise

Gemeinsam mit der Tunnelpatin, der Kanutin Sabine Volz, Kasig-Chef Uwe Konrath, Projektleiter Thomas Wechner und Helmut Göhringer vom Unternehmen BeMo-Tunnelling bestieg der Verwaltungschef also am Dienstagabend zunächst eine entsprechende Kammer. In der wurden alle minutenlang auf den Gang durch den Tunnel vorbereitet.

Medizinischer Test war nötig

Alle hatten vorab eine medizinische Untersuchung absolviert und eine offizielle „Befähigungsbescheinigung“ erhalten: Herz und Kreislauf halten dem Druck stand. Auch ein speziell ausgebildeter Tunnelarzt – den die Kasig für die Bauarbeiten vorhält – ging mit in die Tiefe. Eingreifen musste er dort jedoch nicht.

250 Meter vom Nordkopf beim Ettlinger Tor bis zum Marktplatz marschierte der Trupp. Er dokumentierte so, dass die Röhre tatsächlich komplett und der Durchbruch erzielt ist.

Sehr beeindruckend

Sehr beeindruckend sei das gewesen, was sie bei dem Gang gesehen und erlebt haben. Da waren sich Volz und Mentrup einig. „Es ist eine Ehre, dass ich dabei sein durfte“, so Volz.
Und der OB meinte: „Man kann sich gut vorstellen, wie viel Arbeit da geleistet wurde.“ Vom Überdruck habe er wenig gespürt, nur kühl sei es gewesen, gerade nachdem zuvor in der Schleuse gefühlte 60 Grad geherrscht hätten, meinte er, als er am Ende des Gangs erneut eine Schleuse passiert hatte.

Zeitweise ruhte der Bau

Der Stollen wurde letztlich einige Wochen später fertig als zunächst geplant. Unter anderem wegen Differenzen zwischen der Kasig und der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stadtbahntunnel bezüglich der technischen Vorgehensweise und der damit verbundenen Vergütung waren zeitweise die im Januar 2016 gestarteten Bauarbeiten komplett eingestellt (die BNN berichteten). Davon war beim Fest zum Durchbruch keine Rede mehr.

Bergmännisches Verfahren

Hergestellt wurde die Röhre im bergmännischen Verfahren: Mineure entfernten unter Tage Erdreich. Auch eine Außenschale aus Spritzbeton und Stahl wurde eingezogen.

Innenschale
Nach dem Durchbruch wird weiter unter Druck eine Innenschale betoniert | Foto: Kasig

Um das Grundwasser abzuhalten, wurde unter Druck – in der Spitze waren es 1,5 bar – gearbeitet. Die Kasig geht davon aus, dass die Innenschale Ende des Jahres fertig ist.

Zweite Personenschleuse

Bereits vor einigen Tagen wurde unterhalb des Marktplatzes eine Personenschleuse eingerichtet. Die machte als Ergänzung zu der Schleuse beim Ettlinger Tor nun den unterirdischen Spaziergang zum offiziellen Tunneldurchbruch möglich.

Landgraben untergraben

Auf Höhe des Marktplatzes befindet sich die Sohle etwa elf Meter unter dem Asphalt. Weil der Südabzweig aber auf Höhe des Ettlinger Tors später einmal unter dem Autotunnel liegen soll, geht es dort 13 Meter in die Tiefe. Ebenso wurde der Landgraben untergraben – um 30 Zentimeter, wie Kasig-Pressesprecher Achim Winkel berichtet.

An die 250 Meter lange Röhre vom Marktplatz bis zum Ettlinger Tor schließt sich ein offen gebauter Tunnel an, der bis zum Festplatz reicht. Ab dem Exotenhaus wird es dann eine Rampe geben, auf der die Bahnen wieder an die Oberfläche fahren.