Das soll Sport sein? Ja, durchaus. Beim E-Sport wie hier am KIT finden die Wettkämpfe virtuell statt. Zur Hochschulgruppe „eSUKA“ gehören inzwischen rund 130 Mitglieder – überwiegend junge Männer. | Foto: Philipp Kungl

Hochschulgruppe „eSUKA“

E-Sport am KIT: Gute Augen, schnelle Hand und fitter Kopf

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Den E-Sport, also den virtuellen sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen, will die Gruppe „eSUKA“ am KIT und im Raum Karlsruhe populär machen. Die 2015 gegründete Hochschulgruppe  ist inzwischen eine eigene Abteilung des Sportvereins KIT SC.  Rund 130 überwiegend männliche Mitglieder sind dabei. Wir haben uns mit einigen von ihnen getroffen.

Von Philipp Kungl

Ein neongrell beleuchteter Raum im Untergeschoss, kein Tageslicht. Nur die hell erleuchteten Bildschirme, das Klicken der Maus, das Klappern der Tastatur. Hier soll Sport auf hohem Niveau betrieben werden? Nun ja, Fußbälle, Leichtathletikbahnen oder Stufenbarren findet man im Informatik-Hauptgebäude des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) tatsächlich nicht – dafür aber drei junge Männer, die ihre Sportausrüstung immer bei sich tragen.

E-Sport – die Ausrüstung ist immer dabei

„Für E-Sport braucht man neben den technischen Geräten wie Computer, Bildschirm und Maus gute Augen, eine schnelle Hand und natürlich einen fitten Kopf“, berichtet Nicolas Banet, der Informationswirtschaft im fünften Semester studiert. Er und seine Kumpels Alwin Pohl (achtes Semester Maschinenbau) und Julian Heusler (drittes Semester Informatik) sind Mitglieder in der Hochschulgruppe „eSUKA“ am KIT, die E-Sport aktiv betreibt und mit Veranstaltungen fördert.

Virtueller Wettkampf

E-Sport? Was ist das überhaupt? Der Ausdruck bezeichnet den virtuellen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computer-spielen. Die Mitglieder von „eSUKA“ treffen sich regelmäßig und nehmen als Teams an Turnieren und Liga-Spielen der Deutschen E-Sport-Liga für Studenten (UEG) teil.

Ganz verschiedene Computerspiele stehen auf dem Programm, dabei auch bekannte (und bisweilen kritisierte) wie das Ego-Shooter-Game „Counter Strike“ oder das beliebte Rollen- und Kampfspiel „League of Legends“. Solche Spiele standen bei den drei Jungs schon zu Schulzeiten hoch im Kurs.

„Man lernt wahnsinnig viele Leute kennen“

„Ich habe etwa in der zehnten Klasse mit E-Sport begonnen, damals ganz klassisch zu Hause mit verschiedenen Spielen“, erinnert sich Alwin. Ähnlich war es bei den anderen, die erst für sich allein spielten und dann zusammen mit Kumpels Teams gründeten. Die E-Sport-Szene, welche bei großen Events mittlerweile riesige Hallen füllt, verfolgten sie da noch hauptsächlich als Fans. „So richtig los ging es dann eigentlich erst hier an der Uni“, berichtet Julian.

In der Hochschulgruppe konnten sie viel leichter passende Teams zu ihren Spielen finden und nebenbei noch Kontakte knüpfen. „Das ist vielleicht noch wichtiger als das Spielen selbst. Man lernt wahnsinnig viele Leute kennen und trifft sich auch außerhalb der Uni“, sagt Nicolas. Dadurch verliere das Computerspielen die sonst übliche Anonymität: Man weiß, mit wem man da gerade spielt, wer „auf der anderen Seite“ vor dem Bildschirm sitzt.

Liga-Spiele gegen andere Universitäten

Ohne regelmäßiges Training geht wie auch bei anderen Sportarten beim E-Sport natürlich nichts. Etwa zwei bis drei Mal die Woche trainieren die jeweiligen Teams online etwa zwei Stunden zusammen. Hinzu kommen am Wochenende Liga-Spiele gegen andere Universitäten oder Turniere. „Auch selbst spielt man noch einige Stunden zu Hause, das ist ja unser Hobby und macht natürlich auch eine Menge Spaß“, sagt Julian.

„Notentechnisch ist deswegen keiner abgerutscht“

Ein Hobby, das auch ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Ob die Leistungen an der Uni darunter leiden? Die Jungs schütteln den Kopf. „Notentechnisch ist deshalb keiner abgerutscht.“ Viel mehr Zeit beanspruche das Drumherum, sprich die Organisation der Hochschulgruppe, Veranstaltungen und regelmäßige Treffen. Das alles sei manchmal schon etwas schwierig unter einen Hut zu bekommen. „Irgendwie klappt es aber immer“, bekräftigen die drei.

Tatsächlich können die E-Sportler einige Eigenschaften, die bei ihren Games wichtig sind, auch für die Uni gut gebrauchen. „Bei „Counter Strike“ muss die Hand-Auge-Koordination da sein und man benötigt natürlich Teamwork“, sagt Nicolas. „League of Legends“ erfordere ebenfalls ein gutes Teamplay. „Man lernt dabei, richtig miteinander zu kommunizieren“, meint Julian.

„Offline-Events“ sind ebenfalls wichtig

Das Klischee vom Stubenhocker erfüllen die Studenten übrigens keineswegs: Alle drei sind privat mit Sportarten wie Joggen oder Schwimmen aktiv. Und auch in der Hochschulgruppe werden „Offline-Events“ großgeschrieben. „Wir veranstalten oft Public Viewings zu großen E-Sport-Events oder treffen uns auch mal zum Grillen“, erzählt Nicolas.

Mit der inzwischen zwei Jahre alten Hochschulgruppe soll es auch in Zukunft erfolgreich weitergehen: Sie soll noch professioneller aufgebaut werden. „Und ein geeigneter Trainingsraum wäre spitze“, finden die E-Sportler. Der fehlt der „eSUKA“ nämlich bisher noch.

eSUKA steht für eSports United Karlsruhe. Inzwischen sind rund 130 überwiegend männliche Mitglieder dabei, etwa 55 treten regelmäßig als Spieler von Games wie „League of Legends“ bei Turnieren oder Ligaspielen an. In erster Linie richtet sich das Angebot der Gruppe an Studierende des KIT. Vor allem bei Veranstaltungen wie Public Viewings ist aber jeder Interessierte willkommen.

Hier gibt’s weitere Informationen.