Ehemaliges Karlsruher Sterne-Restaurant Kesselhaus in der Krise: Bereits im Juli wurde wegen der wirtschaftlichen Schieflage ein zunächst dreimonatiges Insolvenzverfahren eröffnet.
Ehemaliges Karlsruher Sterne-Restaurant Kesselhaus in der Krise: Bereits im Juli wurde wegen der wirtschaftlichen Schieflage ein zunächst dreimonatiges Insolvenzverfahren eröffnet. | Foto: jodo

Gastronomie in Karlsruhe

Ehemaliges Sterne-Restaurant Kesselhaus steckt in der Insolvenz

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Auf der Internet-Seite des Restaurants Kesselhaus deutet derzeit noch nichts auf die aktuellen wirtschaftlichen Probleme des ehemaligen Sterne-Restaurants hin: Ein Blick auf die Speisekarte ist dort ebenso zu finden wie ein Formular für Reservierungen.

Und selbst wenn das Mittagstischangebot vor wenigen Wochen gestrichen wurde, geht in den Abendstunden im Restaurant unweit der Südtangente alles seinen gewohnten Gang. Doch hinter den Kulissen des Kesselhauses brodelt es derzeit gewaltig. Bereits im Juli wurde wegen der wirtschaftlichen Schieflage ein zunächst dreimonatiges Insolvenzverfahren eröffnet.

Von unserem Mitarbeiter Ekart Kinkel

„Wir suchen derzeit einen neuen Pächter und Geschäftsführer“, sagt Service-Leiter Chris Hemmann auf Nachfrage dieser Zeitung. Wird bis Oktober ein Nachfolger für die für den Restaurantbetrieb verantwortliche Kubus Gastro GmbH von Geschäftsführer Enrique Báez gefunden, kann der Betrieb nach Chris Hemmanns Einschätzung wie gewohnt weiterlaufen. Wenn nicht, steht die Zukunft des Lokals mehr denn je in den Sternen.

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Die Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten sind laut Chris Hemmann sehr vielschichtig. „Aber am Ende haben wir einfach nicht genügend Gäste gehabt, um den Betrieb wie gewohnt aufrechtzuerhalten.“ Der Verlust des Michelin-Sterns und die Schließung des Feinschmeckerbereichs „Le Salon“ im vergangenen Jahr hatten nach Chris Hemmanns Einschätzung ebenfalls negative Auswirkungen auf den Restaurantbetrieb.

Chris Hemmann: Gerüchte schadeten Kesselhaus

„Viel schwerer als der Verlust des Sterns wogen aber die Gerüchte, die danach über das Kesselhaus verbreitet wurden“, sagt Chris Hemmann. Unter anderem wurde nämlich öffentlich kolportiert, dass sein Bruder, der Sternekoch Sven Hemmann, dem Restaurant den Rücken gekehrt habe. „Das war natürlich kompletter Quatsch“, sagt Chris Hemmann. „Aber trotzdem haben solche Gerüchte für eine Verunsicherung bei den Gästen gesorgt.“

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Vom Service und von der Küche her sieht Chris Hemmann das Restaurant nach wie vor gut aufgestellt. Nun müsse ein neuer Geschäftsführer an den richtigen Stellschrauben drehen und das Lokal wieder in sicheres finanzielles Fahrwasser manövrieren.

 

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