Mal ist er der nette Junge von nebenan, mal rammt er einen Kollegen und sorgt für einen Eklat: Sebastian Vettel. | Foto: dpa

Von Affären und Skandalen

Ein Eklat!

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Seit einiger Zeit hat der „Eklat“ die gute alte „Affäre“ weitgehend aus den Medien vertrieben, auch lieb gewonnene Begriffe wie „Sauerei“, „Schande“ und „Paukenschlag“ kommen nur noch höchst selten vor. Denn wo man auch hinschaut: Ein Eklat (frz.: éclat, Knall, Krach) jagt den nächsten. Zum Beispiel in Stuttgart („Box-Eklat: Manager rastet aus!“). Oder in Japan („Medien-Eklat von Vettel“), in Prag („Tribünen-Eklat der DFB-Fans“) oder in den USA („US-Vizepräsident sorgt beim Football für einen Eklat“). Von den vielen Talkshow-Eklats („Bosbach-Eklat bei Maischberger“, „Petrys kalkulierter Eklat“) ganz zu schweigen. Mal kommt er gänzlich überraschend, der Eklat, mal hatte man ihn schon vorausgesehen, bisweilen wird er sogar provoziert.

Die Mutter aller Eklats

Die Mutter aller Eklats dürfte in der Nibelungensage zu finden sein: der Zwist zwischen Kriemhild und Brunhild auf der Treppe des Wormser Doms. Im Streit um den Vortritt ins Kircheninnere beschimpfte Kriemhild Brunhild als „Kebsweib“ (Mätresse) ihres Gatten Siegfried. Ein Wort gab das andere und am Ende stand der Untergang der Nibelungen.

„Schnauze, Iwan!“

Für einen der ersten Eklats im Deutschen Bundestag sorgte übrigens im Jahr 1951 ein gewisser Franz Josef Strauß, der den KPD-Politiker Heinz Renner mit den Worten „Schnauze, Iwan!“ auf seine unnachahmliche Art zur Ruhe bat.

Verpatzte Hochzeit

Fast schon nibelungenreif war jener Eklat, der sich vor wenigen Tagen in Singapur abspielte. Dort nahm eine fröhliche Hochzeitsfeier ein unrühmliches Ende, nachdem der Bräutigam während des Festbanketts einen Film laufen ließ, der seine frisch angetraute Frau beim Fremdgehen zeigte. Der Mann war offenbar schon seit längerer Zeit misstrauisch gewesen und hatte eine Privatdetektivin
engagiert, die die Braut sechs Wochen lang auf Schritt und Tritt verfolgte. Die professionelle Schnüfflerin zeichnete ihre Beobachtungen auf – und diese beinhalteten unter anderem auch sehr intime Situationen zwischen der Verlobten und ihrem Liebhaber.

Keilerei nach Film

Während der Feier spielte der Bräutigam zunächst einen romantischen Film ab, der die glücklichen Momente des Brautpaares zeigte. Doch dann bekamen die Gäste plötzlich das pikante Material zu sehen. Anschließend soll es zu einer Keilerei der beiden Familien gekommen sein. Ob sich die untreue Braut und der rachsüchtige Bräutigam nach diesem Eklat inzwischen wieder versöhnt haben, ist leider nicht überliefert.