DAS PASST: Pepper, Prominente und ein Projekt von Gewicht. Die Fiducia & GAD IT AG, eines der größten deutschen IT-Unternehmen, investiert 77 Millionen Euro in ihr Karlsruher Neubauprojekt. Offizieller Baustart war am Freitag. | Foto: Hora

Fiducia & GAD investiert

77 Millionen Euro für neuen IT-Campus

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Pepper, der menschlich anmutende kleine Roboter aus Japan, macht winke-winke und plappert wie einst im TV-Klassiker „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ munter vor sich hin. Hinter ihm stecken acht blitzeblanke Spaten im Sand. Heizstrahler bringen Wärme ins Festzelt. Die Fiducia & GAD IT AG hat auch etwas zu Feiern – und mit ihr die Technologieregion Karlsruhe. Denn obwohl der IT-Dienstleister der 1 000 Volks- und Raiffeisenbanken seit der Fusion seinen juristischen Firmensitz in Frankfurt am Main hat, werden in Karlsruhe insgesamt 77 Millionen Euro für den neuen „IT Campus“ ausgegeben. Den europäischen Wettbewerb hat auch noch das Karlsruher Architekturbüro archis gewonnen – es läuft also gut für die Fächerstadt. In der bauen gerade kräftig Unternehmen wie dm, Weisenburger-Bau, der Kommunale Versorgungsverband Baden-Württemberg sowie bald Ikea, Investor Dommermuth (1&1, Web.de) und nun eben die Fiducia & GAD IT AG. Dementsprechend strahlt auch Oberbürgermeister Frank Mentrup und lobt „das Bekenntnis zum Standort Karlsruhe“.

Fiducia-Vorstandsmitglied Jörg Staff spricht von einem „innovativen Ausrufezeichen“, das man setzen wolle. Es entsteht auf 34 000 Quadratmetern auf einem ehemaligen Parkplatz in drei Bauabschnitten. Der erste soll im Herbst 2019 fertig sein, der zweite Mitte 2021 folgen. Über Abschnitt drei entscheidet der Aufsichtsrat voraussichtlich im Juni. Dann hat die Fiducia einen zentralen IT-Campus samt „Think Tanks“, Lounges, Besprechungs- und Einzelzimmern sowie 300 neuen Parkmöglichkeiten – sogar an Duschen für Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz fahren, wurde von den Planern gedacht.

Fiducia & GAD will weitere Talente gewinnen

Dass die Fiducia sich so ins Zeug legt, hat Gründe: Ohnehin legt das Unternehmen – eines der größten deutschen IT-Dienstleister – auf repräsentative Bauten Wert. Der bisherige IT-Campus ist eigentlich keiner, zu verstreut sind die einzelnen Gebäuden, die teils aus dem Jahr 1958 stammen. Zudem ist in der Technologieregion Karlsruhe der Wettbewerb um Top-IT’ler groß – nicht nur wegen des Weltkonzerns SAP in der Nachbarschaft. Darauf weist auch Fiducia-Chef Klaus-Peter Bruns hin. Die Talente „wollen wir gewinnen“, auch mit attraktiven Arbeitsplätzen in dem energieeffizienten Neubau, der per Geothermie komplett versorgt werden wird.

Die Fiducia hat über 6 400 Mitarbeiter in Karlsruhe, Münster, München, Frankfurt und Berlin, die 1,4 Milliarden Euro erlösen. Neben zahlreichen Banken betreut das Unternehmen unter anderem auch den ADAC