Zugefroren war der alte Hafen in Leopoldshafen während der kalten Tage in der zweiten Januarhälfte. | Foto: BNN

Karlsruhe: das Januar-Wetter

Ein richtig kalter Januar

Von Bernhard Mühr

 

Der Januar 2017 war laut der Daten der Station Rheinstetten des Deutschen Wetterdienstes deutlich zu kalt, sehr trocken und sehr sonnig. Die Auswertung des Materials nahm Bernhard Mühr, Meteorologe am KIT, vor.

Temperatur

Das Jahr 2017 begann mit einem winterlich kalten Januar. Er wies eine negative Monatsmitteltemperatur von minus 1,4 Grad Celsius auf und fiel somit 2,3 Grad kälter aus als üblich. Besonders kalt verlief vor allem die erste Monatsdekade, in der in jeder Nacht Frost auftrat und auch tagsüber das Thermometer nur wenig über null Grad hinauskam; während der ersten zehn Tage konnten sogar drei Eistage (Tage mit Dauerfrost) verzeichnet werden. Danach schlossen sich bis zum 15. Januar fünf etwas mildere Tage an. Windschwache Verhältnisse begünstigten ab dem 23. die Ausbildung einer Hochnebeldecke, unter der es auch tagsüber sehr kalt blieb; die Höchsttemperatur am 23. lag bei gerade einmal minus 4,7 Grad. In den letzten Wintern eher eine Rarität, konnten in diesem Monat fünf Nächte mit Tiefstwerten der Temperatur von unter minus zehn Grad verzeichnet werden.

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Niederschlag

Der seit Juli 2016 anhaltende trockene Witterungsabschnitt setzte sich auch im Januar 2017 weiter fort. Die gesamte Niederschlagsmenge von 20,4 Millimetern entspricht lediglich 34 Prozent der langfristigen Norm. Schnee war ein Thema. Die maximale Höhe lag bei gerade zwei Zentimetern.

Sonne

Ostlagen, mit denen zwar kalte aber trockene Luftmassen nach Karlsruhe gelangten, machten den Januar 2017 zu einem überaus sonnigen Monat. Mit insgesamt 73,3 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihren langjährigen Vergleichswert von 37,7 Stunden um fast das Doppelte. Dabei gingen mehr als 60 Prozent des Monatssonnenscheins auf das Konto von nur sechs Tagen in der Monatsmitte.

Wind

Kräftige atlantische Tiefdruckgebiete sorgten für einen vergleichsweisen windigen Witterungsabschnitt vom 11. bis zum 13. Januar. Besondere Erwähnung verdient dabei das Sturmtief „Egon“, dessen Sturmfeld am Abend des 12. und in der Nacht zum 13. den mittleren Oberrhein überquerte. Die schweren Sturmböen erreichten in Rheinstetten Geschwindigkeiten bis zu 94,7 Kilometern in der Stunde.

Vergleich mit dem Januar 2016

Mit gänzlich anderen Vorzeichen kam der Januar im Vorjahr daher, er war viel zu warm und viel zu nass. Einzig beim Sonnen schaffte er wie in diesem Jahr ein deutliches Plus. Der Januar 2016 präsentierte sich mehr als fünf Grad wärmer als 2017. Der Januar 2016 war ein überaus nasser Monat, die Regenmenge von fast 90 Millimetern entsprach 148 Prozent der Norm und lag viereinhalb mal so hoch wie 2017. Während 2016 morgens um sieben Uhr an keinem einzigen Tag eine geschlossene Schneedecke gemeldet wurde, war das 2017 insgesamt siebenmal der Fall. Allerdings handelte es sich um äußerst spärliche Schneemengen. Überdurchschnittlich sonnig fielen beide Januarmonate aus.