Künftig leben die „Euro-Bienen“ in einem ausgehöhlten Baumstamm bei Schloss Gottesaue. | Foto: Jodo

Bienenvolk in Karlsruhe

Imker siedeln 10.000 Bienen von der Karlsruher Innenstadt in die Oststadt um

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Katrin Sonnleitner ist zufrieden: „Es hat alles wunderbar geklappt“, freut sich die Hobbyimkerin. Nur gut 20 Minuten hat das Bienenvolk gebraucht, um sein neues Zuhause in der Oststadt zu erobern. Künftig leben die „Euro-Bienen“ in einem ausgehöhlten Baumstamm bei Schloss Gottesaue.

Der Bienenschwarm hatte sich Anfang der Woche am Tisch eines Restaurants am Europaplatz niedergelassen und bei Passanten für Aufregung gesorgt. Sonnleitner hatte die Tiere gemeinsam mit ihrem Mann Gunther Dittkuhn und Hobbyimkerin Pascale Sarge eingefangen.

Tiere haben genug Vorräte dabei

Die vergangenen Tage verbrachten die Bienen in einer Box im Keller – was ihnen laut Katrin Sonnleitner keineswegs schadet: „Die Tiere haben Honig dabei und damit genug Vorräte.“ Entgegen erster Annahmen handelt es sich nicht um bis zu 20 000, sondern nur um etwa 10 000 Tiere. Deren neues Zuhause ist nun Teil des Urban-Gardening-Projekts „Fächergarten“ in der Oststadt.

Die Hoffnung auf ein neues Zuhause

Dass die Tiere den Baumstamm – in Fachkreisen ist von „Klotzbeute“ die Rede – so schnell annehmen, verwundert die Hobbyimkerinnen nicht. Die Tiere seien schließlich in der Hoffnung auf ein neues Zuhause überhaupt erst ausgeschwärmt, bevor sie schließlich am Europaplatz landeten. Über eine selbstgebaute Rampe liefen sie in den Baum. „Sie orientieren sich nach oben – und gehen dorthin, wo es dunkel ist“, sagen Sarge und Sonnleitner.

Wenn sie das Zuhause als geeignet empfinden, sondern die Bienen einen bestimmten Duft ab – als Zeichen für die anderen Tiere. „Danach fliegen sie sich ein und schauen, wo sie die nächste Futterquelle finden“, sagt Sonnleitner.

Honig und Zuckerwasser

Die Hobbyimkerinnen werden die „Euro-Bienen“ aber auch mit Honig oder Zuckerwasser füttern. „In der Hoffnung, dass dieser Baumstamm jetzt dauerhaft belebt ist“, erklärt Sonnleitner. Das letzte Bienenvolk dort fiel der Varroamilbe zum Opfer. Diese wurde aus Asien eingeschleppt und lebt als Parasit der Honigbiene. „Sie muss konsequent bekämpft werden“, so Sonnleitner. Dafür wird Ameisensäure in die Bienen-Behausung gesprüht. Den Bienen schadet das nicht, der Milbe aber schon. „Ziel ist, dass die Bienen möglichst stark in den Winter gehen“, so die Hobbyimkerin.

Keine „Fichte“-Bienen

Die Vermutung des Fichte-Gymnasiums, bei den Tieren handele es sich um das ausgeschwärmte Volk aus der Bienen-AG bestätigte sich derweil nicht. Die „Euro-Bienen“ seien noch nicht so lange unterwegs gewesen wie die „Fichte-Bienen“, erklärt Gunther Dittkuhn. Tina Mayer

Helfer gesucht:
Um dauerhaft ein Bienenvolk im Baum bei Schloss Gottesaue halten zu können, hoffen die Hobbyimkerinnen auf helfende Hände. Interessierte können hier per Mail Kontakt aufnehmen: bienen@katrin-sonnleitner.de.