Der Frühling ist die Jahreszeit des Entdeckens. Passend dazu erscheint die BNN-Beilage "Frühlingsgefühle". | Foto: Pixabay

BNN-Beilage „Frühlingsgefühle“

Eine Gefühlssache

Erste milde Sonnenstunden. Begeistertes Vogelgezwitscher. Besitzer von Rüden regen sich auf über zahlreiche läufige Hündinnen. Der Onkel klagt über die jahreszeittypische Müdigkeit. Die Kollegin skizziert mit glänzenden Augen die figürliche Auswirkungen ihrer begonnenen Detox-Kur. Hausfrauen planen generalstabsmäßig ihre Großputzaktionen. Endlich Frühling! Oder doch nicht? Kommt ganz drauf an, wen man fragt!

Frühling – für viele die schönste Jahreszeit

Die Wetterfrösche sagen: Klar, schon längst! Weil aus Klima-Vergleichbarkeitsgründen der meteorologische Frühling wie jede andere Jahreszeit genau drei Monate dauern soll und der Monatserste naheliegend ist, hat die UN-Weltorganisation für Meteorologie kurzerhand mal festgelegt, dass „ihr“ Frühling am 1. März beginnt.

Die Astronomen sind da wesentlich später dran, wie wir ja auch dem Kalender entnehmen können. „Ihr“ Frühling beginnt auf der Nordhalbkugel am 20. März (in diesem Jahr pünktlich um 17.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit), wenn die Sonne innerhalb von Sekunden den Himmelsäquator von Süden nach Norden überquert. Diese „Tagundnachtgleiche“, auch Äquinoktium genannt, kann sich im Zeitraum vom 19. bis 21. März ereignen, heuer halt am 20. Für die Berechnung des Osterfests wiederum ist als fixes Datum für den Frühlingsbeginn der 21. März bestimmt. Am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond ist Ostern.

Weder der meteorologische noch der astronomische Frühlingsanfang können allerdings für die berühmten Frühlingsgefühle sorgen. Maßstab für das, was wir gefühlsmäßig mit dieser, für viele Menschen schönsten Jahreszeit verbinden, ist eigentlich der phänologische Kalender, der im Februar in Portugal beginnt, sich mit runden 1,6 Stundenkilometern weiterbewegt und etwa Mitte April bei uns ankommt. Den Frühling markieren hier charakteristische Entwicklungsstadien bestimmter Gewächse, die Blüte sogenannter phänologischer Zeigerpflanzen, den Vorfrühling etwa von Schneeglöckchen bis Salweidenkätzchen, den Erstfrühling von Forsythie bis Birnbaum und den Vollfrühling von Apfelbaum bis Eberesche.

Menschen sind kontaktbereiter

Wenn es draußen heller und wärmer, die Natur bunt und dank der Vögel lauter wird, wenn sie zu duften beginnt – dann „fühlen“ wir Frühling. Nicht, dass etwa „die Sexualhormone“ verrückt spielen und wir uns deshalb gerade in dieser Jahreszeit verlieben. Diese These ist widerlegt. Aber wir gehen im Frühling mehr ins Freie, bewegen uns im Durchschnitt deutlich mehr, sind kontaktbereiter, wie Psychologen wissen. Verantwortlich gemacht für die Frühlingsgefühle wird eine erhöhte Ausschüttung des Glückshormons Serotonin und gedrosselte Produktion des Schlafhormons Melatonin. Ein Überhang an letzterem verursacht die berüchtigte Frühjahrsmüdigkeit – vorübergehend glücklicherweise.

Weitere Artikel und Tipps rund um den Frühling gibt es in der BNN-Beilage Frühlingsgefühle.