Da zogen sie noch durch die Straßen: Zwischen 2000 und 2015 lockte die vom Stadtjugendausschuss organisierte SkateNite die Massen an. 2016 fand sie noch einmal statt, seither ist Schluss. Das will eine Skater-Initiative nun ändern. | Foto: jodo

Einsatz für beliebtes Event

Eine rollende Demo für die SkateNite

Sie zog über Jahre hinweg Tausende von Menschen auf die Straßen, bis sie vor zwei Jahren für immer in die Versenkung rollte: die SkateNite. Es waren mehrere Gründe, die nach über 15 Jahren zu dem Aus des beliebten Events führten. Letztlich wog aber einer am schwersten: Die Polizei sah sich nicht mehr in der Lage, solche „planbaren“ Veranstaltungen zu unterstützen. 2016 zogen die Skater noch ein letztes Mal durch die Straßen, seither ist Schluss. Nun haben einige Unterstützer der SkateNite eine Initiative gegründet, mit der sie gegen das Ende des Massenspektakels demonstrieren wollen.

Termine im Juni und Juli

Dafür sind bereits zwei Termine angedacht, der 28. Juni und der 26. Juli. In einer Mitteilung der Initiative heißt es dazu, die geplante SkateDemo-Karlsruhe sei die „Antwort auf den Tod der langjährigen und erfolgreichen Karlsruher SkateNite, welche vor Jahren bis zu über 3 000 Inlineskater zum Mitskaten animierte“. Der Teilnehmerradius habe sich vom Rhein-Neckar-Gebiet bis in die Ortenau und in das benachbarte Elsass erstreckt.

Sitzen zwischen den Stühlen

Diverse Skatenights seien aus Demonstrationen hervorgegangen – wenngleich auch nicht die Karlsruher Veranstaltung . Deshalb wolle man dieses Mittel nun nutzen und dafür demonstrieren, „dass die Karlsruher wieder im etablierten Rahmen mit behördlicher Genehmigung und Unterstützung der Ordnungskräfte durchgeführt werden kann“. Der Leiter des städtischen Ordnungs- und Bürgeramtes, Björn Weiße, bedauert das Aus der SkateNite – sieht die Stadt hier aber auch gleichzeitig ein bisschen zwischen den Stühlen. Zum einen habe man natürlich Verständnis für die Polizei, die 2016 bekanntgegeben habe, die fliegenden Straßensperren während der Veranstaltung nicht mehr stemmen zu können. Zum anderen habe das Ende einer solchen Traditionsveranstaltung Auswirkungen auf die Menschen in Karlsruhe.

Neue Aufgaben für die Polizei

„Natürlich sind die Polizeikräfte insgesamt in der Lage, die bestehende Lage gut zu bewältigen“, sagt Polizeisprecher Raphael Fiedler. Tatsächlich schiebe seine Mannschaft aber auch zahlreiche Überstunden, diese müssten irgendwann wieder reduziert werden. Zudem seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Aufgaben für die Polizei hinzugekommen – etwa durch die veränderte Terrorismuslage, durch immer mehr Demonstrationen oder andere Events. Bei „planbaren Veranstaltungen“, wie die SkateNite eine sei, müsse deswegen die Unterstützung durch die Polizei „minimiert bis ausgeschlossen werden“, so Fiedler.

Das Problem mit dem fließenden Verkehr

Alternativ, so hieß es schon im Jahr 2016, könnten auch der Veranstalter oder die Stadt bei der Begleitung des Events einspringen. „Das ist allerdings in der Praxis schwer umsetzbar“, erklärt Björn Weiße. Das Ordnungsamt dürfe schließlich nicht in den fließenden Verkehr eingreifen. Möglichkeiten wie die Polizei, die bei der SkateNite mit Motorrädern die Straßen nur kurzzeitig absperrte, habe die Stadt deswegen nicht. „Wir könnten lediglich mit Absperrgittern arbeiten“, sagt Weiße. Das sei aber sehr aufwändig und somit in der Praxis nicht darstellbar. Beim Veranstalter sehe das genauso aus, auch er darf nicht in den fließenden Verkehr eingreifen. Laut Weiße hat das Ordnungsamt bereits dreimal beim Innenministerium darum gebeten, in den fließenden Verkehr eingreifen zu dürfen. Genehmigt wurde es nie.

Ob die Demonstrationen der Skater-Initiative genehmigt werden, steht noch nicht fest. Derzeit laufen Gespräche. Dabei muss geklärt werden, ob die SkateDemos tatsächlich als Versammlungen anerkannt werden. Eine Ersatzveranstaltung zur SkateNite, bei der der Spaß im Vordergrund stehe, würde wohl kaum genehmigt, glaubt Polizeisprecher Fiedler.