Besondere Anziehungskraft übt der gefrorene See in der Günther-Klotz-Anlage auf viele Spaziergänger aus. Ist das Eis dick genug, kommen hier Schlittschuhläufer auf ihre Kosten. | Foto: Jörg Donecker

Karlsruhe

Eiszeit fasziniert an Karlsruher Seen

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Bei Sonnenschein und minus vier Grad Kälte sind am Montagvormittag viele Spaziergänger an den Seen in Karlsruhe unterwegs. Diese faszinieren mit einer scheinbar dicken Eisdecke. Aufs Eis wagen sollten sich Spaziergänger und Schlittschuhläufer vorerst nicht. Denn noch sind die Flächen nicht freigegeben.

„Klonk“ ertönt es dumpf, als das Eisstück auf den gefrorenen See im Schlossgarten trifft. Die Werferin, ein kleines Mädchen, dick eingemummelt in eine lilafarbene Jacke, freut sich über das Geräusch und greift mit ihren behandschuhten Händen gleich das nächste Eisstück. „Du darfst nicht aufs Eis drauf, ich vertraue dir“, ermahnt ihre Mutter sie und beobachtet genau, was die Kleine tut. „Hier vorne sieht das Eis sehr dick aus, ich glaube, das trägt schon“, überlegt die Mutter. Ausprobieren möchte sie es aber nicht. Und tatsächlich warnt wenige Meter weiter ein Schild: „Betreten der Eisfläche verboten“. Offiziell freigegeben wird die Eisfläche nie.

Eisdicke-Test

Bei Sonnenschein und minus vier Grad Kälte sind am Montagvormittag viele Spaziergänger rund um den See im Schlossgarten unterwegs. „Ich habe vorhin mit einem Stock aufs Eis gedrückt, da kommt Wasser hoch“, beschreibt eine Spaziergängerin, wie sie die Eisdicke getestet hat. „Da hinten war ich aber nicht, da sieht es aus, als wäre es noch nicht ganz zugefroren“, sagt sie. Immerhin schwimmen Enten und Schwäne direkt neben der Eisdecke im Wasser.

Dünnes Eis: Nur wenige Meter weiter schwimmen Enten und Gänse im Schlossgartensee. | Foto: Jörg Donecker

Dünne Eisdecke

In der Günther-Klotz-Anlage steht ein Mann am Rand des Ruderbootsees und prüft mit dem Fuß, ob das Eis trägt. Knirschend gibt die dünne Eisdecke nach. „Ich spiele nur“, sagt er und lacht. In seiner Hand hält er ein Smartphone. „Die Eisstücke auf dem See haben mich so fasziniert, da muss ich ein Bild machen.“

Eis riecht gut

Leo Kurpas-Ambos ist mit seiner Schwester Julie-Marie und Oma Dietlinde Ambos in der riesigen Grünanlage an der Alb unterwegs. Der Junge legt seinen Tretroller hin, schnappt sich ein kleines Stück Eis vom Boden und hält es sich unter die Nase. „Eis riecht gut“, verkündet er zufrieden. „Es riecht nach ganz kaltem Wasser und Natur.“ Leo zeigt das handgroße Stück. Gräser und Erde sind darin eingefroren. „Meine Enkelkinder sind erst gestern aus Australien wiedergekommen, dort waren sie drei Wochen im Urlaub“, erzählt Dietlinde Ambos, „deswegen sind sie auch ganz verrückt nach dem Eis und der Kälte.“

Eisfläche in der „Klotze“ noch nicht freigegeben

Das städtische Gartenbauamt hat die Eisfläche des Ruderbootsees in der „Klotze“ noch nicht freigegeben. Auf Schildern ist zu lesen „Keine Eislauffläche – Keine Haftung der Stadt“. In manchen Jahren konnten die Karlsruher den See bereits betreten, wenn das Eis dick genug war. Schlittschuhläufer kamen dann auf ihre Kosten. Das Gartenbauamt prüft auch die Eisdicke des Sees im Stadtgarten.

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Vor zwei Jahren wagten sich die Schlittschuhläufer auf das Eis der Seen. Karlsruher Günther-Klotz-Anlage – Schlittschuhlaufen erlaubt. Wir wollen von den BNN-Lesern wissen, ob sie sich auf das Eis eines Sees trauen würden.