Ammenhaie, Elstner., Reinschmidt
HAI-LIFE herrscht bei den geselligen Ammenhaien. Das erleichterte Frank Elstner und Matthias Reinschmidt die Annäherung an die zu Unrecht schlecht beleumundete Fischart. | Foto: Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

„Elstners Reisen“ am Samstag

TV-Dreh mit Karlsruher Zoo-Direktor: Hai-Helfer und eine Wette

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Zu bedrohten Haiarten in den Gewässern vor den Bahamas und Florida führt die siebte Ausgabe vom „Elstners Reisen“. Für die Dreharbeiten kamen TV-Moderator Frank Elstner und der Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt Haien sehr nahe – körperlich wie emotional.

Haie hautnah: Für die nächste Folge der Artenschutz-Doku-Reihe „Elstners Reisen“ suchten sich TV-Moderator Frank Elstner und der Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt eine Tierart aus, die nicht unbedingt ein Sympathieträger ist. Eigentlich zu Unrecht, sind sich die beiden einig. „Haie sind keine Killermaschinen, und sie sind auch lange nicht so gefährlich, wie sie immer dargestellt werden“, betont Reinschmidt. „Wir machen Filme über Tiere, die Aufmerksamkeit am nötigsten haben“, erinnert Elstner nun bei einem Besuch im Zoo Karlsruhe.

100 Millionen Haie kommen jedes Jahr bestialisch zu Tode

500 Haiarten gibt es in den Weltmeeren, mehr als ein Drittel ist vom Aussterben bedroht, untermauert Reinschmidt seine Einschätzung. 100 Millionen Tiere kommen jedes Jahr teils bestialisch zu Tode, erklärt der Fernsehmann: Als Beifang in Fischernetzen, in noch viel größerer Zahl aber, weil ihnen – für die Suppenproduktion – die Rückenflossen abgeschnitten werden. „Anschließend werden die Tiere zurück ins Meer geworfen und gehen elend zugrunde“, schildert er. Zu schaffen machen den Raubfischen auch Schadstoffe in dem Meeren – Plastik inklusive.

Besuche bei Forschern und Hai-Schützern

Auf den Bahamas und in Florida besuchten Elstner, Reinschmidt, Produzent Christian Ehrlich und sein Team Menschen, die sich dem Schutz der Haie verschrieben haben, und Wissenschaftler, die zum Lebenszyklus, zur Bedeutung der Haie in den Ökosystemen und zu ihrer Bedrohung forschen. Zehn Tage waren sie mit einem Katamaran auf dem Wasser. „Ich bin den Haien dabei näher gekommen, als ich je gedacht hätte“, bekennt Frank Elstner. „Körperlich wie emotional.“

Matthias Reinschmidts Begegnung mit einem Hammerhai

Klar sei schon vor der Reise gewesen, dass vor allem Matthias Reinschmidt mit den Haien tauchen würde. Dieser hat seine Begegnung mit einem dreieinhalb Meter langen Hammerhai vor Bimini besonders eindrücklich in Erinnerung. „Er war das größte Tier, das mir bislang unter Wasser begegnet ist“, räumt er ein. Die dortige Forschungsstation von Samual Gruber untersucht beispielsweise die Zugwege der Zitronenhaie und markiert sie, schildert der Zoochef.

Frank Elstern hatte gewaltigen Respekt

Während Elstner das Aufeinandertreffen Reinschmidts mit dem Hammerhai nur am Monitor verfolgte, traute er sich zu den deutlich kleineren Ammenhaien ins knietiefe Wasser hinein. Mit gewaltigem Respekt, so bekennt er, näherte er sich den geselligen Haien, die auf den Bahamas eine Touristenattraktion sind und sich anfassen lassen.

Ein Fallschirmsprung als Wetteinsatz

Für den Sprung ins tiefe Wasser zu einem riesigen Schwarm karibischer Riffhaie bei Nassau setzte Elstner sich dann selbst unter Druck. Eine Wette mit Joseph Baron von Kerckerinck, der sich dem Haischutz verschrieben hat, steckt dahinter. „Ich habe angekündigt, mit Haien zu schwimmen, wenn er zuvor bei Osterburken mit Eberhard Gienger und mir einen Fallschirmsprung aus 4 000 Metern Höhe wagt“, berichtet der Entertainer. Der Haischützer legte vor – Elstner musste seine Angst überwinden. Und ist froh darüber: „Im Wasser war ich dann nur noch völlig fasziniert von der Schönheit und Eleganz der Haie“, sagt er. Letztlich fuchste es den 76-Jährigen, dass er nur schnorcheln durfte – im Gegensatz zu Matthias Reinschmidt hat er keinen Tauchschein. „Den mache ich jetzt“, ist Elstner entschlossen.

Bullenhaie in der Kinderstube

Bullenhaien begegneten die beiden schließlich in Floridas Mangrovenwäldern bei Haiforscher Patrick O’Donnell. Der versieht die Raubfische in ihrer „Kinderstube“ mit Sendern. Elstner und Reinschmidt packten mit an, als er schon gut einen Meter große Jungspunde aus dem Wasser zog. Abermillionen Mücken machten ihnen da mehr zu schaffen als die Hai-Teenager. Weitere Helden der siebten Folge von „Elstners Reisen“ sind Seekühe, urzeitliche Bahama-Leguane und schwimmende Schweine. Und für die achte Folge, die im Sommer gedreht werden soll, gibt es bereits eine Idee, lassen Reinschmidt und Elstner durchblicken.  Mehr aber auch nicht.

Sendetermin

„Elstners Reisen: Die Retter der Haie“: Samstag, 16. März, 20.15. Uhr, SWR Fernsehen

„Im Unterschied zu großen Landtieren, die angetrabt kommen, brüllen und eine Staubwolke hinter sich herziehen, ist der Hai elegant. Er fliegt durchs Wasser wie ein Vogel durch die Luft. Das nimmt einem die Angst, denn ihn zu sehen, wird ein ästhetisches Erlebnis.“             Frank Elstner