ZUGANG WIEDER MÖGLICH: Am Spielplatz des Citypark in Karlsruhe spielen die ersten Eltern mit ihren Kindern. | Foto: Mahler

Lockerung Corona-Maßnahmen

Eltern freuen sich über Öffnung der Karlsruher Spielplätze

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Im Karlsruher Citypark ist der Spielplatz zu neuem Leben erwacht. Die roten Absperrbänder sind weg, Kinder schaukeln, buddeln im Sand, klettern über die unterschiedlichen Spielgeräte. Seit heute können sie sich in Begleitung eines Erziehungsberechtigten wieder auf den Spielplätzen in Karlsruhe austoben.

Andreas Buschmann hielt sich in den vergangenen Wochen mit seinen Töchtern Nathalie und Rebecca auf der Wiese im Citypark auf. Das sei zwar ein Ausgleich zum Spielplatz gewesen, doch die Möglichkeiten mit den unterschiedlichen Geräten fänden seine Kinder wesentlich spannender. Seine Frau arbeitet normal, er selbst befindet sich in Kurzarbeit und versorgt seine Töchter, die bald fünf Jahre alt werden. Als wesentlich größere Belastung als den zeitweisen Verzicht auf die Spielplätze empfindet Buschmann, dass die Kitas nach wie vor geschlossen sind. „Der soziale Kontakt fehlt enorm“, erklärt er.

Gemeinsame Zeit: Andreas Buschmann spielt mit seinen Töchtern Rebecca und Nathalie. | Foto: Mahler

Auf der Anlage kann auf keinen Fall von Normalbetrieb die Rede sein. Während beispielsweise die Rutsche fast ungenutzt bleibt, nutzen die Eltern die Größe der Anlage, um sich zu verteilen und nicht zu nahe bei den anderen zu sein. Nach den Worten von Thomas Ertelt fällt es generell schwer, sich in den Kopf der Kinder zu versetzen. Seine fast dreijährige Tochter könne die gesamte Tragweite der Corona-Pandemie noch nicht begreifen.

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Doch vor der Krise sei sie etwa viel waghalsiger die Rutsche hinuntergesaust. Jetzt gräbt sie lieber mit einer violetten Mini-Schaufel im Sand. „Sie bindet mich Non-stop ein“, sagt Ertelt, der nachmittags arbeitet. Seine Frau übernehme dagegen die Schicht am Morgen. Der Selbstständige spricht davon, dass er die Öffnung der Kitas wichtiger fände als die der Spielplätze.

Thomas Ertelt arbeitet nachmittags und kümmert sich morgens um seine Tochter Matilda. | Foto: Mahler

Anja Huber und ihr Sohn Niclas – deren Namen auf Wunsch geändert wurden – sitzen in der Sonne auf einer Sitzbank. Sie selbst seien nicht so stark von den Kita-Schließungen betroffen, verdeutlicht Huber – die Problematik sehe sie vor allem aber bei anderen Familien. Huber und ihr Mann sind beide im Homeoffice, könnten sich so also rund um die Uhr um den Sohn kümmern. „Die Freunde fehlen ihm aber spürbar“, sagt Huber. Niclas habe zudem immer wieder nachgefragt, wann er endlich wieder auf den Spielplatz könne.