Das "alte" Wildparkstadion könnte bald Historie sein. | Foto: jodo

OB Mentrup informiert

Endspurt bei der Stadion­vergabe

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Wenn der Gemeinderat am kommenden Dienstag mehrheitlich grünes Licht gibt, ist der nächste große Schritt zum Vollumbau des Wildparkstadions in Karlsruhe getan.

Das hat Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup am Mittwoch bei einer Pressekonferenz „froh und stolz“ verkündet.

Zwei Bieter zur Auswahl

Der Beschlussvorschlag ist offiziell: Zwei Bieter stehen darin noch zur Abstimmung, wie viele es insgesamt waren, dürfe die Stadt nicht sagen. Rund 77 Millionen Euro kostet der Stadionbau beim günstigeren Bieter, rund 90 Millionen Euro beim teureren, bei dem dafür die stadionbezogene Infrastruktur rund vier Millionen Euro weniger kostet. Nach den städtischen Vorstellungen sollte der Stadionkörper 75 Millionen Euro kosten.

Parkdeckfrage bleibt offen

Die Verwaltung bevorzugt den günstigeren Bieter und will dafür vom Gemeinderat das Votum. Dennoch, betont Mentrup, würde man mit beiden noch Gespräche führen. Offen bleibt nach wie vor die Frage des Parkdecks. Damit wolle man sich bis 2020 Zeit lassen (die BNN berichteten bereits). Bis dahin könne der Karlsruher SC (KSC)  eine Finanzierung vorlegen und das Thema selbst anpacken. Danach behalte es sich die Stadt vor, selbst aktiv zu werden. Das Parkhaus ist nicht nur wichtig für den KSC zur wirtschaftlichen Vermarktung, sondern auch für die Fan-Trennung.

In Zukunft soll verhindert werden, dass zu viele Fans entlang des Adenauerrings parkten, so der OB. Die Verkehrs- und Sicherheitslage sei – außer bei besonderen Spielen, für die man besondere Maßnahmen brauche – noch so unproblematisch, dass das Parkdeck noch nicht so wichtig sei und man abwarten könne.

Darf der OB weiterverhandeln?

Der OB ist jedenfalls zuversichtlich, dass sein Gemeinderat am kommenden Dienstag das grüne Licht gibt. Dies würde bedeuten, dass Mentrup in den Tagen danach allerletzte Verhandlungen mit der ausgewählten Firma führen würde. Anfang November soll der Vertrag dann endgültig unterzeichnet werden.

Firma wird erst in einem Monat bekannt

Am kommenden Dienstag sollen jahrzehntelange Diskussionen und jahrelange Verhandlungen zu einem wichtigen Zwischenschritt kommen. Am 22. November  soll der Bieter, für den sich der Gemeinderat entscheidet, bekannt gemacht werden. Das Vergabeverfahren ist wegen europarechtlicher Vorgaben anonymisiert. An dem Termin im November sollen auch die ersten Ansichten des „neuen“ Stadions für die Öffentlichkeit sichtbar werden.

Am Dienstagabend hat sich auch der nichtöffentliche gemeinderätliche Hauptausschuss im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag mit dem Thema Vergabe des Wildpark-Neubaus beschäftigt. Dort gab es zwar keine Abstimmung, wie zu hören war, aber erneut Bekenntnisse für und wider den Neubau. Die kommunalpolitische Schlachtordnung blieb die bekannte: Die Mehrheit aus CDU, SPD und FDP bekennt sich zum Neubau, die Grüne-Fraktion und die Kult-Fraktion sind scharfe Kritiker. Vor allem die Grünen verwiesen auf die ihrer Ansicht nach finanzielle Unzuverlässigkeit des KSC. Thema der Sitzung war auch der Brief des KSC an den Oberbürgermeisters, in dem der Verein ausdrücklich seine finanzielle Solidität betonte.