Andrang am Waffelstand
Stark frequentiert ist derzeit der Waffelstand im Karlsruher Zoo. Der gelbe Kiosk, den im kommenden Jahr ein Neubau ersetzen soll, ist seit Weihnachten das einzige gastronomische Angebot in der Anlage. | Foto: jodo

Nur der Waffelstand hat offen

Engpass bei der Gastronomie im Zoo Karlsruhe

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Im Karlsruher Zoo gibt es derzeit einen Engpass bei der Versorgung der Besucher mit Essen und Trinken: So ist seit Weihnachten lediglich der Waffelstand geöffnet. Zoobesucher dürfen daher die Anlage verlassen, um ein Restaurant zu besuchen.

Besucherzahl  war  2019 nah am Rekord

Richtig viel los war über die Ferientage um Weihnachten und den Jahreswechsel im Karlsruher Zoo. „Das hat dazu beigetragen, dass wir 2019 von den Besucherzahlen das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten hatten – und das in einem Jahr ohne Lichterfest“, freut sich Zoodirektor Matthias Reinschmidt. Nur rund 6 000 Gäste weniger als 2018 seien gezählt worden, damals kamen 1 067 810 Besucher.

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Und auch das neue Jahr lief gut an: Am langen Wochenende über Dreikönig, als das Wetter weniger einladend war, lockten Elefanten, Seelöwen, Eisbär Kap, das kleine Flusspferd Halloween, Affenkind Hadi und Co 8 681 Menschen in den Zoo. Diese waren aber gut beraten, sich etwas zu essen und eine Thermoskanne mit heißem Tee mitzubringen: Das gastronomische Angebot in Zoo und Stadtgarten ist aktuell eher unzureichend.

Restaurant „Exo“  ist seit Ende Oktober zu

So ist das Restaurant „Exo“ im Exotenhaus seit Ende Oktober geschlossen, als Pächter Andreas Hill das Handtuch warf. Die „Zoo-Terrassen“ bei der Seelöwen-Anlage kündigen Ferien bis 11. Januar an. Bei der Saftbar „Mjam“ neben dem Kinderspielplatz verspricht ein Schild auch noch am 7. Januar, man sei „nächstes Jahr wieder da“. Der Kiosk bei der Eisbären-Anlage, der vor allem Souvenirs verkauft, aber auch Eis und Popcorn im Angebot hat, war bis zum vergangenen Wochenende ebenfalls zu. Und das „Karlkutta“ bei der Wollf-Anlage ist ebenso wie der Crêpes-Stand beim Streichelzoo nur in den wärmeren Jahreszeiten für die Zoobesucher geöffnet.

Ohne Doppelschicht wäre der Andrang nicht zu bewältigen gewesen

Bleibt Wims Waffelstand zwischen Raubtierhaus und Dickhäuteranlage, der in diesen Tagen nicht nur mit den frisch zubereiteten belgischen Waffeln, sondern auch mit Kaffee und Tee bei den Zoobesuchern punkten kann. Seit Weihnachten ist der gelbe Kiosk, anders als sonst in der kalten Jahreszeit üblich, täglich geöffnet. Christof Nadlinger, Geschäftsführer der betreibenden Wafco GmbH, war in den vergangenen Tagen selbst im Einsatz und unterstützte seine Mitarbeiterin. „Ohne die Doppelschicht wäre der Andrang gar nicht zu bewältigen gewesen“, sagt er.

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Nach draußen in ein Restaurant

So gut die Waffeln seit nunmehr 23 Jahren bei den Zoogästen ankommen – dass das Angebot für die komplette Anlage nicht ausreicht, ist Zoochef Reinschmidt klar. „Wir haben alles versucht, so kurzfristig aber niemanden gefunden, der beim Überbrücken hilft“, sagt er. An mehreren Stellen im Park wird daher darauf hingewiesen, dass man ein Restaurant außerhalb nutzen kann und dann mit der Tageskarte wieder zurück in den Zoo darf. Was vor allem beim Eingang Süd rege genutzt werde, erklärt Zoo-Pressesprecher Timo Deible.

Neuer „Exo“-Pächter im Frühjahr?

Bleibt die Frage nach der Perspektive: Fürs „Exo“ sei die Karlsruher Fächer GmbH in Verhandlungen mit einem neuen Pächter und zuversichtlich, dass es für die Zoogäste im Frühjahr ein neues gastronomisches Angebot gibt, heißt es im Zoo. Neu gebaut werden soll auch Wims Waffelstand. Zum einen soll er sich besser in die Zoo-Umgebung einpassen, zum anderen auch Gästen und Mitarbeitern mehr Komfort bieten. „Wir hoffen, dass es zur Saison 2021 klappt“, sagt Nadlinger.

Sehr dankbar sei man auch dem Betreiber des Crêpes-Standes, der Veranstaltungen wie den Nacht-Zoo oder das Oberwaldfest mit zusätzlichen Ständen bereichere, so Deible. Grundsätzlich sei ein einheitliches Konzept sinnvoll, alleine bei den unterschiedlichen Zuständigkeiten – Zoo, Gartenbauamt und Fächer GmbH – aber wohl noch in weiter Ferne.