"Erbsensuppe": So lautet das Thema der abwechslungsreichen Ausstellung in der Produzentengalerie zwettzwo in Durlach. Links ein Bild von Vera Holzwarth, rechts die "Kullererbsen" von Martina Pods. | Foto: ww

Ausstellung in Durlach

Erbsensuppe für alle

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Die Ausstellungen tragen skurrile Namen wie „Die Prostitution der Mandarine“, „Das Grauen (in Farbe)“ oder „Waldmannsheil“ und die Vernissagen sind – an jedem zweiten Freitag im Monat – stets ein Erlebnis für alle Beteiligten. Derzeit dreht sich nun alles um „Erbsensuppe“ in den Räumen der 2015 eröffneten Produzentengalerie zettzwo in der Durlacher Zunftstraße 2.

Neun Künstlerinnen und Künstler

„Wir verstehen uns als Organisation zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur“, sagen die insgesamt neun Künstlerinnen und Künstler, die alle paar Wochen ein zuvor gemeinsam ausgetüfteltes Thema in der Galerie präsentieren. Man sieht sich als Alternative zum kommerziellen Kunstbetrieb, der es vielen Künstlern überhaupt nicht mehr ermögliche, ihre Werke irgendwo zu zeigen oder zu verkaufen.

„Großes Abenteuer“

Die Mitglieder sind Susanne Berding (Fotografie), Vera Holzwarth (Skulpturen, Malerei), Pavel Miguel (Skulpturen, Malerei), Wolfgang Kopf (Malerei, Grafik), Alexander Koch (Malerei, Objekte), Thomas Leder (Fotografie), Karin Münch (Malerei), Martina Pods (Malerei, Installation) und Katja Wittemann (Malerei).
„Am Anfang war das ein großes Abenteuer für uns alle“, erzählt Vera Holzwarth. „Wir sahen es aber gleichzeitig auch als große Chance und zum Glück harmonieren wir sehr gut.“ Das Thema „Erbsensuppe“ fiel Vera Holzwarth einfach so ein, als sie mal am Tisch in der Galerie saß. „Es gab keinen besonderen Anlass.“

„Ein Tag wie Erbensuppe“

Die ausgestellten Kunstwerke sind von höchst unterschiedlicher Natur. Alexander Koch beispielsweise denkt bei „Erbsensuppe“ immer an die Schlossfeste in seiner hessischen Heimatgemeinde Werdorf. „Die gab’s dort immer in solchen Plastikbechern, das hat sich wahrscheinlich bis heute nicht geändert.“ Also zeigt eines seiner Werke den Werdorfer Schlosshof.
„Ein Tag wie Erbsensuppe“ heißt die Holzskulptur von Vera Holzwarth. Zu sehen ist ein missmutiger Mops, der so aussieht, als wäre er mit der Gesamtsituation nicht wirklich zufrieden.

Erbsen aus der Sowjetunion

Pavel Miguel zeigt unter anderem ein Samuraischwert, das soeben eine Erbse zerteilt hat. Für ihn, den Kubaner, haben Erbsen eine politische Bedeutung. „Die ersten 30 Jahre meines Lebens verbrachte ich in Kuba und dort gab es ständig Erbsen, die aus der Sowjetunion importiert wurden.“

Man kann sogar Erbsen zählen

Ob witzig, ernsthaft oder politisch: In den Räumen der Galerie sind in den nächsten drei Wochen vor allem erbsengrüne Kunstwerke zu sehen. „Erbsensuppe ist integrativ, friedlich und urdemokratisch“, adeln die Künstlerinnen und Künstler das nostalgische Gericht, das bei der Hauptversammlung des Fußballvereins ebenso gereicht wird wie bei der schicken Après-Ski-Party im mondänen Ferienort. Und wer in der Ausstellung unbedingt Erbsen zählen möchte, der kann dies tatsächlich auch tun – und am Ende mit Glück sogar eine Erbswurst gewinnen.

Info: Produzentengalerie zettzwo, Zunftstraße 2, Karlsruhe-Durlach. Ausstellung „Erbsensuppe“ bis Samstag, 3. Februar, geöffnet jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr und jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr.
www.zettzwo-galerie.de