Kurz vor dem 1:0-Gegentor: Torwart Benjamin Uphoff (KSC) und Dirk Carlson (KSC) jubeln ueber einen vereitelten Torschuss.
Kurz vor dem 1:0-Gegentor: Torwart Benjamin Uphoff (KSC) und Dirk Carlson (KSC) jubeln ueber einen vereitelten Torschuss. | Foto: GES

„So ein Eierdoddel-Tor“

Erneute KSC-Niederlage: Lorenz schießt quer und bringt den KSC um möglichen Punkt beim HSV

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Gefreut hat sich Benjamin Uphoff im Bauch des Volksparkstadions hinterher doch kurz. Das war, als er seinen früheren Torwarttrainer Kai Rabe umarmte und sich danach mit ihm darüber austauschte, wie es so läuft bei beider Clubs. Könnte konträrer kaum sein.

Uphoff war am Samstagmittag bester Mann beim Karlsruher SC und unschuldig daran gewesen, dass der HSV mit dem 2:0 (0:0) nach Treffern von Lukas Hinterseer (67., 81.) seinen Rückweg in die Bundesliga fortsetzte und die Badener Vorletzter blieben. „Es ist so, dass wir die Scheiße am Schuh haben, egal wobei. Schon die Anreise war sinnbildlich für unsere Situation“, fand Uphoff.

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Am Freitag waren die Spieler wegen eines Zugausfalls spät an der Elbe eingetroffen. Am Samstag zeigte die Mannschaft des KSC auf dem Rasen der Arena dann mehr als nur Ansätze eines Behauptungswillens. Doch auch dort wirkte, was Uphoff beklagte. In der 67. Spielminute hatten er und Dirk Carlson nach einer Rettungstat des Linksverteidigers gegen Adrian Fein triumphal die Fäuste geballt, nicht ahnend, dass der bis dahin beste Karlsruher Marc Lorenz den Ball vor Überschreiten der Torauslinie so unglücklich treffen würde, dass er als Querschläger am anderen Pfosten an Hinterseers Schläfe landen würde.

Ich hätte lieber mit einem Weitschusstor von Louis Schaub in den Winkel verloren als mit so einem Eierdoddel-Tor.

Christian Eichner

Das sollte, direkt vor den Augen von KSC-Kapitän David Pisot, geschehen. Hinterseer gab später an, nicht gesehen zu haben, wie Lorenz ihn beschenkte. Für den KSC war’s bitter: „Ich hätte lieber mit einem Weitschusstor von Louis Schaub in den Winkel verloren als mit so einem Eierdoddel-Tor“, sagte KSC-Trainer Christian Eichner.

Uphoff hatte er ins KSC-Tor zurückbeordert. Für die gesperrten Damian Roßbach und Daniel Gordon rückten Carlson und Christoph Kobald in die Viererkette. Alexander Groiß gesellte sich im 4-2-3-1 an Jérôme Gondorfs Seite. Von Anfang an zeigte der Underdog, sich nicht in der Rolle des bereitwilligen Punktelieferanten fügen zu wollen. Die erste Chance hatte dennoch Bakery Jatta (9.) für den HSV.

Fast hätte der KSC geführt

Bald darauf war Schaub (11.) mit Linksschüssen im Pech: Der erste landete an der Latte, den zweiten parierte Uphoff. Der KSC blieb dank starker Zweikampfquote am Ball – und hätte fast geführt: Nach einem von Kobald eingeleiteten Konter passte Philipp Hofmann den Ball in den Lauf von Lorenz, der am HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes scheiterte. Der mitgereiste KSC-Anhang merkte auf, ansonsten blieb es im Gästeblock sehr still. „Verdient es euch“, hatte die Support-Prämisse gelautet.

Der HSV erspielte sich Chancen, doch weder Rick van Drongelen (22.) noch Fein (26.), auch nicht Jordan Beyer (29.) oder Sonny Kittel (45.) bezwangen Uphoff. Lorenz (37.) hätte abermals den Spielverlauf auf den Kopf stellen können, scheiterte per Kopf aber an Heuer Fernandes.

Ein Kopfball Hoffmanns (48.) war nach der Pause ein Ausrufezeichen. Auf der anderen Seite war Uphoff bald bei einem Kopfball von Hinterseer zur Stelle, der doch noch zum Matchwinner wurde. Einmal eingeladen von Lorenz, beim 2:0 von Vorbereiter Jatta eingesetzt, den Pisot nach Carlsons Ballverlust nicht mehr stellte. Zwischenzeitlich hatte Tim Leibold die Latte getroffen. So ging der HSV-Sieg auch im Ergebnis in Ordnung.

Hamburger SV: Heuer Fernandes – Beyer, Letschert, van Drongelen, Leibold – Fein (53. Gideon Jung) – Schaub (82. Kinsombi), Dudziak (74. Hunt) – Jatta, Hinterseer, Kittel.
Karlsruher SC: Uphoff – Stiefler, Kobald, Pisot, Carlson – Groiß, Gondorf – Camoglu (75. Ben-Hatira), Wanitzek, Lorenz (80. Djuricin) – Hofmann (68. Gueye).
Schiedsrichter: Dankert (Rostock), Zuschauer: 49.581, Tore: 1:0 Hinterseer (67.), 2:0 Hinterseer (81.).
Gelbe Karten: Beyer (2) – Hofmann (4).