Nach dem überraschenden Tod des erst zwei Tage alten Flusspferd-Babys im Karlsruher Zoo gibt es nun erste Erkenntnisse zur möglichen Todesursache | Foto: Stadt Karlsruhe

„Lebensschwach“

Erste Erkenntnisse zur Todesursache des Karlsruher Flusspferd-Babys

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Nach dem überraschenden Tod des erst zwei Tage alten Flusspferd-Babys im Karlsruher Zoo gibt es nun erste Erkenntnisse zur möglichen Todesursache: Zooleiter Matthias Reinschmidt vermutet, dass das zu wenig getrunken und hat und deshalb schwach war.

„Wir haben Milch im Magen des Jungtiers gefunden, aber es war nur sehr wenig Milch“, berichtet Zooleiter Matthias Reinschmidt im Gespräch mit bnn.de über die ersten Erkenntnisse aus der Obduktion des jungen Flusspferd-Babys, das am Mittwochmorgen tot im Becken im Karlsruher Zoo entdeckt worden war. Er vermutet, dass das Tier „lebensschwach“ war. Laut Reinschmidt war auch das Euter der Mutter Katy ungewöhnlich voll – an ihr lag es also nicht, dass das Baby nicht genug trank. Sie habe sich laut des Zooleiters gut und fürsorglich gekümmert. Auch Hinweise auf einen Tod durch Ertrinken oder äußerliche Verletzungen seien keine entdeckt worden. Reinschmidt selbst bekam die ersten Ergebnisse am Donnerstag gegen 17 Uhr. „Wir haben das Tier erst agil erlebt, aber als es auf der Welt war, hat es wohl zu wenig Energie aufgenommen“, urteilt Reinschmidt. Da Flusspferde unter Wasser säugen, können Menschen kaum beurteilen, ob und wie gut ein Jungtier trinkt.

Untersuchung dauert noch mindestens eine Woche

Abgeschlossen ist die Untersuchung um den Tod des Babys noch nicht: Die histologischen und bakteriologischen Untersuchungen – also die Suche nach Organschäden oder Infektionen – steht noch aus. Bis zu einem abschließenden Bericht soll es noch mindestens eine Woche dauern.

Am Mittwoch tot im Becken gefunden

Das namenlose, weibliche Flusspferdbaby war am Mittwochmorgen tot im Becken gefunden worden. Es wurde nur zwei Tage alt. Mutter Kathy sei immer wieder auf den Boden des Beckens abgetaucht. Sie habe offensichtlich versucht, ihr Kleines an die Wasseroberfläche zu bringen. Als Revierleiter Robert Scholz das Wasser im Becken abließ, fanden die Mitarbeiter das Kleine laut Mitteilung leblos.

Für die Mitarbeiter des Zoos war der Tod ein Schock. Auch im Internet war die Nachricht über die Geburt des Tieres mit viel Freude und die darauf folgende Nachricht über den Tod mit Trauer aufgenommen worden.

Schon einmal Nachwuchs verloren

Schon einmal haben Kathy und Platsch einen Nachkommen verloren: Der 2015 geborene Flusspferd-Bulle Karl Wilhelm starb 2017 bei einer Beißattacke eines weiblichen Flusspferdes im Zoo Dvůr Králové in Tschechien.

(bnn)