Das Programm bei der offenen Tagung wird erst am Tag der Veranstaltung gemacht: Jeder kann sich melden und eine Session anbieten. | Foto: Tanja Rastätter

Unkonferenz auf Schöneck

Marketing-Barcamp: Denksport auf dem Turmberg

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Mehr Denksport als normalen Sport beherrschte heute die Sportschule Schöneck. Sie war heute Veranstaltungsort für das erste Barcamp des Karlsruher Marketing-Clubs, der einmal etwas Neues ausprobieren wollte. Gemäß dem Motto „Marketing aktiv gestalten“ drehte sich alles um das Thema Marketing. Unter dem Hashtag #barcamp17 wurde daher auch fleißig getwittert.

Tischtennis, Boule und Fußball

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellungsrunde haben die rund 50 Besucher – Club-Mitglieder und Marketing-Interessierte – ihre Themen für die unterschiedlichen Sessions eingereicht. Eine solche Session dauert 45 Minuten und besteht meist zur Hälfte aus Vortrag oder Expertenrunde und Frage- oder Diskussionsrunde. Sie wird durch einen Teilnehmer dokumentiert, so dass alle am Ende des Tages Zugang zu den Inhalten haben. Am Nachmittag folgte darüber hinaus eine sogenannte Aktiv-Session bei der die Besucher zwischen Tischtennis, Boule und Fußball wählen konnten.

Für etwa die Hälfte der Teilnehmer ist es die erste Konferenz dieser Art, die andere Hälfte sind „alte Hasen“. Für alle gilt das freundschaftliche „Du“, was die familiäre Atmosphäre noch gefördert hat.

Keine klassischen Regeln

Welche Regeln gelten für ein Barcamp? „Dass es keine klassischen Regeln gibt“, so Moderator Gordon Geisler, der viel Erfahrung mit Barcamps hat. Auch das Aufstehen während der Sessions sei ausdrücklich erlaubt. „Seid mutig! Macht Dinge, die ihr vorher nicht getan habt“, motiviert Geisler am Morgen.

Mehr als 40 Barcamps besucht

„Twitter-Marketing – Vom Follower zum Fan“ lautete eine der ersten Sessions im Raum Mosbach. „Meine Welt ist durch Twitter bunter geworden“, so der Referent Erik Hägele aus Stuttgart. Er hat innerhalb von dreieinhalb Jahren über 40 Barcamps besucht und organisiert auch selbst diese Tagungen. Er schätzt das Prinzip von Barcamps sehr. „Man gibt etwas und man bekommt etwas zurück“, sagt der Twitter-Experte. Tweets sind für den Stuttgarter das „A und O“. Bilder mit Fotos bringen laut Hägele 30 Prozent mehr Reichweite informiert er in seinem Vortrag, der sowohl an Twitter-Einsteiger und –Fortgeschrittene gerichtet war.

Mehr Aufwand und viel mehr Nutzen

In einer anderen Session von Maria Lämmerzahl ging es beispielsweise um die Visualisierung als Trend der Digitalisierung. „Durch die Digitalisierung gibt es viel mehr Möglichkeiten“, erklärt sie. Lediglich ein Prozent der Informationen nehmen die Menschen wahr. „83 Prozent der Infos werden über das Auge aufgenommen, nur etwa die Hälfte behalten wir“, berichtet Lämmerzahl. Die Marketingberaterin betont, dass man mit mehr Aufwand auch viel mehr Nutzen erzielt und interaktive Grafiken und gute Präsentationen immer wichtiger werden.

Wie kam das erste Barcamp des Marketing-Clubs an?

Während des ganzen Tags wurden viele Ideen erarbeitet. Das ist bei Barcamps so üblich. Was unterscheidet das Barcamp auf dem Turmberg von anderen Veranstaltungen dieser Art? „Am Ende sind noch viele da“, so Barcamp-Experte Erik Hägele. Die Quote sei viel höher als bei anderen Barcamps und da gäbe es auch ein Abschlussevent mit Essen.

Corinna Jahn, die schon viele technische Barcamps besucht hat, gefiel besonders, dass es bei der Themenfindung keine Anlaufschwierigkeiten gab. Insgesamt sei es eine super Tagung für sie gewesen.

Die Aktiv-Sessions kamen ebenfalls sehr gut an. „Das war super zum Auflockern“, schwärmt Lämmerzahl. Es war eine tolle Möglichkeit zum Energie auftanken. „Gerne mehr davon.“

Organisator Stefan Koch ist noch immer überwältigend von dem Tag. Er hatte zwar gehofft, dass es eine runde Veranstaltung wird, war aber doch überrascht, dass sie wirklich so toll geworden ist. Im Vorfeld hatte er noch einige Teilnehmer kontaktiert, weil er befürchtet hatte, nicht genug Themen zu haben. Zum Schluss waren es dann mehr als genug. Er ist sich sicher, dass es eine weitere Konferenz geben wird.

Was ist ein Barcamp? Ein Barcamp wird auch als Unkonferenz oder spontane Konferenz bezeichnet. Es ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern am Morgen der Tagung selbst entwickelt und im Tagesverlauf gestaltet werden.
Wo finden die nächsten Barcamps statt? Infos dazu gibt es unter den folgenden Links www.barcamp-liste oder www.barcamp-stuttgart.de