Auf Erfolgskurs: Unter dem neuen Coach Ivan Rudez eilen die Karlsruher PSK Lions von Sieg zu Sieg. | Foto: GES

PSK Lions und die BBL-Träume

Erstklassige Hürden

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„We bleed blue“ – wir bluten blau, so steht es auf den Fan-T-Shirts der PSK Lions. Blut geleckt haben nach dem Fehlstart in die Saison angesichts der anhaltenden Erfolgswelle längst auch wieder die Macher beim Basketball-Zweitligisten. Unter dem neuen Cheftrainer Ivan Rudez haben sich die Lions zum „heißesten Team der Liga“ entwickelt, wie Hagens Headcoach Christopher Harris gerade erst feststellte. Sein Team hat eine ähnliche Aufholjagd hingelegt wie die Karlsruher Löwen, die Hagen vor einer Woche in einer mitreißenden Partie knapp bezwangen.

„Das heißeste Team der Liga“

In ihrer aktuellen Form können die PSK-Korbjäger, die am Sonntag (17 Uhr) in Ehingen ihren neunten Sieg in Serie anpeilen, nicht nur die erneute Play-off-Teilnahme fest einplanen. Das Rudel wäre auch eines der favorisierten Teams. Und was, wenn dem Vorjahres-Halbfinalisten diesmal der Aufstieg tatsächlich gelingen sollte?

Was ist, wenn der Aufstieg tatsächlich gelingt?

„Wir werden alles versuchen, keine Frage“, sagt PSK-Vorsitzender Hans Joachim Kögele. Das ist eine riesige Herausforderung. Schon bis Mitte April, wenn die K.-o.-Runde noch läuft, müssen die Zweitligisten für einen Aufstieg in die Basketball-Bundesliga (BBL) gewappnet sein. Das heißt ab kommender Saison: Ein Mindestetat von drei Millionen Euro, der Großteil davon muss im April nachgewiesen werden können. Aktuell liegt der Etat der Lions, die auf jeden Fall als GmbH aus dem Gesamtverein ausgegliedert werden sollen, noch unter dem des Zweitliga-Durchschnitts von einer Million Euro. Mit dem PSK haben derzeit nur eine Handvoll Zweitligisten überhaupt Aufstiegs-Ambitionen.

BBL fordert Mindestetat von drei Millionen Euro

„Wir werden das Möglichste versuchen, das sind wir nicht zuletzt Trainern und Spielern schuldig“, sagt Abteilungsleiter Danijel Ljubic. Doch außer den Finanzen sind auch andere Hürden für die BBL hoch – zumal für Karlsruher Verhältnisse: ein Halle für 3 000 Zuschauer ist gefordert, dazu eine Trainingshalle. Aktuell spielen die Lions per Dauer-Ausnahme in der eigentlich aus Brandschutzgründen gesperrten Europahalle. Mehr als 1 500 Fans dürfen momentan nicht rein – was nicht nur perspektivisch ein Problem darstellt. Die Kosten für Hallenmiete, Caterer und Sicherheitsdienst liegen pro Spiel im hohen vierstelligen Bereich. „Wir haben in dieser Runde erst bei einem Spiel etwas Plus gemacht“, sagt Julie Hüvel, bei den Lions für Marketing zuständig. Nur wenn die Halle voll sei, habe der Club Aussicht, das ein wenig hängen bleibe. Die anderen Zweitligisten hätten dagegen im Schnitt 100 000 Euro an Einnahmen aus Heimspielen so Hüvel.

Coach Rudez mit Sorgen nach Ehingen

Trainer Rudez plagen derweil akute Sorgen. Roland Nyama fällt wegen Kniebeschwerden aus, Maurice Pluskota konnte bis Donnerstag wegen Problemen am Schienbein nicht trainieren. Schlimmstenfalls fehlen Rudez damit in Ehingen gleich zwei wichtige deutsche Akteure in der Rotation.