Nenninger
WANDMALEREI im Tunnel und Frank Nenningers Augen glänzen. | Foto: jodo

Aufgespürt in Karlsruhe

Es weihnachtet

Anzeige

Karlsruhe weihnachtet – in der Luft, auf Erden und im Tunnel. Wer jetzt in den City-Trubel hineinschnuppert, für den hängt am Friedrichsplatz der Glühweinduft in der Luft. Selbst der Banause, der einen weiten Bogen um den Christkindlesmarkt macht, riecht den Braten: Zwar steigt ihm nicht der in Rotweinsud geschmorte Rehrücken vom Festessen am ersten Feiertag im Elternhaus in die Nase, aber der Odem von Bratwurst oder Schwenkbraten wabert auch bis in die Kaiserstraße.

Schlitten im Luftraum

Und hoch über den Tannenspitzen, welche auf und neben den Fressbuden oder Gschenke-Häuschen glitzern, gleitet der Weihnachtsmann selbst zweimal täglich im Rentierschlitten durch den Luftraum über der Waldweihnacht vor dem Naturkundemuseum.

Nikolaus landet

Auf dem Boden dieser Karlsruher Tatsachen landet spätestens am Freitag der Nikolaus. So ein ewig alter Weißbart kann auch heute mit den Kindern was erleben. Sein einstiges Geschenkrezept mit Äpfeln und Pfeffernüssen ist nur noch ein Vorweihnachtsmärchen aus armen Zeiten, als trotzdem helle Freude herrschen konnte.

Wenigstens gehört auch sein Begleiter Knecht Ruprecht, der zum Schrecken der Kinder ein Sündenregister führte und mit der Rute drohte, nicht mehr zum Vorfestprogramm. An seiner Popularität hat der Nikolaus dabei wenig eingebüßt: Der gute Geschenke-Onkel mit der roten Mütze und dem Schein eines Heiligen ist eine zeitlose Sympathiefigur.

Unterirdisches

Doch in der wahren Baustellenstadt weihnachtet es auch unterirdisch. Natürlich legen die Eisenbieger aus Rumänien über die Festtage die Zange aus der Hand. Kein Bagger und kein Betonmischer rumoren dann auf der Kriegsstraße.

Auf Karlsruhes derzeit größter Baustelle, der klaffenden Grube für den Autotunnel, haben es Arbeiter schon an die Betonwand gemalt: Unter Santa Claus’ Bescherungsruf „Ho Ho Ho“ und dem globalen Wunsch „Meri Christmas“ prangt ein grünender Tannenbaum mit dicken roten Kugeln.

Da freut sich der Kombi-Tunnel-Bauherr, Kasig-Chef Frank Nenninger, wie ein Kind. Er selbst jedoch kann den Karlsruhern erst zu Weihnachten 2021 mit der U-Strab-Röhre und dem Autotunnel zwei fertige Stollen bescheren.