Bei einem eSport-Turnier in der Frankfurter Commerzbank-Arena betrachten die Vorstände der eSuka-Hochschulgruppe, Henrik Nießen (links) und Marc Jepsen, einen Spielverlauf. | Foto: eSuka

Hochschulgruppe am KIT

eSport: Virtueller Wettkampf unter Studenten

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Orte wie die „heulende Schlucht“, „gewundener Wald“ oder die „Kluft der Beschwörer“ sind ihr Terrain. Es sind virtuelle Kampfarenen des Spiels „League of Legends“ (Liga der Legenden), in diesen Studierende des KIT gegen Kommilitonen anderer Universitäten antreten. Das Spiel ist momentan ein Renner in der Hochschulgruppe eSport United (eSUKA) am KIT. Der Begriff eSport beschreibt den Wettkampf, den sich Menschen innerhalb von Computerspielen liefern.

eSport als Hochschulsport?

Nicolas Banet, Student der Informationswirtschaft, und Informatikstudent Marc Jepsen sind im Vorstand der KITStudierendengruppe „eSports United“ aktiv. Ihr Ziel: Die Wettkämpfe in virtuellen Welten sollen als Hochschulsport anerkannt werden. „Computerspiele sind nicht nur Unterhaltung, sondern wie der klassische Sport ein Gemeinschaftserlebnis“,
erklärt Banet. Als Beispiel nennt der Informationswirtschaft-Student regelmäßige Treffen und Unternehmungen wie Brettspielabende oder Ausflüge.

Mittlerweile 79 Mitglieder

Seit Juni 2015 existiert die eSport-Gruppe am KIT. Zunächst waren es nur zehn Spieleenthusiasten. Mit dem Hype um das Strategiespiel League of Legends ist die Gruppe auf mittlerweile 79 eingetragene Mitglieder gewachsen. „Nicht mitgezählt sind Studierende, die manchmal vorbei schauen“, betont Banet.

Ein tolles Gefühl, wenn die Zuschauer über den Chat anfeuern

In den virtuellen, mystischen Welten der League of Legends schickt die Karlsruher eSport-Gruppe vier Teams mit jeweils neun Spielern ins Rennen um die deutsche Meisterschaft. „Wir sind unter den Top-Universitäten“, sagt Marc Jespen stolz. Im vergangenen Jahr erreichte er mit seinem Team den vierten Platz. Die Begegnungen übertragen die eSport begeisterten Studenten mit Kommentatoren live ins Internet. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn die Zuschauer den Spieler über den Chat anfeuern“, schwärmt Jepsen.

Liveübertragung ins Kino

Die eSport-Fans am KIT messen sich in weiteren PC-Strategiespielen wie Defense of the Ancients (DotA) oder Counterstrike. Hierbei steuern Teilnehmer mit Geschick und koordiniertem Vorgehen eine Figur, die sich durch mystische Orte oder Kriegsfronten kämpft. Ein weiteres Standbein der eSport-Gruppe sind öffentliche Veranstaltungen: So hat eSUKA das vergangene Finale der League-of-Legends-Weltmeisterschaft in die „Kurbel“ übertragen. „Bis zu 430 Leute waren dabei“, freut sich Banet.

Spieler lassen sich bei einem Karlsruher Campus-Turnier über die Taktik eines Spiels beraten.
Spieler lassen sich bei einem Karlsruher Campus-Turnier über die Taktik eines Spiels beraten. | Foto: eSuka

eSport: Studierende suchen weitere Unterstützer

Bei aller Euphorie stoßen die eSportler an ihre Kapazitäten. „Wir suchen weiter nach Unterstützern“, räumt Jepsen ein. Denn die Studierendengruppe hat am KIT noch keine geeignete Arena gefunden. Generell hätten eSport-Gruppen Probleme, für sie geeignete Sportstätten zu finden. „Die Trainingseinheiten und Spiele finden dann meistens vom heimischen Computer aus statt. eSUKA will wie andere Studierendengruppen als eingetragener Verein in Erscheinung treten. „Dann wäre es für uns rechtlich einfacher, wenn wir Events außerhalb des Campus veranstalten“, so Banet.

Keine Diskussion um „Killerspiele“

Angesichts von Amokläufen sind Spiele wie Counterstrike in den vergangenen Jahren in den öffentlichen Fokus gerückt. Das Stichwort „Killerspiele“ machte medial die Runde. „Bei uns spielt diese Diskussion keine Rolle“, betont Marc Jepsen. „Bundesweit setzten sich zwei Millionen Leute mit solchen Strategiespielen auseinander“, ergänzt Nicolas Banet. „Haben wir zwei Millionen Amokläufer?“