Europahalle
Sanierung der Europahalle plus Neubau einer Eventarena bei der Messe? | Foto: Sandbiller

Stadt sieht Region im Boot

Europahalle plus Neubau einer Eventarena bei der Messe?

Wächst die Messe auf Rheinstettener Gemarkung um einen weiteren Bau? Das ist derzeit denkbar: Schließlich bringt Karlsruhe jetzt einen dort angesiedelten Neubau einer Ballsport- und Eventhalle für „3.500 bis 5.000 und mehr Zuschauer“ ins Gespräch – ergänzend zur Sanierung der Europahalle.

Entstehen könnte der Neubau auf einer bisher als Parkplatz genutzten Fläche. Die reinen Baukosten werden auf 32,1 Millionen Euro geschätzt – wobei das Projekt nach Überzeugung von Erster Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz nicht allein von Karlsruhe geschultert werden kann.

Europahalle keine große Bühne mehr

Sie sieht vielmehr Partner in der Region über die Neue Messe Karlsruhe GmbH & Co. mit im Boot. Dort ist unter anderem der Landkreis beteiligt.
In dem Neubau könnten beispielsweise Konzerte über die Bühne gehen, deren Veranstalter höhere Mieten als die meisten Organisatoren von Sportevents entrichten könnten, so die Erste Bürgermeisterin.

KMK als Vermarkter

Angesiedelt wüsste sie den Bau zur Vermarktung gerne bei der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH.

Das Indoor Meeting wiederum solle in den bisher genutzten Messehallen bleiben, weil es sonst den Neubau wegen des aufwendigen Auf- und Abbaus zu lange für andere Veranstaltungen blockiere.

Mehr Porsche- als SAP-Arena

Die neue Halle wäre eher mit der Stuttgarter Porsche-Arena als mit der SAP-Arena vergleichbar, ist Luczak-Schwarz sicher.
Letztlich müsse man entscheiden, ob man mittelfristig weiter Räumlichkeiten für Events und Konzerte anbieten möchte – zumal die Schwarzwaldhalle absehbar technisch an ihre Grenzen komme.

Gemeinderat hat das letzte Wort

Das letzte Wort darüber hat der Gemeinderat. Wenn der sich am 17. Juli mit der „Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen“ befasst, steht aus Brandschutzgründen die Europahalle seit bereits vier Jahren nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung.

Doch eine Entscheidung in der Sache wird in der Sitzung nicht fallen. Einen Zwischenbericht zur Kenntnis nehmen soll das Gremium. Und dem präsentiert die Verwaltung einen ganzen Strauß an Möglichkeiten – einem eben vom Stadtparlament erteilten Prüfauftrag entsprechend.

Entscheidung erst 2019

„Ein Knopf an die Sache“ wird dann erst Anfang 2019 gemacht. So sagt es die für Finanzen zuständige Erste Bürgermeisterin vorher.

Sie gab am Donnerstag in der Sache eine Pressekonferenz zusammen mit ihren Bürgermeisterkollegen Martin Lenz (Sport) und Michael Obert (Bauen).

Europahalle mutierte

Obert machte deutlich, dass die Europahalle keine Bühne mehr bieten wird für die ganz großen Stars. Dafür sei sie auch nie konzipiert gewesen.

Vielmehr sei sie für den Schul- und Vereinssport gedacht gewesen und dann zum Veranstaltungsort „mutiert, weil der Bedarf da war“.

Eierlegende Wollmilchsau

„Wenn man immer mehr in eine Wursthülle rein drückt, platzt sie irgendwann“, so Obert. Durch die Brandschutzproblematik sei die Möglichkeit einer „eierlegenden Wollmilchsau“ genommen worden.

Für den Schul- und Vereinssport habe das im Gegenzug „nahezu paradiesische Verhältnisse“ gebracht – wobei sie damit jetzt „bis zur Hauskrause“ belegt sei, so Luczak-Schwarz.

Abriss ist kein Thema

Ein Abriss sei deshalb kein Thema. Somit bleiben zwei denkbare Varianten: neun oder 21 Millionen Euro in den Umbau zu investieren.

Bei der kleineren Variante würde die Europahalle dauerhaft als Schul- und Vereinssporthalle sowie für das Leichtathletiktraining genutzt. Bei 21 Millionen Euro wären Spiele der ersten Liga – etwa im Basketball – vor bis zu 3.500 Zuschauern möglich. Nicht realisierbar wären jedoch Hallenleichtathletik-Europameisterschaften oder Finale der Deutschen Turnliga. Auch ein Rückumzug des Indoor Meetings ist kein Thema.

Ballsporthalle für bis zu 3.000 Zuschauer?

Unabhängig von den Ideen am Standort Messe prüfte die Verwaltung den Bau einer reinen Ballsporthalle für etwa 3.000 Zuschauer.

Dafür ist beispielsweise ein Standort in der Unteren Hub und bei „Bellevue“ in der Südstadt-Ost beim Garten der Religionen im Gespräch.

Bezirkssporthallen werden jetzt gebaut

Lenz wiederum betonte grundsätzlich, dass in einer wachsenden und sportbegeisterten Stadt wie Karlsruhe der Bedarf an Hallen groß sei.

Entsprechend sei man auf dem richtigen Weg, da nun – unabhängig von der Debatte um die Europahalle – vier, fünf Bezirkssporthallen etwa bei der Elisabeth-Selbert-Schule auf dem Weg sind.