Marvin Pourie Eintracht Braunschweig | Foto: imago images

Mut für Mammutaufgabe

Ex-KSC-Profi Marvin Pourié über den neuen Trainer und seine Zeit im Wildpark

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Fußballprofi Marvin Pourié hat den Trainerwechsel beim abstiegsgefährdeten Zweitligisten Karlsruher SC für gut befunden und dessen neuem Cheftrainer Christian Eichner „alles Glück der Welt“ gewünscht. Der Stürmer war vor dem Ende der Winter-Transferperiode vom KSC an den Drittligisten Eintracht Braunschweig ausgeliehen worden.

„Eiche hat es verdient. Er ist nicht nur ein richtig guter Fußballer gewesen. Ich glaube, er wird auch ein richtig guter Trainer. Ich wünsche ihm, dass er diese Mammutaufgabe packt.“

Es sei ja nicht nur ein Abstiegskampf jetzt, so Pourié weiter, „es ist ein Kampf um die Existenz. Ich hoffe, dass die Jungs das verstehen. Eiche wird mit Leib und Seele versuchen, das Ding zu drehen. Deswegen würde ich ihm weiter und nicht nur für zwei Spiele das Vertrauen schenken“.

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Der Stürmer Pourié, Drittliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison und mit 22 Treffern wesentlich beteiligt am Aufstieg der Blau-Weißen, war vor dem Ende der Winter-Transferperiode vom KSC an den Drittligisten Eintracht Braunschweig ausgeliehen worden.

 

Eiche hat es verdient. Er ist nicht nur ein richtig guter Fußballer gewesen. Ich glaube, er wird auch ein richtig guter Trainer.

Marvin Pourié über den neuen KSC-Trainer Christian Eichner

Der inzwischen beim KSC entlassene Alois Schwartz hatte ihn gegen Ende der Hinrunde geschnitten, Pourié kam nur auf zwei Saisontore in der Zweiten Liga. Für Braunschweig bestritt er zwischenzeitlich zwei Partien, dabei gab es eine 1:4-Klatsche bei 1860 München und 1:1 gegen Carl Zeiss Jena.

Pourié fühlt sich in Braunschweig wohl

Obwohl er für den Tabellenvierten der Dritten Liga noch nicht traf, fühlt sich Pourié mit seiner Entscheidung, sich aus dem Wildpark zu verabschieden, wohl.

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„Ich kenne die Liga, bin super integriert worden in die Mannschaft, deren Charakter brutal stark ist. Ich freue mich auf die nächsten Wochen, denn die werden total spannend“, sagte Pourié, der bis Ende Juni für die Eintracht spielt und beim KSC einen Vertrag bis 2022 besitzt. Wie es nach dem Saisonende weitergeht: offen.

Stürmer geht Theater um ihn noch nach

Offensichtlich geht Pourié das Theater um ihn in den zurückliegenden Wochen und Monaten in Karlsruhe aber auch noch nach, wie er im Gespräch mit den BNN am Dienstag erkennen lässt.

Ich habe versucht, vieles offen und ehrlich anzusprechen, es ist irgendwie negativ aufgefasst worden.

Pourié über die zurückliegenden Wochen beim KSC

„Wenn es Probleme innerhalb einer Mannschaft gibt, muss man die klären. Ob es Probleme mit dem Trainer, dessen Taktik oder der Aufstellung sind, man kann sich unterhalten. Ich habe versucht, vieles offen und ehrlich anzusprechen, es ist irgendwie negativ aufgefasst worden. Darüber bin ich echt enttäuscht, weil ich glaube, dass das so nicht hätte passieren müssen. Es ist passiert“, erklärte Pourié.

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Er sei „nicht nachtragend“, glaube aber, „dass jetzt erkannt wurde, dass es nicht mehr machbar, einfach nicht mehr haltbar war“. Er sei „gespannt, ob Eiche das mit der Mannschaft auf dem Platz wieder hinkriegt. Es wurde ja immer gesagt, dass ich der Unruheherd bin. Aber man hat ja gesehen, wie viel Unruhe dazu kam seit ich gar nicht mehr da bin“.

Pourié sieht beim KSC Potenzial für mittleres Tabellendrittel

Der KSC trennte sich am Montag von Trainer Schwartz, mit dem sich Pourié überworfen hatte. Mit ihm ging dessen Assistent Dimitrios Moutas. Eichner übernahm zusammen mit dem U19-Trainer Zlatan Bajramovic.

An diesem Mittwoch (20.45 Uhr) wird das Gespann seine Premiere in der Verantwortung im Achtelfinalspiel des DFB-Pokals beim 1. FC Saarbrücken in Völklingen erleben.

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Pourié hatte Schwartz für seine defensive Taktik kritisiert, gesagt, „was alle dachten, aber keiner aussprach“, wie sich der Westfale wiederholt. „Was mir missfallen hat: Wir spielen gegen Aue, und nur darauf hat es sich erstmal bezogen, fast 65 oder 70 Minuten in Überzahl und kriegen es mit dem vorhandenen Potenzial im Kader nicht hin, Torchancen herauszuspielen. Unser Spiel war in allen Ecken und Enden des Spielfelds zu langsam. Ich bin ehrlich: Der KSC hat das Potenzial in seiner Mannschaft, um im mittleren Drittel der Tabelle zu stehen.“

KSC nach Schwartz-Beurlaubung in der Kritik

Unterdessen hat der Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) den Karlsruher SC für die Art und Weise der Beurlaubung von Trainer Alois Schwartz scharf kritisiert. „Den Stil finde ich einfach nicht akzeptabel. Dass man sich erst hinstellt, dem Trainer den Rücken stärkt – und ein paar Stunden später ist alles auf einmal anders“, sagte BDFL-Präsident Lutz Hangartner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Sportchef Oliver Kreuzer hatte dem 52-Jährigen nach der 0:2-Niederlage gegen Holstein Kiel am Wochenende noch den Rücken gestärkt. „Müssen wir jetzt den Trainer wechseln? Mit Sicherheit nicht“, hatte Kreuzer gesagt. Zu einer anderen Einschätzung sei er nach dem Spiel auf der Autofahrt nach München und einigen Telefonaten gekommen, erzählte Kreuzer den Badischen Neuesten Nachrichten.