Dreharbeiten: In Borneo machen sich Matthias Reinschmidt und Frank Elstner ein Bild von Willie Smits Arbeit (von links). | Foto: Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Vortrag im Karlsruher Zoo

Experte Willie Smits: Mit Palmzucker im Einsatz für den Orang-Utan

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Willie Smits, „eine Legende im Artenschutz“, wie Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt sagte, hat im Exotenhaus des Zoos in seinem Vortrag „Rettet unsere Vettern – die Auffangstation für Orang-Utans in Borneo“ über seine Lösungen zum Schutz der Orang-Utans gesprochen.

Auch 30 Jahre, nachdem der gebürtige Niederländer auf einem Markt in Balikpapan in Indonesien das verwaiste Orang-Utan-Baby Uce rettete und zum Schützer der Menschenaffen wurde, gebe es immer noch Waisen. Das Problem hat sich laut Smits verändert. Die Gesellschaft schaffe nicht, was wichtig sei, und zwar: „Die Orang-Utans in ihrer Heimat zu schützen.“

Orang-Utan-Experte Willie Smits will mit alternativer Landnutzung Mensch, Natur und Orang-Utan helfen. | Foto: jodo

Menschen vor Ort Verantwortung übertragen

Smits Rezept? „Preserving Nature through the Empowerment of Local People“, in etwa: Die Natur bewahren, indem man der lokalen Bevölkerung Verantwortung überträgt. Funktionieren soll das, indem Mischwälder an die Stelle von Monokulturen mit Ölpalmen, für welche Wälder gerodet werden, treten.
Aus den Palmen in den Mischwäldern kann die lokale Bevölkerung Palmzucker gewinnen. Dieser soll deren Einkommen garantieren, „damit sie nicht mehr in die noch ungestörten Wälder gehen, wo es noch wilde Orang-Utans gibt“, so Smits. Belehren möchte der Orang-Utan-Experte jedoch nicht: „Die lokale Bevölkerung weiß viel mehr über den Wald dort als wir.“
Orang-Utans auf Borneo
Den hochbedrohten Orang-Utans auf Borneo gilt ein Schutzprojekt des Niederländers Willie Smits, das von der Artenschutzstiftung Zoo Karsruhe unterstützt wird. | Foto: Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Palmöl als große Gefahr

Als größte Gefahren für die Orang-Utans benennt Smits, dass „Wälder zugrunde gehen, durch Ölpalmen und illegale Abholzung, durch Brandrodung und den Klimawandel.“ Auch die Wilderei sei immer noch ein Problem. Krankheiten, die durch Menschen und andere Arten übertragen werden, beeinflussten die Populationen zudem. Und teilweise komme es auch zum direkten Konflikt mit dem Menschen.

Ganzheitlicher Ansatz

Von der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe bekommt Smits am Ende des Vortrags einen Scheck über 20 000 Euro überreicht. Das Geld ist nicht nur für die Tiere vorgesehen, Smits Ansatz ist ein ganzheitlicher. Ein Teil geht daher an Schulen, die ganz in der Nähe der Gebiete sind, in denen Orang-Utans freigelassen werden.